Kritik am deutschen Bundespräsidenten und am sephardischen Oberrabbiner in Israel

Von Klaus Moshe Pülz

Längst überfällig war der Besuch eines deutschen Bundespräsidenten in der Gedenkstätte „Jad Waschem“. „Jad“ bedeutet „Hand“ und „wa-Schem“ bedeutet „und der Name des HERRN“; „ha-Schem“ ist eine der vielen Gottesbezeichnungen.

Nachdem wir vor längerer Zeit dem Bundespräsidenten meine Bücher „Schalom für Israel“, „Brennpunkt Israel“ und „Antisemitismus – gestern und heute“, warten wir noch heute auf wenigstens eine Empfangsbestätigung. Dies haben wir auch der israelischen Presse zur Kenntnis gegeben.

Wie glaubhaft sind solche „Pflichtübungen“ des Herrn Steinmeier, wenn er anläßlich des Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren all der vielen Opfer gedachte, deren Schuld allein darin lag, dem jüdischen Volk anzugehören?!

Es geht schließlich nicht nur um die Anerkennung der deutschen Schuld am Genozid des jüdischen Volkes im Herzen des vermeintlichen christlichen Abendlandes, sondern es geht vor allem darum, daß die Täter getaufte Christen waren und zu schäbigen Mördern wurden. Auch geht es um die vier großen Einsatzgruppen der Waffen-SS, die hinter den Frontlinien in Rußland jüdische Menschen exekutierten, sogar mit abgetrennten Köpfen jüdischer Kinder Fußball spielten.

Vor allem geht es dabei auch um die Glaubwürdigkeit der neutestamentlichen Liebesbotschaft, die auf diese Weise konterkariert wurde. Wie glaubhaft kann diese Botschaft in den Augen jüdischer Menschen noch sein, wenn getaufte Christen solchen Barbarismus betrieben, angestiftet von einem ungebildeten Österreicher, der sich von Deutschen als „Heil-and“ hat huldigen lassen?

Und nun keimt erneut ein Antisemitismus inmitten unserer Gesellschaft auf und zwar von vornehmlich jungen Menschen, die den Horror des Dritten Reiches niemals kennengelernt haben.

Der Zuzug von Muslimen aus dem nahöstlichen Kriegsgebiet sowie afrikanische Wirtschaftsflüchtlinge befeuern noch diese unselige Entwicklung.

Unverständlich sind daher die Entgleisungen des sephardischen Oberrabbiners Itzchak Joseph in Israel, der im Januar diesen Jahres die Einwanderer aus der einstigen Sowjetunion als Nichtjuden bzw. als „go’im“ (Heiden) bezeichnete, obschon sie einer geregelten Arbeit nachgehen und den obligatorischen Militärdienst ableisten, was die ultraorthodoxen Juden eben nicht tun, die sich hinter ihrem Talmud verstecken und sich vom israelischen Steuerzahler ernähren lassen.

Nein, die Einwanderer aus Rußland in den 90er Jahren sind keine Kommunisten, Feinde der Religion, Hasser der Religion und jüdische Unpersonen, wie sich Israels Oberrabbiner Itzchak Joseph publikumswirksam ausdrückte und einen Sturm der Entrüstung im Lande Zions auslöste.

Es scheint, daß kein Land der Erde gefeit ist vor religiösem Fanatismus und Rassismus. Dies aber dient nicht zur Entschuldigung für die Untaten der Nazis, die mit der systematischen Ermordung der europäischen Judenheit einen historischen Kulturkollaps schufen.

Doch wie glaubhaft die Worte des deutschen Bundespräsidenten sein werden, erweist erst die Zukunft, denn der wachsende Antisemitismus  hierzulande verheißt wahrlich nichts Gutes, auch wenn insbesondere messianische Juden (Judenchristen) schon immer vor einer solchen Entwicklung gewarnt haben. Daher beten wir um jenen Weltfrieden, der nach Jesaja 2,2-5 von Zion ausgehen soll!

Klaus Mosche Pülz ist ein deutsch-israelischer Autor und Judenchrist sowie Leiter des „Instituts für Israels universale Berufung“; Näheres dazu hier: http://www.zelem.de


AfD: Kritik an Steinmeiers Iran/Israel-Politik

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Anton Friesen, Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, erklärt zum Besuch des deutschen Staatsoberhaupts in Israel am 23. Januar 2020:

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht am 23. Januar als erstes deutsches Staatsoberhaupt in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem. Anlass ist der 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz.

Das ist eine Ehre, über die wir uns freuen. Obwohl Zweifel angebracht sind, dass gerade dieser Bundespräsident diese Würdigung verdient.

Die israelische Seite hat zu Recht bereits angekündigt, Steinmeier auf seine Iran-Politik anzusprechen.

Der deutsche Bundespräsident hat der Führung in Teheran im vergangenen Februar zum ‚Nationalfeiertag‘ gratuliert. An diesem wurde der 40. Jahrestag des Siegs der islamistischen Revolution im Iran begangen. Steinmeier hat in seinem Glückwunsch-Telegramm kein Wort über die massiven Drohungen verloren, die von Seiten hochrangiger iranischer Vertreter gegen Israel immer wieder ausgestoßen werden.

Bemerkenswert instinktlose Äußerungen sind leider kein Einzelfall: So hat der Bundespräsident für ein Musikfestival geworben, auf dem die Band ‚Feine Sahne Fischfilet‘ aufgetreten ist. Diese tauchte jahrelang in Verfassungsschutzberichten auf, weil sie Gewalt gegen ‚Bullen‘ feiert. Spielt die Verherrlichung von Gewalt für den Bundespräsidenten keine Rolle, wenn es um einen ‚guten Zweck‘ geht? In diesem Fall (natürlich) um den ‚Kampf gegen Rechts‘?

Das Staatsoberhaupt hat die Aufgabe, das Land nach außen würdig zu vertreten und nach innen integrativ zu wirken. Mit beidem ist Herr Steinmeier mitunter überfordert.“


AfD-Politiker fordern eine deutsche Politik pro Israel und gegen die Iran-Diktatur

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hat angekündigt, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Israelreise mit dessen Iran-Politik konfrontieren zu wollen. 

Steinmeier besucht diese Woche zum 75. Gedenktag der Befreiung von Auschwitz die Gedenkstätte Yad Vashem mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin.

Am 27. Januar besuchen beide die Gedenkstätte Auschwitz sowie am 29.1. den Deutschen Bundestag zur Gedenkstunde an die NS-Opfer.

Dazu erklärt der Bundessprecher der AfD und Europaabgeordnete Prof. Dr. Jörg Meuthen (siehe Foto) gemeinsam mit dem AfD-Obmann im Auswärtigen Ausschuss, Petr Bystron:

„Wir begrüßen sehr, dass der Bundespräsident die Gelegenheit nutzt, die Geschichte des Holocausts zu reflektieren, sowie der Millionen von den Nationalsozialisten grausam ermordeten Juden zu gedenken. Wir hoffen, dass diese Reflektion dazu beiträgt, die aktuelle israelfeindliche Politik der Bundesregierung und die Appeasement-Politik gegenüber dem Iran zu ändern.“

Prof. Meuthen weiter: „Steinmeier und die Bundesregierung zählen zu den letzten Vertretern westlicher Staaten, welche die Mullahs von Teheran hofieren und mit ihnen Geschäftsbeziehungen unterhalten wollen, während diese offen die Zerstörung Israels und damit einen zweiten Holocaust anstreben.“

Petr Bystron erklärt:

„Das islamische Terrorregime hat keine Hemmungen, unschuldige Menschen umzubringen. Erst vor wenigen Tagen haben die Mullahs ein Passagierflugzeug mit 176 Menschen an Bord abschießen lassen. Im November letzten Jahres haben sie 1500 Demonstranten erschießen lassen.

Die Menschen im Iran rufen um Hilfe: alleine letzte Woche haben mich auf Twitter über 4000 Nachrichten von Iranern erreicht, die verzweifelt um unsere Solidarität in dieser schweren Stunde bitten. Die Bundesregierung muss sich an die Seite Israels und des iranischen Volkes stellen, und nicht auf die Seite der Tyrannen von Teheran.“

In der AfD-Meldung heißt es abschließend:

„Wir gehen davon aus, dass Benjamin Netanjahu Bundespräsident Steinmeier auf diese Punkte ansprechen wird, und hoffen, dass der Bundespräsident sorgsam darüber nachdenken wird.“


Judenretter Helmut Kleinicke als „Gerechter unter den Völkern“ gewürdigt

​„Heute ist der schönste Tag in meinem Leben,“ sagte der 95-jährige Holocaust-Überlebende Josef Königsberg am Dienstag (14.1.) bei der bewegenden Ehrung seines Lebensretters Helmut Kleinicke als „Gerechter unter den Völkern“.

Dieser Titel wird von Yad Vashem – der nationalen Holocaust-Gedenkstätte des Staates Israel in Jerusalem – verliehen. Yad Vashem ist Erinnerungsstätte für die Märtyrer und Helden des Holocaust und gleichzeitig Dokumentations-, Forschungs- und Bildungszentrum. 

Yad Vashem erinnert seit 1963 auch im Namen des Staates Israel und des jüdischen Volkes an diejenigen Nicht-Juden, die ihr Leben riskierten, um Juden während des Holocaust zu retten. Ihnen wird der Ehrentitel „Gerechte/r unter den Völkern“ zuerkannt.

Der Deutsche Helmut Kleinicke bewahrte während des Holocaust als Kreisbauleiter im polnischen Chrzanów mehrere Juden vor dem Tod. Er versteckte sie, versorgte sie mit Lebensmitteln und verhalf ihnen zur Flucht.

Den damals 17-jährigen Josef Königsberg rettete er vor der unmittelbaren Deportation, indem er von der SS verlangte, „seinen besten Arbeiter“ freizulassen.

Nach dem Ende des Krieges suchte Josef Königsberg unermüdlich nach Helmut Kleinicke – leider erfolglos. Erst Recherchen von DER SPIEGEL und vom ZDF brachten ihn mit der einzigen Tochter des Retters, mit Jutta Scheffzek, in Kontakt.

Helmut Kleinicke war bereits 1979 verstorben. Er hatte zeitlebens kaum darüber gesprochen.

Zur Ehrung von Helmut Kleinicke überreichte gestern Botschafter Jeremy Issacharoff in seiner Residenz die Medaille und Ehrenurkunde von Yad Vashem an Jutta Scheffzek. Sie erinnerte in bewegten Worten an ihren Vater. Über das Außmaß seiner heldenhaften Taten erfuhr sie erst nach seinem Tod.

Das ZDF begleitete Josef Königsberg und Jutta Scheffzek bei ihrem ersten Treffen. Die Dokumentation kann hier gesehen werden.

Quelle (Text/Foto): Botschaft des Staates Israel


Bayern: Israel ehrt Eheleute Köhldorfner als „Gerechte unter den Völkern“

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​Michael und Cäcilia Köhldorfner aus dem bayerischen Schnaitsee wurden am 23.9.2019 posthum (nach ihrem Tod) von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt.
Das Ehepaar Köhldorfner hatte während des  Holocaust sein Leben riskiert, um Juden zu retten.
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Erstmals fand eine solche Ehrungszeremonie am tatsächlichen Ort der Rettung statt, auf dem Hof der Familie Köhldorfner in Schnaitsee, etwa 70 Kilometer östlich von München.
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Die Generalkonsulin des Staates Israel, Sandra Simovich, übergab die Yad Vashem-Medaille und die Urkunde an die Angehörigen der beiden „Gerechten unter den Völkern“.Michael und Cäcilia Köhldorfner versteckten im April 1945 zwei verfolgte jüdische Männer auf ihrem Bauernhof und retteten ihnen so das Leben.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gelang es den beiden aus Polen stammenden Juden Henrick Gleitman und Bernhard Hampel aus dem Todesmarsch, der vom KZ Flossenbürg ins KZ Dachau führte, zu fliehen.

Als sie auf dem Hof der Köhldorfners in Schnaitsee nach einem Versteck suchten, wurden sie von der Familie entdeckt. Obwohl auf dem Hof zwei Nazi-Offiziere wohnten, entschieden sich Michael und Cäcilia Köhldorfner, die bedrohten Juden bis zum Tag der Befreiung zu verstecken und riskierten so ihr eigenes Leben.

Später wanderte Henrick Gleitman in die USA aus, Bernhard Hampel nach Frankreich. Während die Familien Gleitman und Köhldorfner bis zum heutigen Tag in Kontakt geblieben sind, riss der Kontakt zu Bernhard Hampel in den 1970er Jahren ab.

Der älteste Sohn von Michael und Cäcilia Köhldorfner, Michael Köhldorfner, war als siebenjähriger Junge Zeuge des mutigen Handelns seiner Eltern. Er, seine beiden Schwestern sowie zwei weitere der insgesamt fünf Söhne des Ehepaars, nahmen an der Yad-Vashem-Ehrung teil. Weiterhin nahmen rund 20 Enkel und Urenkel der Geehrten teil. 

Auch von der Familie des geretteten Henrick Gleitman waren drei Generationen an der Yad-Vashem-Ehrung zugegen. Ein Sohn, eine Tochter, zwei Enkel und ein Urenkel reisten dafür extra aus den USA an.

Seine Tochter Lilian Borofsky sagte in ihrer Rede:

„Wir sind im Zuhause der Familie, die vor 75 Jahren unseren Vater, Großvater und Urgroßvater Henry Gleitman beschützt hat.

Es war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die Köhldorfners große Menschlichkeit und Tapferkeit zeigten, als sie einen ängstlichen jungen Mann und seinen Freund beschützten und ernährten, die sich versteckten, um ihr Leben zu retten.

Henry wusste zu dieser Zeit nicht, wo seine Familie war, oder ob sie den Krieg überhaupt überlebt hatte. Ihre Familie [gewandt an Familie Köhldorfner] wurde zu seiner Familie…

Heute werden die Köhldorfners in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. Fast eine Million Menschen aus allen Teilen der Welt besuchen diese Gedenkstätte jedes Jahr, um sich an die Ermordeten zu erinnern und – ebenso wichtig – um jene Menschen zu ehren, die großen Mut bewiesen haben, so viele kostbare Leben zu retten.

Michael und Cäcilia werden für immer als gerechte und mutige Menschen in die Geschichte eingehen…Möge Ihre Familie mit guter Gesundheit, Frieden und Wohlstand gesegnet sein.“

Quelle (Text/Foto): Israelische Botschaft in Berlin


Israel: Yad Vashem bietet Internet-Ausstellung mit jüdischen Familiengeschichten

Zum 80. Jahrestag des Beginn des Zweiten Weltkriegs hat das israelische Gedenkzentrum Yad Vashem eine neue Online-Ausstellung entwickelt mit Geschichten über das jüdische Familienleben in Europa im Jahre 1939.

Die persönlichen Berichte beschreiben das Fortschreiten des Weltkriegs durch Dokumente, Fotografien und Artefakte, die sich im Archiv von Yad Vashem befinden.

FOTO der Majer-Familie: Rivka und Rafael Majer umgeben von ihrer Familie, Belgrad 1935. – 19 von 21 Angehörigen wurden im Holocaust ermordet.

Die Ausstellung präsentiert z.B. die Geschichte der Familie Majer aus Belgrad. Refael und seine Frau Rivka Majer hatten acht Kinder und viele Enkelkinder.

Eins der Bilder (siehe Foto) hält einen glücklichen Moment der Vorkriegszeit fest mit der erweiterten Familie in ihrer schönsten Festtagskleidung. Von den 21 Menschen in dem Familienbild starb eine Person vor dem Krieg, 19 wurden im Holocaust ermordet und nur eine Angehörige überlebte: Isabella Baruch, die Tochter Refaels und Rivkas.

Nach der Besatzung Belgrads durch die Wehrmacht erkannte die Familie Majer nicht, dass sie in Gefahr waren. Die Älteren unter ihnen erinnerten sich noch an das korrekte Verhalten der deutschen Soldaten während des Ersten Weltkriegs und sagten: „Wir werden schon durch diese schwierige Zeit kommen, wie wir es einst auch schafften.”

Weniger als ein Jahr danach waren 90 Prozent der Juden Belgrads vernichtet.

„Sogar 80 Jahre später ist der starke Widerspruch zwischen jüdischem Leben vor dem Krieg und dem tragischen Schicksal des Holocaust schwer zu verstehen,“ erklärt Yona Kobo, die Kuratorin der Online-Ausstellung:

„Wir sehen Familien aus Jugoslawien, Deutschland, Österreich, Polen, Rumänien, Griechenland und der Tschechoslowakei an ihren glücklichsten Tagen – Hochzeiten, Geburtstage und andere schöne Erlebnisse – aber auch zu ihren schweren finanziellen Zeiten, auf der Suche nach Auswegen bei der Verschlechterung des täglichen Lebens  – und am Ende die Massenvernichtung jüdischer Männer, Frauen und Kinder.“

Quelle: Israelische Botschaft – Familienfoto: Yad Vashem


Hermann Görings ungleicher Bruder Albert war ein mutiger Judenretter

Wie die Webesite „Israel heute“ aktuell berichtet, wird Albert Günther Göring, der Bruder des bekannten NS-Politikers Hermann Göring, vielleicht bald posthum (nach seinem Tod) die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ erhalten, die vom Holocaust-Museum Yad Vaschem in Jerusalem vergeben wird.

Vor und während des Krieges half Albert Göring vielen Juden, Ausreisepapiere zu erhalten, wodurch sie gerettet waren. Er schickte zudem Lastwagen in KZs mit dem Auftrag, Arbeiter von dort anzufordern. Diese LKWs hielten danach in abgelegenen Gebieten, um den Insassen zur Flucht zu verhelfen.

Irena Steinfeldt, Direktorin der Abteilung für “Gerechte unter den Völkern“ in Yad Vaschem, bereitet laut „Israel aktuell“ eine Akte über Albert Göring vor, die ihm diese Würdigung ermöglichen soll. Eine solche Auszeichnung erhält jemand, der nicht nur Juden rettete, sondern sein eigenes Leben dafür riskierte.

Im Unterschied zu seinem nationalsozialistisch aktiven Bruder Hermann Göring lehnte Albert die NS-Diktatur entschieden ab, weshalb er vielen Verfolgten half; diese haben den verarmten Mann nach dem Krieg dann ihrerseits wirksam unterstützt, zumal er seines Nachnamens wegen von vielen Leuten gemieden wurde.

Albert Göring erblickte am 9. März 1895 in Friedenau bei Berlin das Licht der Welt. Am 20. Dezember 1966 starb der diplomierte Maschinenbau-Ingenieur, ohne daß seine Heldentaten von Medien und Öffentlichkeit ausreichend gewürdigt worden waren.

 


Israel ehrt Hans Söhnker und Heinz Gützlaff als „Gerechte unter den Völkern“

Hans Söhnker und Heinz Gützlaff sind am Mittwoch in einer Feierstunde in Berlin von der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt worden.

Hans Söhnker und Heinz Gützlaff riskierten während der NS-Diktatur ihr Leben, um verfolgte Juden zu retten. Der jüdische Orthopäde Dr. Kurt Hirschfeldt musste im November 1942 in Berlin untertauchen und konnte nur durch die Hilfe zahlreicher Helfer überleben. 

Heinz Gützlaff gab Kurt Hirschfeldt seine eigene Kennkarte, Hirschfeldts Foto wurde eingefügt und so wurde er zu „Heinz Gützlaff“.

Dieser gefälschte Ausweis wird in der Gedenkstätte Stille Helden gezeigt, in der die Feierstunde zur Ehrung der beiden Gerechten stattfand.

Kurt Hirschfeldt überlebte in unterschiedlichen Verstecken. Ab Januar 1945 bis zum Ende des Krieges beherbergte ihn der bekannte deutsche Filmschauspieler Hans Söhnker in seinem Wochenendhaus am Wünsdorfer See in der Nähe von Zossen/Brandenburg. In den Jahren 1943 und 1944 hatte Söhnker dort auch die verfolgten Juden Ludwig Lichtwitz und Werner Scharff erstreckt.

Botschafter Jeremy Issacharoff überreichte die Yad Vashem-Medaille und die Ehrenurkunde an die Tochter und den Sohn von Heinz Gützlaff, Dr. Kathrin Reiher und Franz Gützlaff. Für Hans Söhnker nahm seine Urgroßnichte, die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau, die Ehrung entgegen (siehe Foto).

Der Cousin von Kurt Hirschfeldt, Walter Frankenstein, war aus Stockholm angereist um an der Ehrung teilzunehmen. Hans Söhnker hat auch ihm geholfen, die Shoah in der Illegalität zu überleben. Walter Frankenstein hatte den Antrag auf Anerkennung für die beiden „Gerechten“ in Yad Vashem gestellt.

Botschafter Issacharoff erklärte in seiner Rede, es handele sich bei der Geschichte nicht um eine „Geschichte der Verzweiflung, es ist eine Geschichte der Inspiration, es ist keine Geschichte der Schuld, es ist eine Geschichte des Stolzes.“

Quelle: http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Gerechte-unter-den-V%C3%B6lkern-geehrt-071118.aspx


Israel ehrt Dr. Andor Cziller und Anna Zeitler als „Gerechte unter den Völkern“

Anna Zeitler und Dr. Andor Cziller sind am vorigen Donnerstag in München posthum (nach ihrem Tod) als „Gerechte unter den Völkern“ gewürdigt worden.

Die Auszeichnung, die das Jerusalemer Holocaust-Gedenkzentrum Yad Vashem vergibt, wurde von der israelischen Generalkonsulin Sandra Simovich gemeinsam mit der bayerischen Kultusstaatssekretärin Carolina Trautner an Familienangehörige der beiden Retter überreicht.

BILD: Generalkonsulin S. Simovich und Georg Zeitler, Enkel von Anna Zeitler (Foto: © StMUK)

Die Generalkonsulin hob bei der Veranstaltung hervor:

„In Israel war es von Anfang an wichtig, bei der Erinnerung an die ermordeten Juden auch die nicht-jüdischen Retter hervorzuheben. Es ist mir daher eine große Ehre, heute diese bedeutende Ehrenauszeichnung meines Staates posthum an Anna Zeitler und Dr. Andor Cziller zu vergeben.

Ich möchte ganz offiziell, aber auch persönlich, Danke sagen für Ihre Zivilcourage, menschliche Werte jederzeit hoch zu halten. Ich kann Ihnen versichern, wir werden Sie nicht vergessen. Sie sind als Vorbilder im Gedächtnis unseres Staates verewigt.“

HIER die Rettungsgeschichten:

Anna Zeitler (1896 – 1977):
Bei Kriegsausbruch lebte die jüdische Familie Szlamkiewicz in der polnischen Stadt Krzepice. Die Söhne Josef und Shlomo wurden 1940 deportiert. Sie überlebten einige Arbeitslager und den Todesmarsch vom KZ Blechhammer, einem Außenlager des Vernichtungslagers Auschwitz, ins KZ Groß-Rosen, von wo aus sie mit einem Zug in das KZ Buchenwald transportiert wurden.

Im März 1945 wurden Josef und Shlomo mit anderen Häftlingen von Buchenwald aus auf einen weiteren Todesmarsch geschickt. Eines Nachts gelang den beiden die Flucht und sie versteckten sich im Wald. Die SS verfolgte sie und Josef gelang es, einen SS-Mann zu überwältigen. Er trug nun dessen Uniform und Waffe, und da er Deutsch sprach, taten die Brüder so, als sei Josef der Bewacher des Häftlings Shlomo. 

So erreichten sie den Bauernhof von Anna Zeitler in Wiesau, die ihnen zu essen gab und einwilligte, sie in der Scheune unterzubringen. Obwohl sie sehr bald herausgefunden hatte, dass Josef und Shlomo verfolgte Juden waren, versteckte und versorgte Anna Zeitler die beiden drei Wochen lang – bis zur Befreiung durch die Amerikaner – und rettete ihnen so das Leben.

Die Ehrung nahm der Enkelsohn von Anna Zeitler, Georg Zeitler, entgegen. Es reisen zudem 18 Angehörige der beiden geretteten Brüder Josef und Shlomo aus den USA an, darunter ihre Kinder, Enkel und Ur-Enkel.

Dr. Andor Cziller (1908 – 1974):
Die jüdische Familie Csillag lebte in Budapest. Aufgrund der antijüdischen Gesetze musste Tibor Csillag im Jahr 1941 sein Geschäft nominell an den Christen Dr. Andor Cziller übergeben. 

Nachdem die NS-Truppen Ungarn im März 1944 besetzt hatten, versuchte Andor Cziller, die Familie Csillag vor der Deportation zu bewahren. Er gab ihnen die persönlichen Ausweisungsdokumente seiner Familie. Außerdem mietete er eine Wohnung in einem Vorort von Budapest, in die er mit dem Ehepaar Tibor und Erzebet Csillag, ihrer kleinen Tochter Lidia sowie Erzebets Schwester Magdola Gaspar einzog.

