Auch wenn christliche Traditionen zunehmend (ver)schwinden: Das Kreuz lebt!

Von Peter Helmes

Das bayerische Landeskabinett hat beschlossen, daß ab Juni dieses Jahres in jeder Behörde in Bayern ein Kreuz hängen muß. Dies soll nach Ansicht der bayerischen Staatsregierung die „geschichtliche und kulturelle Prägung“ Bayerns zum Ausdruck bringen und ein „sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung“ sein.

Bayern handelt damit gegen den Trend. Immer mehr christliche Symbole verschwinden aus dem öffentlichen Leben. Aber nun steht ein Mann auf und sagt „Halt! – wir bekennen uns zu unserer christlichen Tradition!“

Dieser Mann ist Markus Söder, der neue Ministerpräsident Bayerns. Schnappatmung bei den Linken und reflexartige Angriffe auf den Verursacher sind das Echo.

Der anti-christliche oder zumindest falschverstandene „christliche“ Wahnsinn hat Methode.

Das Schlimmste vorweg: Gegen das Herzeigen des Kreuzes wehren sich auch lautstark einige Kirchenmänner – und das ist skandalös! Doch der Päpstliche Nuntius in Österreich, Peter Zurbriggen, hebt sich von den Reihen der Verirrten ab und erklärt, er schäme sich für Kardinal Marx und dessen deutsche Kollegen, die lieber nicht zu viele Kreuze sehen wollten: „Das ist eine Schande!“

Ein föderales Mißverständnis: Söders Kreuz? – Unser Kreuz! Unsere Heimat!

Komme mir niemand mit dem Vorwurf, das sei doch nur ein Wahlkampfmanöver der CSU – ein Lied, das vor allem die politisch und kirchlich Korrekten jetzt ganz laut singen. Ja und? Und wenn – was wäre daran verwerflich? Die so argumentieren, verdecken nur noch schwach, daß sie offenbar nicht bereit sind, unseren Gauben zu verteidigen. Auch wenn´s um Wahlkampf ginge – das Ergebnis wäre immerhin eine Rückbesinnung auf das Kreuz – das wichtigste Symbol des Christentums!

Und noch etwas: Könnte man sich vorstellen, daß ein Aythollah – der Vergleich mit einem Kardinal sei erlaubt – erkläre, er wünsche öffentlich keinen roten Halbmond oder kein Minarett zu sehen, weil er die Christen nicht provozieren wolle? Wie lange hätte dieser Ayathollah noch zu leben? Ein Moslem läßt sich sein Bekenntnis zu Allah nicht verbieten. Schämt Euch, Ihr Christenfeiglinge!

Eine schwache Aufführung der katholischen Kirche in Deutschland! Deshalb kam, was erwartbar war: Die „geneigten Medien“ eilten den Schwach-Christen zu Hilfe. Schwupps gab es eine Umfrage in ganz Deutschland – mit dem (gewollten) Ergebnis, Söders Vorstoß fände keine Mehrheit. Kaum jemand erkannte die Hinterlist: Gefragt wurde in ganz Deutschland, also auch dort, wo das Christliche vielleicht noch 3 Prozent ausmacht.

Viel wichtiger ist jedoch, was die Menschen in Bayern darüber denken und nicht jene in den anderen Bundesländern, die es gar nicht betrifft. Die Frage hätte lauten sollen: „Wollen Sie, daß bei denen, die schon länger hier leben, die alten, tradierten Symbole bleiben dürfen?“

Die befragten Bayern haben deutlich ihre Meinung geäußert: große Zustimmung für das Kreuz in öffentlichen Gebäuden des Freistaats. Da scheinen wohl die Bürger beständiger zu sein als die Wackelpuddings aus dem Klerus.

Es geht doch gar nicht um „alle staatlichen Behörden in Deutschland“, sondern nur um die bayerischen. Natürlich kann man unterschiedlicher Meinung sein, ob diese beabsichtigte Zeichensetzung angemessen ist oder nicht. Unstrittig ist aber, daß bei vielen Menschen heute eine tiefe Verunsicherung und Befürchtung existiert, die Heimat könnte beschädigt werden oder ganz verloren gehen. Auf diese Ängste will Söder mit den Kreuzen reagieren.

Wir leben hier in einem christlichen Abendland. Weshalb sollten jetzt in Ämtern keine Kreuze hängen dürfen?

Bemerkenswert aber erscheint mir die Beachtung, die dem Symbol der abendländisch-christlichen Kultur als Teil bayerischer Lebensart derzeit zuteil wird. Seit Jesus am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Welt, ist das Kreuz das Zeichen und der Inhalt des Christentums schlechthin. Ein noch religiöseres Symbol gibt es nicht. Es ist ein Zeichen sowohl für unseren Glauben als auch für unsere kulturelle Identität.

Kein Wunder, daß sich die Linken aller Couleur jetzt aufregen!

Noch einmal Klartext: Nicht Söder spaltet, sondern derjenige, der Massenmigration unkontrolliert zuläßt und seine Kreuze aus falscher Toleranz und Feigheit verschwinden läßt – sowohl aus Gerichten, öffentlichen Gebäuden als auch auf dem Tempelberg.

Bei vielen Kirchenmenschen scheinen mir die Maßstäbe verrutscht zu sein. Das Kreuz muß im Mittelpunkt stehen, nicht die Anpassung an dessen Gegner! Nur so kann eine Spaltung der Kirche verhindert werden.

Und noch etwas: Für viele Menschen nicht allein in Bayern symbolisiert das Kreuz Heimat – das Umfeld, die Region, das Land, in dem ich mich wohlfühle und in dem meine „Muttersprache“ (aha!) gesprochen wird.

Man muß Markus Söder dankbar sein: Sein „Kreuzzug“ eröffnet die Gelegenheit, eine längst überfällige Diskussion zu beginnen. Es geht um das Verhältnis von Staat und Kirche, es geht um eine grundlegende Debatte um das Fundament unseres Staates!

Söders Antwort ist klar: Für ihn sei das Kreuz „in erster Linie ein religiöses Symbol“. Es gehöre „aber auch zu den Grundfesten des Staates“. Es habe eine „identitätsstiftende, prägende Wirkung für unsere Gesellschaft“. Söder sagte, er wundere sich, daß „wir über Toleranz für andere Religionen reden und uns nicht trauen, zu unseren eigenen Werten, unserer eigenen Religion zu stehen“.

Ein würdeloser bischöflicher Kniefall vor dem Islam: Kardinal Marx kritisiert Söders Kreuz-Anordnung. Es sei deshalb „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“ entstanden, sagte der oberste Katholik hierzulande der „Süddeutschen Zeitung“.

Ihm sei entgegnet: „Es reicht, Eminenz, es reicht! Das Kreuz für sich selbst verleugnen (siehe Tempelberg), aber diejenigen, die das Kreuz verteidigen, aburteilen? –  Wenn ich Sie beim Wort nehmen darf: Sie haben Ihre Philippika gegen die Kreuzesfreunde auch damit begründet, das Kreuz sei „ein Zeichen des Widerspruchs gegen Sünde, Gewalt gegen andere Menschen usw. – aber kein Zeichen gegen andere Menschen.“

Einverstanden, Eminenz. Aber warum schießen Sie sich selbst von hinten durch die Brust ins eigene Bein? Denn wenn Sie mit Ihrer Begründung Recht haben, ist das Kreuz-Herzeigen gerade richtig!

Genau verstanden ist – um Ihre Gedanken aufzunehmen – das Kreuz ein Zeichen des Widerspruchs gegen Christenverfolgung, gegen die gewaltsame Versklavung und grausame Abschlachtungen von Mensch und Tier, gegen Sünden wie Zwangsehen, Kinderehen, Vielehen und so weiter.

Hätten Sie das Kreuz so verstanden, wäre ich wieder Ihr Freund. So aber kann ich als höflicher Mensch nur noch den Kopf schütteln über so viel kirchenfürstliche Borniertheit.

