Israel soll als heiliges Volk und als Reich von Priestern dem Ewigen gehören

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Ex 19,2-6a:

In jenen Tagen kamen die Israeliten in die Wüste Sinai. Sie schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg.
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Moses stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der HERR vom Berg her zu:
Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden:
Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe.
Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein.
Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.

Drama in der Wüste Sinai: Folter und Massenmord krimineller Beduinen seit vielen Jahren – und die Welt schaut zu!

Sie sind derzeit mindestens 750, die meisten kommen aus Eritrea. Eigentlich wollten sie sich in Richtung Israel durchschlagen, doch dann fielen sie in die Hände krimineller Beduinen, viele aus Äypten: Diese ketten ihre Opfer an, foltern sie, entnehmen ihnen Organe – ein Drama in der Sinai-Wüste, seit Jahren. 1_0_648212

Alganesh Fesseha leitet die Nichtregierungsorganisation „Ghandi“, die versucht, Flüchtlinge freizubekommen:

„Das ist eine ganz vergessene Geschichte  –  und dieses Vergesssen ist gefährlich, denn die Leute sterben, ohne dass das irgendjemanden kümmert.

Diese Eritreer kommen auf Arbeitssuche in den Sudan, dort werden sie  –  oft in einem der Flüchtlingslager von Shagarab bei Khartum  –  vom Beduinenstamm Rashaida gekidnappt und an ägyptische Beduinen verkauf:  für etwa 3000 Dollar.

Diese Ägpyter verkaufen sie für einen noch höheren Preis an andere Beduinen an der Grenze zu Israel weiter  –  und die halten sie dann als Geiseln und verlangen von ihnen bzw. ihren Angehörigen ein Lösegeld zwischen 30- und 50.000 Dollar. Wer das Geld nicht aufbringen kann, wird ermordet. 

Aber auch, wer zahlt, wird gefoltert und womöglich ermordet, die Leichen werden einfach auf die Straße geworfen. Ich bin gerade aus dem Sinai zurückgekommen und habe fünf Leichen dort auf der Straße gesehen.“

Von dem Lösegeld kaufen die Beduinen im Sinai Waffen und Drogen. Sie frage sich, wie es nur möglich sei, „dass alle davon wissen und keiner etwas tut“?

Die Qualen der Geiseln seien „unmenschlich“: Tausenden Frauen seien etwa die Brüste abgeschnitten worden, vielen Geiseln habe man die Beine amputiert:

„Die Gefangenen rufen uns an: Die Beduinen geben ihnen ein Handy, damit sie darüber Lösegeld erbitten. Die rufen mich an und beschreiben mir ihre Lage. Über Mittelsmänner konnten wir schon 150 von ihnen befreien; wir geben ihnen dann eine sogenannte „Yellow Card“ der UNO und bringen sie nach Kairo.

Aber für die meisten Gefangenen können wir leider nichts tun. Dabei spielt sich da ein richtiggehendes Massaker von Unschuldigen ab. Am meisten geschockt hat mich die Ermordung eines dreijährigen Kindes  –  ich habe es tot im Abfall gesehen. Das ist doch etwas Dramatisches!“

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan