ZAR: Schwester Ines Sancho enthauptet und zerstückelt – Satanisten als Täter?

Die Gegend, in der die spanisch-stämmige Schwester Inés Nieves Sancho am 20. Mai enthauptet und in Stücke geschnitten wurde, war „relativ ruhig“. Das sagte Weihbischof Jesús Ruiz Molina von Bangassou in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) der Presse.

Ruiz schließt nicht aus, dass die 77-jährige Schwester ein Opfer satanischer Riten wurde, „die in der Region häufig vorkommen“. Einheimische vermuten, dass der Mord Teil eines Menschenopfers war, um Glück bei der Suche nach Diamanten zu haben. Organe von Weißen gelten dabei als besonders „effektiv“.

Die Verbrecher drangen nachts ins Zimmer von Schwester Inés ein, zerrten sie aus dem Bett und führten sie in ihre Näherei. Dort wurde sie erstochen.

Die aus Spanien stammende Ordensfrau gehörte zur französischen Gemeinschaft der Töchter Jesu von Massak. Sie war 27 Jahre lang in Afrika, wo sie jungen Mädchen das Nähen beibrachte.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.gloria.tv/article/TYSR37789PCu2wB1aA33DR2pN


ZAR: AI-Bericht über „Zwangsbekehrungen“ von Muslimen zweifelhaft

Verwunderung über Bericht von „Amnesty International“

Drei führende Geistliche aus der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) – ein Muslim und zwei Christen – sind am 19. August am Genfer Sitz der Vereinten Nationen mit dem Sergio-Vieira-de-Mello-Preis ausgezeichnet worden. Sie hatten sich angesichts der Gewaltexzesse in ihrem Land zusammengeschlossen, um für ein friedliches Miteinander von Christen und Muslimen einzutreten und Wege zur Versöhnung zu ebnen. 76aa47d054

Ihr Beispiel sowie einige der jüngeren Entwicklungen in dem Land am Äquator geben Anlass zur Hoffnung für die gebeutelte Bevölkerung.

Sicherheitslage deutlich verbessert

Reverend Nicolas Guérékoyamé-Gbangou (Präsident der Evangelischen Allianz in der ZAR), Monsignore Dieudonné Nzapalainga (Katholischer Erzbischof von Bangui) und Imam Omar Kobine Layama (Präsident des Islamischen Rates der ZAR) gaben gegenüber World Watch Monitor an, die Sicherheitslage in der ZAR habe sich deutlich verbessert, obwohl es in einigen Gebieten weiterhin zu gewaltsamen Übergriffen komme. Insgesamt würden sich die Verhältnisse im Land aber normalisieren.

Überrascht zeigten sich die drei Geistlichen über einen Ende Juli von Amnesty International veröffentlichten Bericht über die ZAR. Darin werden Zwangsbekehrungen von Muslimen angeprangert und beklagt, zahlreiche Muslime würden seit der Rückkehr in ihre Dörfer in den westlichen Landesteilen am Ausüben ihrer Religion gehindert.

Zweifelhafter AI-Bericht dient nicht der Verständigung

Alle drei Religionsvertreter, auch der muslimische, äußerten ihre Sorge, dass derartige Berichte ihre Bemühungen um Versöhnung unterminieren könnten. Sie seien von den Autoren des Berichtes nicht befragt worden.  305fe9127f

„Wir erleben zurzeit, dass die Bevölkerung sich wieder vermischt. In Bangui und anderen Orten sind Muslime nicht länger gezwungen, in Ghettos zu leben, wie es während der Krise zum Teil der Fall war. Sie können ungehindert ihren Geschäften nachgehen“, kommentierte Imam Layama den Bericht.