Papst Johannes Paul II würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er die Verleugnung des Kreuzes durch führende deutsche Bischöfe hätte miterleben müssen. Von ihm stammt das eindringliche Wort: „Sie können uns Katholiken alles nehmen – nicht aber das Kreuz!“

Deshalb sei Kardinal Marx zugerufen:

„Kehren Sie um, Eminenz! Geben Sie den Gläubigen Halt im Zeichen des Kreuzes, aber treten Sie sie bitte nicht ins Kreuz! Treten Sie aus den Reihen der Kreuzverleugner aus. Sie haben schon viel Schaden angerichtet. Das aber könnten Sie korrigieren, wenn Sie Ihre Pflicht als Oberhirte ernstnehmen.“

AUSZUG aus einem ausführlicheren Artikel von Peter Helmes – hier: https://conservo.wordpress.com/2018/05/09/die-verunsicherte-kirche-der-bischof-und-der-tritt-ins-kreuz/

Advertisements

„Forum Deutscher Katholiken“ besorgt über politische & kirchliche Fehlentwicklungen

Zum Abschluss seiner Mitgliederversammlung in Fulda hat das Forum Deutscher Katholiken am Sonntag, dem 18. März 2018, eine Erklärung beschlossen, in der deutliche Kritik an politischen, gesellschaftlichen und auch innerkirchlichen Tendenzen geäußert werden.

Die Mitglieder der katholischen Laienbewegung prangern u.a. an, dass die Politik „Werte und Fundamente der Gesellschaft“ schleife und so in weiten Teilen der Bevölkerung zu Verunsicherung beitrage.

Als Beispiel nannten die Laienvertreter neben dem Ansinnen nach Aufhebung des Werbeverbots für die Straftat der Abtreibung  auch den Bruch des grundgesetzlich zugesicherten Schutzes für Ehe und Familie durch den Staat.

Wörtlich formulierten die Laien der katholischen Kirche in Deutschland: „Die verheerende demographische Entwicklung unseres Volkes, die sich immer deutlicher im Mangel an Lehrlingen und Fachkräften zeigt, die auch mit der Tötung von ungeborenen Kindern zu tun hat, wird politisch nicht angegangen.“

Ein weiteres Thema der Erklärung sind Probleme, die aus der ungesteuerten illegalen Einreise  einer großen Zahl Migranten in die Bundesrepublik  Deutschland entstehen. In Fulda forderten die Katholiken die Bundesregierung auf, Fluchtursachen zu bekämpfen und die Waffenexporte zu reduzieren. Im selben Atemzug wurde auf den desolaten Zustand der Bundeswehr hingewiesen, die nicht in der Lage sei, „die Landesverteidigung zu gewährleisten“.

Statt sich dieser drängenden Probleme anzunehmen, befasse sich die Politik damit, die Nationalhymne zu „gendern“,  bemängeln die Laien aus dem gesamten Bundesgebiet.

Innerkirchlich beobachten die Mitglieder des Forums mit großer Sorge eine „Entwertung der Sakramente“  beispielsweise durch den Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz zum Empfang der hl. Kommunion durch nicht-katholische Ehepartner oder auch die medienwirksamen Äußerungen einiger Bischöfe zur Segnung homosexueller Partnerschaften.

Den Bischöfen und Priestern, die sich weiterhin der Lehre der Kirche verpflichtet fühlen und mit gutem Beispiel vorangehen, danken die Laien von der Basis ausdrücklich für deren Standhaftigkeit.

Die Erklärung endet mit einem Appell:

„Das ,Forum Deutscher Katholiken‘ ruft alle katholischen Christen auf, die sich der Wahrheit Jesu  Christi verpflichtet fühlen, weiterhin standhaft und mutig für ihre Überzeugungen einzutreten und nicht den Verlockungen des Zeitgeistes zu folgen.

Wir bemühen uns, authentische Christen  zu sein und versuchen, im Glauben fest verwurzelt zu leben und uns nicht beirren zu lassen. Das kann nur gelingen, wenn wir selbst im Glauben brennen, versuchen, ihn an andere weiterzugeben und damit Orientierung für sie zu sein.

Als ,kleine Herde‘ sind wir bereit, durch unser Gebet und unseren aktiven Einsatz mitzuhelfen, unserer Kirche und Gesellschaft wieder Hoffnung zu vermitteln.“


Koalitionsvertrag als Horrorkatalog: Wird aus unserem Rechtsstaat jetzt ein Linksstaat?

Von Peter Helmes

Wohin driftet unser Land? Da faseln manche immer noch etwas von „rechts der Mitte“ oder „links der Mitte“. Merken die Leute nicht, daß es nur noch „links“ gibt – inklusive einer sozialdemokratisierten Union? Die alte Mitte gibt´s nicht mehr. Unsere neue Mitte ist links.  

Der gerade vereinbare Koalitions-Vertrag – unter dem Vorbehalt der Basis-Zustimmung in der SPD – umfaßt kaum noch konservativ-liberale Positionen und kommt eher einem Horrorkatalog gleich.

Dazu gehören – wenn auch zuweilen blumig umschrieben – eine weitere politische Gewichtsverschiebung nach Brüssel und vor allem die Beförderung vieler „linker“ Projekte wie der Ausbau der „Kinderbetreuung“ (d. h. realiter: Entmündigung der Eltern), „Gleichstellung“ aller möglichen Partnerschaftsformen, Energiewende, Masseneinwanderung, Ausbau des Kontrollstaates (Maas bleibt wohl Justizminister) etc. – also insbesondere Themen, die der Zeitgeist diktiert.

Als Konsequenz eines solchen erneuten Schubs nach links droht die Abwanderung weiterer Mitglieder des konservativen und liberalen Flügels der Union – entweder ins Ausland oder hin zu den Nichtwählern oder zur AfD. Sie werden dieser Republik die „innere Kündigung“ aussprechen, sofern sie es nicht schon vorher getan haben. Diese Menschen sind und waren bisher die Leistungsträger und Stabilitätsgaranten unserer Gesellschaftsordnung.

Die FAZ von heute kommentiert scharf und zutreffend:

„Für die Bürger dürfte die neue Regierung eine der teuersten aller Zeiten werden. Die Ausgabenwünsche der Sozialpolitiker dominieren, die haushaltspolitische Vernunft kam unter die Räder. Früher gehörten Finanz- und Wirtschaftspolitik zum Markenkern der Union, heute nicht mehr. Die CDU wurde von einer 20-Prozent-Partei über den Tisch gezogen. Alle zentralen Ressorts gehen an die SPD oder die CSU. Ist das der Preis dafür, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt?“

Das Handelsblatt ergänzt:

„Den Preis für Merkels Machterhalt zahlen ihre eigene Partei, die Wirtschaft und schwer enttäuschte Bürger – einen zu hohen Preis, wie selbst viele in der CDU meinen. Die SPD hat sich in vielen kleinen Punkten durchgesetzt, die vor allem für die Wirtschaft und die Leistungsträger teuer werden. Die Wirtschaft wird mit jährlich fünf Milliarden Euro allein durch die paritätische Finanzierung der Krankenkassen belastet. Die Leistungsträger sehen nichts von den im Wahlkampf versprochenen 15 Milliarden Euro Steuerentlastung jährlich.“

Die Totengräber der Marktwirtschaft

Kein Zweifel – Deutschland wird jetzt noch linker. Der Verlauf der Sondierungsgesprächeund schließlich die Koalitionsvereinbarung im Bund lassen keine andere Interpretation zu. Unser Land ist auf dem Weg zum verlockenden Arbeiterparadieszu einem hohen Preis: 

Aus dem Rechtsstaat Deutschland wird ein Linksstaat.

Heute scheint alles links und „öko“ – was dasselbe ist und obendrein „politisch korrekt“. Der Zeitgeist bläst die Backen auf. „Mehr Pragmatismus!“ lautet die Parole – hinter der sich der „neue Mensch“, die „neue Gesellschaft“ verbergen, deren Geburtsurkunde den Stempel der Frankfurter Schule trägt.

Offenbar ruft niemand mehr: „Mehr Werte!“. Die „wertegebundene“ Union – eine Geschichte von vorgestern. „Liberale Werte“? Die vertritt heute jeder – was übrigens eine liberale Partei überflüssig macht. Die Grünen, einst auf ihre Art wertegebunden, haben ihre Werte an alle anderen Parteien abgegeben und suchen nach einem neuen Kompaß. Sie erlagen längst den Verlockungen der Pfründen – wie die „etablierten“ Parteien.

Die SPD hat ihre alten sozialdemokratischen Werte verraten. Arbeiter-Partei ist sie schon lange nicht mehr, Frauen-Partei auch nicht. Und die Jugend ist ihr ganz abhandengekommen. „Werte“, so scheint es, haben ausgedient.

Hauptsache: „Wir sind Kanzler!“

Die „Macherin“ Merkel ist der gelebte Pragmatismus, Werteorientierung stört da nur. Man sollte aber nicht vergessen, daß sich ein Verzicht auf Visionen und die Bevorzugung eines „Herumwurschtel-Stils nach Lage und Umfragen“ irgendwann bitter rächen wird. Allerdings werden nicht wir Jetzigen die bittere Rechnung bezahlen müssen, sondern unsere Enkel, Urenkel sowie deren Kinder und Kindeskinder. 

Die SPD ist durch die Bundestagswahl und ihren unsäglichen Kanzlerkandidaten gedemütigt, und die von Merkel ohne Fundament, aber „pragmatisch“ geführte Union verliert die letzte Glaubwürdigkeit – unterstützt vom CSU-Obertaktierer Seehofer („Drehhofer“).

Aber allen ist gemeinsam: Sie sind auf der linken Seite der politischen Werteskala angekommen.

Neue Politik wird nicht mehr im Finanz- oder Wirtschaftsbereich betrieben, sondern in der Gesellschaftspolitik, das heißt: Verteilen neuer Segnungen  –  und Vernichtung unserer bewährten Werte. Von der Leyen, Seehofer, Laschet, Altmaier und Merkel auf der Unionsseite sowie z. B. Nahles, Gabriel, Lauterbach, Schwesig etc. auf der SPD-Seite (Schulz können wir wohl vergessen) überboten sich in der Erfindung neuer Wohltaten, was sich nun in der Koalitionsvereinbarung wiederspiegelt.

Die CDU hat – wie nahezu alle Parteien – über viele Jahre hinweg ihre innere Struktur sowie ihr äußeres Erscheinungsbild geändert. Allein mit „Rechtsruck“ oder „Linksruck“ oder (grünem) „Neo-Liberalismus“ ist das alles nicht hinreichend zu beschreiben. Eher schon mit unbedingtem Machterhalt durch Anpassung sowie Aufgabe von fundamentalen Grundwerten und bisher geltenden traditionellen Überzeugungen.

Im Linkskartell angekommen

Kaum hatten die Koalitionsvorgespräche angefangen, war bereits die Richtung klar. Wochenlang gingen die verantwortlichen SPD-Politiker einer Sonderaufgabe nach: Sie formulierten die Bedingungen, unter denen die Partei das ungeliebte Bündnis mit den Christdemokraten überhaupt wagen wollten. Sie legten ihre Forderungslatte hoch, sehr hoch, was die Union ihr allerdings zum Entsetzen ihres rechten Flügelchens erleichterte. 

Die SPD brauchte nur die Lücken zu füllen, die ihr eine scheinbar ideenlose Union ließ. Für ihre mageren 20,x Prozent bei der Bundestagswahl erhielten sie gefühlte 70,x Prozent bei den Koalitionsverhandlungen und vor allem bei den Ministerien.

Daß sich die Sozis diese Chance nicht nehmen ließen, kann man ihnen wohl kaum zum Vorwurf machen. Die SPD schaffte es, den Eindruck zu erwecken, sie habe die Bundestagswahl haushoch gewonnen und könnte nun ihre Ziele diktieren. Die Union hat brav „geliefert“ – nämlich sich dem Sozialismus ausgeliefert. Nun ist auch unsere Nation „geliefert“

Die SPD erhebt (unausgesprochen, aber höchst wirksam) nichts weniger als den Führungs- bzw. Gestaltungsanspruch für unser Land – vom Bund bis zur Gemeinde. Die sozialdemokratische Handschrift ist überall sichtbar.

Eine Gegenposition der Union gefällig? Nix gehört! In der Union war von „Flügelschlagen“ oder Gegensteuern nichts zu vernehmen – eher im Gegenteil. Die Verhandlungsführer der CDU/CSU fühlten sich offensichtlich im Kreis der Umverteiler wohl und ließen sich bereitwillig große Teile des künftigen Koalitionsvertrages diktieren.   

Zudem läßt der Koalitionsvertrag erkennen, daß die beteiligten Parteien nicht im Entferntesten wirtschafts- und zukunftsorientiert sind. Zehn Jahre ohne Steuerstrukturreform für Unternehmen sind eine große Bürde in einer Welt, in der andere Industrieländer ihre Wirtschaft entlasten, um sie im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu halten.

Die Union zahlt einen hohen Preis

Die CDU unter prägender Führung durch Angela Merkel muß sie sich darüber klar sein, daß sie hierfür einen hohen Preis zahlt und auch noch auf viele Jahre wird zahlen müssen. Die unkritische Übernahme linker SPD-Forderungen hat die alten Unions-Grundwerte „Freiheit-Gerechtigkeit-Solidarität“ sowohl inhaltlich als auch in ihrer Rangfolge völlig verändert. Die frühere Rangfolge lautete: Freiheit zuerst! – dann an zweiter Stelle: Gerechtigkeit für alle Bürger – und dann erst Solidarität! Heute ist es umgekehrt – wobei die Freiheit zunehmend auf der Strecke bleibt.

Der SPD gelang das Spiel, weil die Union die Taktik der Gegenseite offensichtlich nicht ernst genug nahm, nämlich die Koalitionsverhandlungen unter den Vorbehalt eines Mitgliederentscheids zu stellen. So konnten die SPD-Gesandten seelenruhig jede Problembehandlung zu ihren Gunsten drehen nach dem Motto: „Ach, liebe Unionsfreunde, wir würden ja gerne, aber wir wissen ja leider nicht, ob unsere Parteibasis mitmacht. Deshalb wäre es besser, wenn Ihr uns noch ein wenig entgegenkommen könntet…“

Die Unionsvertreter sind noch nicht einmal auf die bewährte Gegentaktik verfallen, die sich angeboten hätte, nämlich zu verlangen, daß jeder neuen Ausgabe ein entsprechender Sparbeschluß entgegengesetzt werden müßte.

Aber es fehlt(e) auch an der marktwirtschaftlichen Gesamtlinie. Die Forderungen der SPD sind samt und sonders marktfeindlich. Den Ton diktiert die öffentliche Hand: Mehr Staat, weniger privat. In der Arbeits- und Sozialpolitik legen SPD – und mit ihr große Teile der Union – die Axt an den Wirtschaftsstandort Deutschland.

* Mehr Geld fließt nicht in Investitionen, die die Zukunft unseres Landes sichern sollten, sondern in mehr bzw. neue Sozialleistungen, die geprägt sind von sozialistischen Utopien und fantastischen „Gerechtigkeitsvorstellungen“. Der Arbeitsmarkt wird überreguliert, die Bildungspolitik sorgt dafür, daß unsere Kinder verdummen etc.

Fazit. Die Union hatte ihre einstige Wirtschaftskompetenz bereits an der früheren rot-grünen Garderobe abgegeben und die letzten Fetzen jetzt an der schwarz-roten – zugunsten einer ökonomischen Linksverschiebung, die auf lange Sicht die Richtung unseres Staates bestimmen wird.

Die Totengräber unserer Gesellschaftsordnung

Zu Unrecht wird in der politischen Debatte von „weichen Themen“ gesprochen. In Wirklichkeit bestimmen diese Themen das Wohl (und Wehe) einer freien Gesellschaft. Falsch ausgelegt, fördern sie die Zerstörung unserer Gesellschaftsordnung und die Freiheit des selbstbestimmten Individuums.