Bis zur Befreiung durch die russische Armee lebten die vier verfolgten Juden mit falscher Identität mit ihrem Retter Dr. Cziller in der Wohnung zusammen. Dank seiner Hilfe konnten sie den Holocaust überleben.

Schließlich verliebten sich Andor Cziller und die gerettete Magdola Gaspar, sie heirateten und bekamen eine Tochter. Die Familien des Retters und der Geretteten sind somit verwandt.

Die Tochter von Dr. Andor Cziller, Andrea Rothe, nahm die Ehrung für ihren Vater entgegen.  Die Familie der Geretteten reiste mit fünf Personen aus Großbritannien an, darunter eine 1936 geborene Überlebende.

Quelle: Botschaft des Staates Israel – Link zur Newsletter-Meldung: http://newsletter.israel.de/i/4O3ojirJtfu-OmADsQUWnr08LitXUW29eu35ZNT8tvE


Israel würdigt Judenretter Josef und Maria Otten als „Gerechte unter den Völkern“

In Düsseldorf sind am vergangenen Montag Josef und Maria Otten posthum (nach ihrem Tod) als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt worden. Die Auszeichnung von Yad Vashem fand im Rahmen einer Festveranstaltung statt, bei der das 70-jährige Bestehen des Staates Israel gefeiert wurde. 

BILD: Der Enkelsohn der Geehrten, Günther Otten, mit Botschafter J. Issacharoff (Foto: Landtag NRW)

Emanuel Nooitrust war Jude und mit der Christin Emma Schaaf verheiratet. Die beiden lebten in Essen und hatten drei Kinder. Emanuel Nooitrust hatte im Ersten Weltkrieg als Soldat für Deutschland gekämpft. Er wurde verwundet und kehrte mit Auszeichnung aus dem Krieg zurück.

Da er mit einer „Arierin“ verheiratet war, war Emanuel Nooitrust während des NS-Regimes zunächst vor der Deportation geschützt. Doch im Sommer 1944 erhielt auch er den Deportationsbefehl. In seiner Not wandte er sich an seine Nichte Bertchen, die Tochter seines Bruders Salomon.

Bertchen fragte ihre Schwägerin Maria und deren Mann Josef Otten in Düsseldorf, ob sie Emanuel verstecken können. Das Ehepaar Otten entschied, dem verfolgten Juden Nooitrust zu helfen. Neun Monate lang versteckten sie ihn im Keller ihres Hauses und versorgten ihn mit Lebensmitteln. Sie riskierten ihr eigenes Leben, um ihn zu retten. Mit Hilfe des Ehepaars Otten konnte Nooitrust den Holocaust überleben. 

Nach dem Ende des Krieges schrieb der Gerettete eine Erklärung:
„Ich, Emanuel Israel Nooitrust, geboren am 19. März 1885 in Essen, bestätige hiermit, dass Herr Josef Otten aus Düsseldorf (der Schwager meiner Nichte) mich neun Monate versteckt gehalten hat, als die Gestapo mich ins KZ schaffen wollte. Auch hat er mich in der Lebensunterhaltung unterstützt, da ich keine Lebensmittelkarte erhielt.“ 

Günther Otten, der die Auszeichnung stellvertretend für seine 1959 und 1979 verstorbenen Großeltern Maria und Josef Otten entgegennahm, sagte bei der Ehrung:

„Dass einmal meinen Großeltern nach so vielen Jahren diese Ehrung und Aufmerksamkeit zuteil werden würde, hätten sie zu ihren Lebzeiten nie zu träumen gewagt. Meinen Großeltern war sicher nicht bewusst, dass ihr Handeln als stille Aufforderung verstanden werden kann, sich einzumischen, wenn Menschlichkeit gefordert ist. Liebe Großeltern, das habt ihr gut gemacht. Für mich seid ihr ein Vorbild.“

Emanuel Nooitrusts Urenkelin Alexandra Nooitrust nahm ebenfalls an der Ehrung teil.

Quelle und vollständige Meldung hier: http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Gerechte-unter-den-Volkern-geehrt-Otten.aspx