Bischof Dieudonné Nzapalainga ergänzte: „Ich möchte daran erinnern, dass ich auf dem Höhepunkt der Krise Imam Layama Zuflucht bei mir gewährt habe. Tausende Muslime sind in Kirchen aufgenommen worden, und selbst in PK5 wurden in einigen Moscheen Christen versteckt. Wenn Extremisten Gewalttaten begehen, distanzieren wir uns davon. Glaubensfreiheit ist eine Realität in der ZAR.“

Hintergrund: Im Dezember 2012 hatten zunächst islamistische Seleka-Rebellen weite Teile der ZAR erobert und dabei das Land mit brutaler Gewalt und Plünderungen überzogen. Häufig kam es zu gezielten Übergriffen gegen Christen, Kirchen und Pastoren. Als Gegenbewegung formierten sich die oft fälschlich als „christlich“ bezeichneten Anti-Balaka, die gezielt gegen Muslime kämpften. Open Doors organisierte mehrere Versöhnungskonferenzen, führt weiterhin Schulungsprojekte durch und steht den zahlreichen traumatisierten Opfern der Übergriffe durch Trauma-Seminare bei.

Quelle: Hilfsorganisation „Open Doors“


ZAR: Christen werden gezielt angegriffen

Zentralafrikanische Republik: Christen fühlen sich allein gelassen

Christen sind im Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) weitaus mehr von den Kämpfen und Unruhen betroffen als Muslime. Das geht aus einer neuen Gefährdungsanalyse hervor, die das christliche Hilfswerk Open Doors nun vorgestellt hat.

Über die besondere Gefährdung von Christen in der ZAR wird demnach zu oft hinweggesehen, da sich internationale Medien in der Regel auf die allgemeinen religiösen Spannungen konzentrieren. 305fe9127f

Im vergangenen Oktober unterstützte Open Doors eine Tagung christlicher Leiter, das in ein Hilfeersuchen an die internationale Gemeinschaft mündete. Darin wird die Sorge geäußert, dass seit dem Staatsstreich im März 2013 besonders Christen zur Zielscheiben wurden, was auch belegt wird.

Im Dezember versammelten sich Christen aus Protest gegen die Herrschaft Djotodias am Flughafen der Hauptstadt Bangui. Djotodia war aus dem Umsturz als neuer Präsident hervorgegangen, musste allerdings auf Druck der zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft und des tschadischen Präsidenten Déby am 10. Januar zurücktreten.

Nach Meldungen über die Enthauptung von Kindern berichtete das Kinderhilfswerk UNICEF am 30. Dezember, die Gewalttätigkeiten seien „auf einen barbarischen neuen Standard herabgesunken“.

Open Doors International zufolge haben sich sowohl ehemalige Séléka-Rebellen als auch Anti-Balaka-Angehörige der Verletzung von Menschenrechten schuldig gemacht; falsch ist es aber, von ihrem Konflikt als einem Kampf zwischen muslimischen und christlichen Gruppen zu sprechen.

Open Doors International zitiert aus einer Stellungnahme zentralafrikanischer Bischöfe: „Wir bedauern die Berichte, die Anti-Balaka als christliche Gruppe beschreiben. Die Anti-Balaka setzen sich aus Teilen der Bevölkerung zusammen, die von den zahlreichen Übergriffen der Séléka-Rebellen genug haben.“ 

Rebellen sind meist Islamisten aus dem Ausland

Die islamistischen Motive der Séléka-Gruppen sind klar, zumal diese Rebellen zu 95 % aus Muslimen bestehen. Nur etwa 10% der Rebellen haben die Staatsangehörigkeit der ZAR. Die große Mehrheit der Gruppe besteht aus islamistischen Kämpfern aus den Nachbarländern Tschad und Sudan.

Die Analyse zur Gefährdungslage der Christen zeigt auf, dass in dem Konflikt mindestens 13 Pastoren ermordet und viele christliche Kirchen, Häuser und Schulen niedergebrannt wurden, während Muslime und muslimische Einrichtungen weitgehend verschont blieben.

Pastor Guerengbo erklärte gegenüber Open Doors:

„Sowohl katholische und protestantische Kirchen als auch Christen im Allgemeinen sind in dem Konflikt am stärksten gefährdet. Muslime in besetzten Städten sind besser geschützt. Zudem werden islamische Leiter im Gegensatz zu christlichen Leitern von den Séléka-Rebellen respektiert und geehrt.“

Quelle: Open Doors

Foto: HMK