Fakt ist, daß Merkel – vorher aber auch schon Helmut Kohl – die Achse der CDU immer mehr nach links verschoben hat und verschiebt. Es geht nicht allein um ethische Fragen, sondern auch um das „C“ im Namen. Der Niedergang der Union begann, als Kohl ausgerechnet die „Wende“ (1982) ausrief, aber damit anfing, die CDU nach links zu drehen, ihre Werte zu entwerten. Man könnte auch sagen, die Partei zu „ent-ideologisieren“:

Ur-christliche Elemente wurden zuerst nach hinten gedrängt, letztlich ganz verdrängt. Das fängt bei PID an und hört bei Abtreibung auf, das nimmt seine Fortsetzung in Billigung (Förderung?) allerlei Genderunfugs bis zum Entwerten der Ehe. Das geht von „so wenig Staat wie möglich“ zu „mehr Staat“ (= staatlicher Bevormundung) usw.

Dreh- und Angelpunkt der Zukunft unseres Landes und seiner Bürger ist die Bildung. Ohne Bildung keine ordentlichen Berufschancen, ohne Bildung keine ausreichende Elite, ohne Elite stirbt das Land. Wir brauchen wieder Schulen, die das kleine Einmaleins und die Grundrechenarten lehren. Schulen, die die Geschichte unseres Vaterlandes nicht auf „Auschwitz“ einengen oder lehren, wie man Respekt versagt und Autorität negiert. Was derzeit aus den Schulen und Hochschulen auf uns losgelassen wird, ist beschämend ungebildet und läßt uns im internationalen Wettbewerb „alt“ aussehen.

Das Ende der traditionellen Familie

Eine ungezügelte „Gleichstellung“ hat dazu geführt, daß kleinste Minderheiten (LSBTTIQ usw.) den politischen Ton bestimmen. Und am schlimmsten: Sie führt dazu, daß die Familie als Keimzelle und Rückgrat der Gesellschaft zerstört wird. Ehe und Familie werden zu Freiwild, Tötung Ungeborener („Abtreibung“) und „Sterbehilfe“ zur Norm.

Die Erziehung wird weitestgehend an den Staat delegiert, damit möglichst beide Elternteile mit ihrem Broterwerb Steuer- und Sozialversicherungsabgaben erwirtschaften können. Die „DDR“ läßt hier besonders grüßen. (Daß damit das Recht auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder den Familien weggenommen wird, sei nur am Rande hinzugefügt.)

Kinder werden bald nach ihrer Geburt in der staatlichen Krippe abgeliefert und verbleiben, so sie später studieren, rund 24 – 26 Jahre in der „öffentlichen Hand“: Kinderkrippen, Kindertagesstätten (Kitas), allerlei Schulformen (Grundschule, Gesamtschule, Ganztagsschule) und dementsprechend Grundstudium und Hauptstudium. Haben sie das alles durchlaufen, sind sie im Sinne der Frankfurter Schule sozialisiert, also indoktriniert.

Entwertung der deutschen Staatsbürgerschaft

Die nostalgische Verklärung der APO-Zeit als eine Art „lustiger Abschnitt“ der noch kurzen Geschichte unserer Republik verkennt die verheerenden Auswirkungen der Ideen und des Wirkens der 68er: Das Abwürgen unseres nationalen Selbstverständnisses und unserer Tradition, die Zerstörung der traditionellen Werte, die eine Gesellschaft zusammenhalten und unser Land stark gemacht haben. Das Nationalgefühl wird bekämpft mit dem Ziel der Abschaffung Deutschlands. „Nie wieder Deutschland“ ist heute in weiten Teilen der politischen Gesellschaft Grundkonsens.

Die deutsche Staatsbürgerschaft wird entwertet, wenn es nach dem Wille der rot-schwarzen Koalition geht. Die offene Entwertung durch Verleihung unserer Staatsbürgerschaft an nahezu alle, die „mühselig und beladen“ sind, also Asylanten, Scheinasylanten, Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen usw. – Hauptsache, sie gehören einer fremden Welt oder einer nichtchristlichen Religion an.

Hinzu kommt die Entwertung der deutschen Staatsbürgerschaft durch Politiker, die unserer Nation den Kampf angesagt haben. Selbst eine deutsche Bundestags-Vizepräsidentin (Claudia Roth) trägt offen deutschfeindliche Züge – und wir nicken dazu und zahlen üppige Diäten. So begeht eine Nation Harakiri.

Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde und wird noch durch eine weitere Entwicklung entwertet, nämlich der Übertragung von immer mehr Verantwortung auf internationale (nicht deutsche) Institutionen wie Europäische Union, UNO, Weltbank, Weltwährungsfonds etc.

Ein „Weltklimarat“ schreibt uns demnächst vor, wie wir zu atmen haben. (Die Professorin und frühere deutsche Bildungsministerin (!) Annette Schavan spricht in einem Akt klimatischer Verirrung gar von „CO2-freien Städten“ – als ob Städte und Pflanzen ohne Kohlendioxid leben könnten.)

Den natürlichen Autoritäten – also z. B. Eltern, Familie, Lehrer, Kirchen – wird, wie oben schon beschrieben, weitgehend die Fähigkeit zur Erziehung abgesprochen; sie werden ersetzt durch „Sozialbetreuer“, „Streetworker“, „Kitas“ etc.

Die Ordnungskräfte des Staatswesens werden verhöhnt und zur Jagdbeute der Systemzerstörer. „Soldaten sind Mörder“ und sowieso überflüssig. Aus „Polizisten“ werden „Bullen“. Randalierer werden geschützt, laufengelassen. Die Aggressionen gegen die Polizisten steigen stetig. Die Politik schaut zu, wie die Autorität der Polizei ständig weiter untergraben wird. Jeder Angriff auf einen Polizisten ist aber ein Angriff auf Staat und Gesellschaft.

Fazit: Unsere Gesellschaftsordnung ist nicht nur gefährdet, sie ist in weiten Bereichen bereits unterhöhlt bzw. zerstört. Der Linkstrend reißt tiefe Wunden in die Gesellschaft.

FORTSETZUNG des Artikels von Peter Helmes hier: https://conservo.wordpress.com/2018/02/08/erneut-groko-deshalb-kuendigung-eines-konservativen-an-seinen-linksstaat/

 

 


Haben wir heute zu kämpfen verlernt?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Das Wort „kämpfen“ in der Überschrift wird heute als völlig deplatziert angesehen. Wer will in einer Spaßgesellschaft noch kämpfen? Wer ein solches Wort noch in seinem Vokabular führt, verurteilt sich selbst zur Erfolglosigkeit. Er begeht gesellschaftlichen Selbstmord. Dabei ist mit „kämpfen“ immer an eine geistige Auseinandersetzung gedacht. 

Vielleicht würde noch das Wort „aufklären“ oder „verteidigen“ akzeptiert werden. Diesen Begriff haben wir noch im gängigen Sprachgebrauch, z.B. bei einem Fußballmatch, in dem einige Spieler das eigene Tor vor gegnerischen Bällen schützen. Doch der Kampf der 22  Kicker in der Fußballarena hat mit dem Lebensgefühl der Zuschauer nichts gemeinsam.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum deutscher Katholiken“

„Kämpfen“ beschreibt heute nur mehr die Lebensrealität einer kleinen Elite im Sport, Showgeschäft, in der Politik, in Unternehmen und großen Verbänden. Dort wird mit harten Bandagen gekämpft. Und dann gibt es noch die kleine Schar derer, die gegen die anthropologische Revolution in der Gesellschaft, konkret für das Leben und die Würde aller Menschen, gegen Abtreibung, Genderideologie etc. einen heroischen Kampf führt.

Verpönt ist das Wort „Kampf“ auch in der Kirche. Wo kämpfen das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend oder die katholischen Frauenverbände, wenn der Glaube der Kirche zur Diskussion steht?

Die Kultur des Relativismus ist in diesen Gremien fest etabliert. Von ihr sagte Joseph Kardinal Ratzinger am 18. April 2015:

„Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus abgestempelt, wohingegen der Relativismus, das sich ‚vom Windstoß irgendeiner Lehrmeinung Hin- und -Hertreiben Lassen‘ als die heutzutage einzige zeitgemäße Haltung erscheint.

Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Gelüste gelten lässt“.

Also segelt man lieber in den genannten Gremien mit dem Rückenwind des Zeitgeistes, als gegen den Wind der veröffentlichten Meinung anzukämpfen. Selbst bei den Hirten haben wir, abgesehen von den bekannten Ausnahmen, Zweifel, ob ihnen die massive Fahnenflucht der Gläubigen schlaflose Nächte bereitet.

Muss man sich darüber wundern?

Wir haben in der Bundesrepublik Deutschland 72 Friedensjahre hinter uns. Die Christen wurden – sieht man von Schikanen oder gesellschaftlicher Zurücksetzung ab – nicht verfolgt. Das letzte Mal wurden Katholiken hierzulande in den 12 Jahren der Naziherrschaft geprüft. Wir kennen nicht die genaue Zahl derer, die für ihren Glauben gekämpft, ihren Arbeitsplatz verloren haben, in KZ’s gesteckt oder zur „Frontbewährung“ abkommandiert wurden. Was uns bekannt ist, sind die rund 4000 polnischen, deutschen und französischen Priester, die in KZ’s umgebracht wurden.

72 Friedensjahre sind eine lange Zeit, die zur Bequemlichkeit, zur Anpassung an den jeweiligen Zeitgeist und auch dazu führt, zu „leben, als ob es Gott nicht gäbe“ (Joh. Paul II.).

Die Statistiken der Kirchenaustritte und der Gottesdienstbesuche sprechen eine beredte Sprache. Diese Erscheinung ist nicht auf unsere Zeit beschränkt. Das zeigt sich, wenn wir in der Kirchengeschichte zurückblättern.

Bis zum Mailänder Toleranzedikt Kaiser Konstantins im Jahr 313 wurden sieben, nach anderen Studien zehn Christenverfolgungen gezählt. Schon damals ging die Bereitschaft, für den Glauben einzustehen, zurück, wenn der Abstand zwischen zwei Verfolgungen groß war. Trotzdem stieg die Zahl der Gläubigen insgesamt an, weil das Beispiel der Märtyrer Faszination auslöste.

Das Leitwort des größten Missionars der Kirche, des heiligen Paulus, stand ihnen immer vor Augen: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet und den Glauben bewahrt“.

Auch die christdemokratischen Parteien haben sich in den letzten Jahrzehnten von dem getrennt, was der Machterhaltung im Weg steht. Kardinal Meisner hat einmal geäußert: „Eine christdemokratische Partei kann in der heutigen säkularisierten Gesellschaft keine Mehrheit mehr erringen“.

Die christlichen Parteien auf nationaler und auf EU-Ebene haben daraus ihre Konsequenzen gezogen, wie Vladimir Palko in seinem Buch „Die Löwen kommen“ schreibt: „Die christlichen Parteien und die christlichen Politiker des Westens haben sich bei der Wahl zwischen der Treue zu christlichen Prinzipien und einem größeren Anteil an Macht entschieden – und zwar für die Macht“. (S. 184)

Was bleibt also zu tun in dem Kampf „zwischen den Kräften der anthropologischen Revolution und dem Christentum, zwischen der Kultur des Lebens und der Kultur des Todes. Und gerade in diesem Kampf ist das christliche Engagement in eine Krise geraten“. (Vladimir Palko, Die Löwen kommen, S. 480).

Palko gibt „zehn Gebote bzw. Ratschläge“. Davor ist das Wort von Papst Leo XIII. gesetzt: „Christen sind zum Kampf geboren“.

Was steht in der heutigen Zeit dem „Kämpfen“ im Weg? Es sind Verunsicherung und die Frage, wofür man kämpfen soll.

Es heißt, wir leben in einer Zeit der Veränderungen. „Veränderung“ ist ein viel zu harmloses Wort. Tatsächlich erleben wir Revolutionen, Damm- und Kulturbrüche – und das bei gleichzeitiger Orientierungslosigkeit, Desinformation und einem Ansehensverlust der religiösen, staatlichen und rechtlichen Autoritäten.

Das muss näher erklärt werden:

Jeder erkennt die Veränderungen durch Computer und Smartphones, die Kinder, Jugendliche und auch Ältere faszinieren. Sie haben das Kommunikationsverhalten – bis in die Kinderzimmer hinein – revolutioniert.

Jeder hat schon von dem Fortschritt in der Medizin erfahren oder ihn an sich selber erlebt. Vielleicht aber kennt nicht jeder die gentechnologischen Möglichkeiten, die dazu führen, dass Designer-Babys mit den gewünschten Eigenschaften produziert werden und homosexuelle Partnerschaften per Samenspende und Leihmutterschaft ihr „Recht auf Kinder“ realisieren können.

Künstliche Befruchtung ist bei uns ebenso wie die Samenspende erlaubt, wenn sie nicht anonym erfolgt. Die beiden Kirchen haben am 6. Mai 2017 die „Woche für das Leben“ unter das Thema gestellt „Kinderwunsch – Wunschkind – Designer-Baby“. Die medizinischen Wissenschaften ermöglichen neue technische Verfahren, aber „kein Orientierungswissen mit Blick auf ethische Grenzen und Fragen der Menschenwürde“ (AZ, 27.4.2017).

Mit dieser technischen Revolution stehen wir mitten in der anthropologischen Revolution, die damit Hand in Hand geht. Die bisherige verfassungsmäßig anerkannte, eine Gesellschaft tragende Institution der Ehe als einer Verbindung von Mann und Frau, die für den Fortbestand einer Gesellschaft unersetzlich ist und die deswegen den besonderen Schutz des Staates im Rücken hatte, ist seit dem Bundestagsbeschluss vom 30. Juni 2017 zur „Ehe für Alle“ ausgehebelt worden.

Das stellt einen Kultur- und Dammbruch dar, der in der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 28.6.2017 so kommentiert wurde:

„Wie Menschen zusammenleben, wer sich in wen verliebt und wer mit wem dauerhaft eine Beziehung eingeht, geht den Staat nichts an. Er hat nur dafür zu sorgen, dass alle tatsächlich gleich behandelt werden. Angela Merkel hat spät, aber nicht zu spät erkannt, dass das Nein der Union zur Homo-Ehe nicht mehr zeitgemäß und somit nicht länger zu halten ist“.

Journalisten haben offensichtlich aus ihrer Sicht nicht einen Informationsauftrag, sondern einen Meinungsbildungsauftrag.

Der Weg zur „Ehe für Alle“ ist durch die allmählich rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe von Mann und Frau geebnet worden. Diese Kulturrevolution wurde durch die Genderideologie forciert. Die Genderideologie wurde durch die letzte Bundesregierung als Querschnittsaufgabe im Koalitionsvertrag – übrigens ohne eine Parlamentsdebatte – installiert und zieht inzwischen u.a. in der Sexualaufklärung an staatlichen Pflichtschulen unter der Bezeichnung der „sexuellen Vielfalt“ ihre Kreise.

Kernpunkt dieser Ideologie ist es, dass der Mensch autonom sein Geschlecht selbst bestimmt. Die Einebnung der Geschlechter macht Debatten, die auf Unterschiede der Geschlechter zurückzuführen sind, überholt, weil gegenstandslos.

Die anthropologischen Revolutionen werden lt. Umfragen von der Bevölkerung mehrheitlich akzeptiert. Was sind die Gründe dafür?

Ist es Resignation, weil das, was technisch möglich ist, ohnehin nicht zu verhindern sei und über kurz oder lang politisch und rechtlich abgesegnet würde. Ist es Kurzsicht, weil die Folgen solcher Dammbrüche gar nicht abzuschätzen sind? Ist es „hilflose Gleichgültigkeit“? Ist es das Resultat des Relativismus? Das ist das Credo unserer Zeit, wonach es keine absolute Wahrheit gibt, weil alle Meinungen als gleichwertig und gleichrangig anzusehen sind.

Wie kann sich aber ein gläubiger Christ in einer solchen Welt orientieren? Katholiken denken zunächst an das kirchliche Lehramt. Das üben in den Diözesen die Nachfolger der Apostel, d.h. die Bischöfe aus. Ihre Autorität ist aber beeinträchtigt.

Die Ursachen dieses Autoritätsverlusts reichen weit zurück. Zu nennen sind die sog. „Königsteiner Erklärung“ als Antwort auf das päpstliche Schreiben „Humanae Vitae“ Pauls VI., die Einbindung  –  außer einst Erzbischof Dyba  –  in die staatliche schwangeren Konfliktberatung zur rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung, das Schweigen zu Häresien an theologischen Fakultäten, zu einem defizitären Religionsunterricht, zur Genderideologie etc..

Diese Vorgänge lähmen das Engagement für die Kirche, weil sich viele „heimatlos“ in der Kirche sehen und fragen: was gilt noch?

Aber: Für jeden Katholiken gibt es auch heute eine klare und verbindliche Orientierung im Katechismus der katholischen Kirche (KKK) vom 11. Oktober 1992, den Kardinal Ratzinger im Auftrag von Papst Johannes Paul II. geschaffen hat.

Niemand ist ohne Kompass! Es ist auch zu bedenken, wenn wir uns nicht mehr für den Glauben einsetzen, dann lassen wir auch jene Christen im Stich, die verfolgt werden und unser Beispiel brauchen, um durchzuhalten.

Es sind weltweit mehr als 220 Mio., die in Ländern leben, in denen ihnen grundlegende Rechte vorenthalten werden und die schlimme Formen von Diskriminierung erleiden. Wenn wir resignieren, entmutigen wir auch jene, welche sich für eine christlich geprägte humane Kultur auf Talkshows angiften lassen und die für ihre Überzeugung zu einer friedlichen Demo auf die Straße gehen, z.B. Gabriele Kuby, Birgit Kelle, Hedig von Beverfoerde oder Alexandra Linder.

Wir sollten uns schon fragen, was heute auf dem Spiel steht. Es sind unser christlicher Glaube, unser Verständnis von Ehe und von einer christlich geprägten humanen Kultur.

Es ist das, was der durchaus kirchenkritische Schriftsteller Heinrich Böll einmal so ausgedrückt hat:

„Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen Welt vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: Für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache; und mehr noch als Raum für sie: Liebe für die, die der heidnischen Welt nutzlos erschienen und erscheinen“.


Bischof Bode & Co: Die „Lebenswirklichkeit“ als neue theologische Erkenntnisquelle?

Daß Osnabrücks Bischof Bode nun über eine kirchliche Segnung homosexueller Paare nachdenken will, kann nicht überraschen. Überraschen kann höchstens, daß der hochwürdige Herr es bei seinem Vorschlag nicht mit den üblichen „pastoralen Erwägungen“ belassen hat, sondern tiefer in das eingestiegen ist, was er für Theologie auf der Höhe der Zeit hält.

Schon seit längerem gilt die „Lebenswirklichkeit“ vielen Zeitgeist-Theologen als Erkenntnisquelle – gleichberechtigt mit der Heiligen Schrift und weit vor jeder Tradition.

Nun erweitert der Bischof diesen unglückselige Konzept auf die politische Realität: Die Politik hat die Homoehe nun mal beschlossen – da muß die Kirche springen. Nicht aus Zwang, sondern aus Einsicht. Und die Einsicht, die die politische Realität dem stellv. Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz offenbart hat, ist:

„Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten. Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?“

Da wird sich Bodes Amtsvorgänger Paulus von Tarsus aber wundern.

Doch damit war zu rechnen, nachdem das sog. Zentralkomitee der dt. Katholiken (ZdK) bereits im vergangenen Sommer mit ähnlichen Vorstellungen hervorgetreten war.

Aus bischöflichen Kreisen war damals zwar verhaltener Widerspruch laut geworden, aber es ist ja nicht so, daß das ZdK und die Bischofskonferenz nicht auf vielfache Weise miteinander verknüpft wären.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: http://www.summorum-pontificum.de/themen/glaubenskrise/1253-zeugnisse-der-apostasie-i.html

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Über Gnade und Auftrag, Würde und Bürde des Priestertums

Gedanken von Pater Lothar Groppe SJ
anläßlich seines 90. Geburtstags    
                                                

Niemand ist groß vor seinem Kammerdiener. Dieses alte Wort will sagen, daß der gewisse Nimbus, der Menschen in bestimmten Stellungen wegen ihres Amtes oder gesellschaftlichen Ranges umgibt, vor dem Auge derer, die Tag für Tag um sie herum sind, oft in ein Nichts zerstiebt. Fehler und Schwächen werden da offenbar, die andere für gewöhnlich nicht sehen, weil sie den Träger des Amtes nur im Rampenlicht, nicht aber hinter den Kulissen erblicken.

Am 16. August 1938 weckte ein Militärkonzert um 7 Uhr morgens meinen Vater zu Ehren seines Geburtstages. Der Standortälteste hatte nicht bedacht, daß zu jener Zeit Urlaub und Ferien waren und wir alle etwas länger schlafen konnten.

Alle stürmten zum Fenster, um die Huldigung entgegenzunehmen. Mein Vater zog hastig seinen Uniformrock an, er mußte ja für das Platzkonzert danken. Meine Mutter und wir Kinder konnten uns das Lachen kaum verbeißen, denn unterhalb des Uniformrocks guckte das Nachthemd hervor. Schließlich ging alles gut, die Soldaten hatten nichts bemerkt und bekamen in der Küche noch jeweils einen Schnaps. Für uns war diese Situation besonders bemerkenswert, denn sonst sahen wir den Vater nur im Glanz der Uniform.

Dieses Erlebnis widerfuhr mir auf andere, aber analoge Weise mit Priestern in allen Garnisonen. Meine Eltern und natürlich auch wir Kinder hatten stets engen Kontakt zu den Priestern. Das wurde vom damaligen Regime mit Argwohn und Mißtrauen betrachtet.

BILD: Buchtitel über den Widerstands-General Theodor Groppe, den Vater des Autors

Ein katholischer General mit der höchsten Kriegsauszeichnung, die nur selten verliehen wurde, besuchte stets in Uniform den Gottesdienst, um die Katholiken in der Treue zu ihrem Glauben und ihrer Kirche zu bestärken. Für das Regime war dieser Offizier der „schwarze General“ oder –  weniger freundlich – der „katholische Hund.“

Für die Gläubigen standen Priester als Leitbilder religiösen Strebens in hohem Ansehen. Die Geistlichen selber erlebten ihre Mitbrüder aber oft anders als Außenstehende, nämlich als Menschen wie andere, mit denselben Fehlern und Schwächen wie ihre Beichtkinder. Das liegt daran, daß der Priester zunächst Mensch ist.

Der hl. Paulus hebt dies ausdrücklich im Hebräerbrief  hervor, wo er sagt, daß selbst der Sohn Gottes, Jesus Christus, in allem als Mensch erfunden wurde, ausgenommen die Sünde.

Als Mensch ist der Priester Bruder all derer, die ihm vom HERRN anvertraut wurden – und er bleibt Mensch, auch wenn er erwählt wurde zu heiligem Dienst.

Es gibt nicht wenige, die am Menschlichen im Priester Anstoß nehmen, wenn er im Auftrag Gottes vor sie hintritt. Der inzwischen seliggesprochene Bischof Graf von Galen war in den Jahren als Pfarrer in  Berlin und Münster ein leidenschaftlicher Raucher. Zu Beginn der Fastenzeit versuchte er, das Rauchen aufzugeben. Aber schon sehr bald baten ihn seine Kapläne, doch wieder zu rauchen, denn ohne Dampf sei er schwerer zu ertragen.

BILD: Dieses Sachbuch hat Pater Groppe in seinem 89. Lebensjahr herausgebracht

Auch der noch unvollkommene Seelsorger verkündet den Glauben, der die Welt überwindet, der zum ewigen Leben führt. Und obwohl selber Sünder, der des göttlichen Erbarmens bedarf, vermittelt er Gnaden, die aus Sündern und Verlorenen  Heilige und Erlöste macht.

Es ist wiederum tröstlich, zu wissen, daß auch Priester oft schwer an den eigenen Fehlern, Unvollkommenheiten und Sünden zu tragen haben. Es gibt Seelen, die unerfüllt hungern und dürsten nach einem Priester, in dem Christus, der HERR, lebt – und sie finden oft nur einen bloßen Menschen. Dann wenden sie sich enttäuscht wieder ab, denn bloße Menschen finden sie anderswo auch.

Starke Menschen, die vor Gesundheit strotzen, verachten leicht die Kränklichen. War Petrus sich nicht allzu sicher vor seiner dreimaligen Verleugnung des HERRN?

Dem Priester ist das göttliche Wort anvertraut. Es ist etwas Erschreckendes um diesen Auftrag, denn er muß das Wort verkünden, ob gelegen oder ungelegen – und die Menschen  haben es bisweilen nicht gern, wenn der Priester im Namen Gottes vor sie hintritt. Vergessen wir nicht, daß etwa viertausend Welt- und Ordenspriester wegen ihres kirchlichen Auftrags von den Schergen des NS-Regimes in Konzentrationslagern  ermordet wurden.

Es ist verständlich, wenn manchem Priester bang werden will, wenn er erfaßt, wozu er bestellt ist. Heißt ihn doch Gott  reden von dem, was er  selber  nur halb begriffen hat. Und in seinen besten Stunden ist er zutiefst darüber beschämt, daß der HERR gesagt hat: „Wer euch hört, der hört mich und wer euch verachtet, der verachtet mich.“

Die Menschen wollen oft etwas ganz anderes von uns hören als die Botschaft, die wir zu verkünden haben. Sie sind leicht ärgerlich und gelangweilt, wenn man immer wieder jene Worte sagt, die in die Ewigkeit Gottes hineinwirken, deren Wert man nicht verhandeln kann auf den Börsenmärkten der Welt.

Doch Priester müssen das Gotteswort verkünden, unbeirrt von Menschengunst und Menschenlaune  – und wehe ihnen, wenn sie es nicht tun. Wehe ihnen, wenn sie  vom Wort Abstriche machen, um bei den Menschen anzukommen, denn sie müssen einmal Rechenschaft ablegen von dem Auftrag, den ihnen der HERR anvertraut hat.

Bischof Karl Lehmann war einst Gast in einer „Wetten daß“-Show  von Thomas Gottschalk. Der damalige Mainzer Oberhirte war davon so angetan, daß er den Sunnyboy des Fernsehens einlud, beim Aschermittwochsgottesdienst der Künstler zu sprechen. Dabei fühlte sich Gottschalk ganz zu Hause.

Es ging um die Frage, ob christliche Verkündigung unterhaltenden Charakter haben könne. Gottschalk hatte die Lösung parat: „Unterhaltung ist, wenn keiner wegläuft.“ –  Ihn habe es als kleinen Jungen schon fasziniert, daß Jesus stundenlang, ja sogar zweimal zu tausenden Menschen gesprochen habe und niemand weggegangen sei.

Allerdings  vergleicht Gottschalk Äpfel mit Birnen. Eine Show ist etwas anderes als die Verkündigung des Wortes Gottes. Eine Show will Spaß bereiten, die Zuschauer amüsieren. Das ist zwar legitim. Aber es ist nur eine Art der Unterhaltung, die den Menschen nicht zum ewigen Heil hinführt.

Johannes der Täufer und auch der gütige Gottessohn Jesus wollten nicht unterhalten, sondern den Ernst der Nachfolge hervorheben. Das  Evangelium ist eine Forderung zum Wesentlichen: „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Im Gegensatz zur Show ist Christentum eine Herausforderung, die dem Ungläubigen als blanker Unsinn erscheint (vgl. 1 Kor 1, 18). Das mußte auch Jesus erfahren: Bei der Brotvermehrung, die für die Menschen so etwas wie eine Show war, zeigten sich die Leute begeistert. Von der Nachfolge wollten sie aber nichts wissen.

Das flotte Sprüchlein von der „fröhlichen Botschaft“ klingt zwar recht „locker“, hat aber mit den einschneidenden Anforderungen des Evangeliums wenig zu tun. Man denke etwa an die Seligpreisungen und Weherufe bei Lukas 6, 20 ff.

Nach dem Zweiten Vatikanum wurden in einzelnen Bistümern Synoden gehalten, die überlegen sollten, wie die Liturgie so gestaltet werden könnte, daß sie den modernen Menschen besser zum Verständnis der Gottesdienste hinführen könne. So wurde etwa in der Diözese Aachen ein Arbeitskreis für die Verkündigung gegründet. Ihm gesellte sich ein Theologieprofessor dazu, der Anregungen für die Meßgestaltung erhoffte. Auf seine Frage, was an der Verkündigung verbessert werden müsse, der Inhalt oder die Form, wurde ernüchternd erklärt: Beides.

Dennoch gibt es auch immer wieder Menschen, die aus der Verkündigung das Wort Gottes heraushören, in deren Herz das Wort Frucht bringt, obwohl nur er es sagt, obwohl er das Wort unzulänglich  verkündet.  

Dazu erzählte eine katholische Frau: Unser Pfarrer ist fromm und eifrig, aber seine Gedankengänge sind oft schwer nachzuvollziehen. Aber ich bin noch aus keinem Gottesdienst nach Hause gegangen, aus dem ich nicht einen Gedanken, eine gute Anregung bis zum nächsten Gottesdienst empfangen hätte.

Diese Frau hat sich vom Wort Gottes ansprechen lassen. Sie hat etwas getan, was ich unseren Gottesdienstbesuchern empfehlen möchte. Frauen, die öfter religiöse Vorträge besuchen, sind leicht dazu geneigt, beim sonntäglichen Mittagessen festzustellen, was der Pfarrer hätte besser machen können. Beim nächsten Gottesdienst sah der 15jährige Sohn, was die Mutter ins Körbchen gelegt hatte – und  meinte: „Für 50 Cent, Mama, kannst du beim besten Willen nicht mehr verlangen.“

Schließlich ist dem Priester das sakramentale Opfer anvertraut, die unblutige Feier des Kreuzesopfers Christi. Hier ist der HERR inmitten seiner Gemeinde, die der Priester hinführt vor den Thron der Gnade, damit in der Gemeinschaft mit dem HERRN Gott, dem allmächtigen Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Ehre und Verherrlichung zuteil werde.

Und wenn der Priester in diesem heiligen Amt am höchsten über alle Menschen erhoben ist,  muß er zutiefst hineinwachsen in dieses Opfer, um sich im Dienst Gottes für die Menschen zu verzehren. Denn nicht dafür, daß er erhoben würde, ward ihm die Vollmacht über den Leib und das Blut Christi anvertraut, nicht einmal zur Mehrung der eigenen Frömmigkeit, sondern damit Heil werde den vom Herrn Erlösten.

Mensch ist der Priester, Künder des göttlichen Wortes, Vollzieher des Opfers Christi. Dies ist sein Los, ganz nahe zu sein bei Gott. Ein seliges und furchtbares Los zugleich. Selig, weil Gott allein selig ist; furchtbar, weil es der Mensch nur schwer aushält im erschreckenden Glanze Gottes.

So ist es nicht verwunderlich, daß aus dem Beruf des Priesters Spannungen entstehen, daß die hohe Berufung auch die Gefahr tiefen Falles in sich birgt. Die Gefahr, daß der Priester sich über die anderen erhebt; der Mitleidslosigkeit mit den Sündern, wo er doch selber des göttlichen Erbarmens bedarf; die Gefahr der Flucht vor Gott, in die uns vertrautere Nähe der Menschen, um bei ihnen Trost zu suchen, während doch der HERR allein ihm Kraft und Heil sein sollte; die Gefahr eines armseligen Kompromisses zwischen Gott und der Welt, des Versuchs, durch billige Mittelmäßigkeit mit der Überforderung des priesterlichen Berufes fertig zu werden.

Wenn man dieses selige und zugleich furchtbare Los des Priesters erwägt, könnte man erschrecken, weil einst in jugendlicher Begeisterung begonnen wurde, was kein Mensch allein vollenden kann. Aber wir dürfen auf die göttliche Gnade vertrauen, die der HERR allen, die er erwählt hat, schenken wird. Denn er, der seine Priester berufen hat, ist getreu und er wird keinen über seine Kräfte versucht werden lassen. Wir aber müssen bei der Feier des heiligen Opfers für und miteinander beten, daß alle Berufenen aushalten im göttlichen Dienst.

Der Bischof von London fragte einmal den berühmten Schauspieler Freddy Quinn: „Wie ist es möglich, daß wir mit den erhabenen Wahrheiten meist nur geringen Eindruck machen, während ihr Schauspieler mit euren Dichtungen auf der Bühne so viele Leute bewegt?“ –  „Das kommt wohl daher”, entgegnete Quinn, “daß wir von erdichteten Dingen wie von wahren sprechen, die Prediger dagegen von den wahren wie von erdichteten.“

Es scheint, daß letztlich – wie auch zur Zeit Jesu –  nur relativ wenige Menschen bereit sind, das Wort Gottes anzunehmen. Der HERR sprach von der kleinen Herde. Billige Mätzchen und Gags, die ohnehin schnell verbraucht sind, dürften auf Dauer niemanden gewinnen. Gewiß ist das Evangelium Frohbotschaft, aber zur Show nicht geeignet. Wichtiger als die Frage ob sie heute noch „ankommt“, ist, ob die Verkünder der Frohen Botschaft bereit sind, gelegen oder ungelegen das zu verkünden, worauf es ankommt. Es ist nicht die Aufgabe der Kirche, ihre Mitglieder zu beschäftigen oder zu unterhalten, sondern sie zu Gott zu führen.

In einer mittelalterlichen Handschrift aus Salzburg erfahren wir, was die Menschen vom Priester erwarten:

+ Ein PRIESTER muss sein: +
+ ganz groß und ganz klein +
+ vornehmen Sinnes wie aus Königsgeschlecht +
+ einfach und schlicht wie ein Bauernknecht +
+ ein Held, der sich selbst bezwungen +
+ ein Mensch, der mit Gott gerungen +
+ ein Quell von heiligem Leben +
+ ein Sünder, dem Gott vergeben +
+ ein Herr dem eignen Verlangen +
+ ein Diener der Schwachen und Bangen +
+ vor keinem Großen sich beugend +
+ zu dem Geringsten sich neigend +
+ ein Schüler vor seinem Meister +
+ ein Führer im Kampf der Geister +
+ ein Bettler mit flehenden Händen +
+ ein Herold mit goldenen Spenden +
+ ein Mann auf den Kampfesstätten +
+ eine Frau an den Krankenbetten +
+ ein Greis im Schauen +
+ ein Kind im Trauen +
+ nach Höchstem trachtend +
+ das Kleinste achtend +
+ bestimmt zur Freude +
+ vertraut dem Leide +
+ weitab vom Neide +
+ im Denken klar +
+ im Reden wahr +
+ des Friedens Freund +
+ der Trägheit Feind +
+ feststehend in sich +
+ ganz anders als ich . . .
Betet für mich!

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Zeitschrift „Theologisches“ (Nov./Dez. 2017)

 


Queere Fanatiker verunglimpfen Dr. Berger und Dr. Weidel als schändliche „Homophobe“

„Titel der Schande“ für zwei konservative Homosexuelle

Die homosexuell-queere Aktivistengruppe „Enough is enough“ (= Genug ist genug) aus Berlin macht seit Jahren durch  – gelinde gesagt – ungewöhnliche Aktionen von sich reden. Das fanatische Team legt sich am liebsten mit Andersdenkenden im eigenen Lager an, also mit konservativen oder zumindest nicht-linken Lesben und Schwulen.

Denn eines ist mal klar im Reiche vieler „Berufs-Homos“ und im queer-gegenderten Funktionärskartell:

Meinungsfreiheit ist ein Luxus, der absolut nicht angesagt ist – und bei Zuwiderhandeln gibt es Prügel, zumindest verbale – oder eben einen jährlichen „Titel der Schande“.

In diesem Jahr „traf“ diese Würdigung der besonderen Art die beiden homosexuellen Querdenker Dr. David Berger und Dr. Alice Weidel (siehe Fotos).

Daß die AfD-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag nicht zu den Lieblingen der linken Szene gehört, erstaunt wenig. Weder macht sich die lesbische Dame für die Homo-Ehe stark (das AfD-Parteiprogramm wendet sich ohnehin ausdrücklich dagegen) – noch gehört sie zu jenen fanatischen „Queeribans“, die ihren Genderwahn für das Gelbe vom Ei halten.

Auch der liberal-konservative Philosoph und Islamkritiker Dr. David Berger, der auf seinem Internetblog „Philosophia perennis“ mehrfach kritische Stimmen zur Homo-Ehe zu Wort kommen ließ, der zudem deutliche Stellungnahmen gegen linksextreme Umtriebe in Deutschland veröffentlicht und die Asylpolitik der Kanzlerin skeptisch unter die Lupe nimmt, paßt nicht in das simple, linksgrün gestrickte Weltbild von „Enough is enough“.

Daher will die Gruppe diesen beiden Persönlichkeiten den Unwürden-Titel „Miss und Mr. Homophobia“ verleihen.

Natürlich können die so „Geehrten“ damit nicht nur gut leben, sondern auch gut lachen  – schließlich ist man Kummer gewohnt  in den eigenen Homoreihen. Mit Dr. David Berger wurde übrigens zum ersten Mal ein Mann zu den Negativ-„Siegern“ der queeribanen Umfrage gekürt. 

Heute morgen gab die übereifrige Meute ihren Lesern online bekannt:

„Ihr habt sie gekürt: Die offen lesbische AfD-Politikerin und der offen schwulen Publizisten und Theologen sind die Gewinner*innen des „Titels der Schande“. An der finalen Abstimmung zum Titel nahmen 9339 Menschen teil. Mit 31,66% der abgegebenen Stimmen gewann David Berger haushoch.

Auf Alice Weidel entfielen immerhin noch 19,8% aller Stimmen. Mit 15,2% landete Vorjahressiegerin von Beverfoerde auf dem dritten Platz. 13,9% aller Stimmen bekam die Bundeskanzlerin, Beatrix von Storch noch 9,92% und Alexander Gauland 9,43% der abgegebenen Stimmen.“

Beatrix von Storch und Alexander Gauland gehören bekanntlich zum AfD-Vorstand (Schreck laß nach), Merkel zwar beileibe nicht, doch sie hat im Bundestag gegen die Homo-Ehe gestimmt (daß dies wohl nur aus wahltaktischen Gründen geschah, zumal sie zuvor der „Ehe für alle“ das Scheuentor aufmachte, steht auf einem anderen Blatt).

Freifrau Hedwig von Beverfoerde ist den Queeren schon lange ein Dorn im Auge, weil sie die erfolgreichen „Demos für alle“ gegen Frühsexualisierung und Gender-Lehrpläne organisiert.

Dr. Berger und Dr. Weidel sind den migrationsbeflissenen Linksauslegern natürlich auch deshalb nicht geheuer, weil sie vor den Gefahren des Islam und vor einer unkontrollierten Einwanderung warnen  – wobei bekannt und erwiesen ist, daß Homosexuelle in radikal-islamischen Ländern wie etwa dem Iran nicht nur nichts zu lachen haben, sondern am nächsten Baukran baumeln oder kurzerhand aus einem Hochhaus heruntergeworfen werden.

Daher müßte das homosexuelle Aktivisten-Spektrum schon im eigenen Interesse eine islamkritische Haltung einnehmen.

Doch die Herrschaften (und Frauschaften) können aufgrund ihrer grenzenlos linken Verblendung nicht einmal in eigener Sache bis fünf zählen, geschweige ihren wahren Gegner erkennen. Stattdessen erklären sie homosexuelle Persönlichkeiten, die im Unterschied zu ihnen noch logisch und selbständig denken können, zu schandbaren „Homophoben“   –  und das alles frei nach dem Motto: Der Meinungsfreiheit keine Chance!

Weitere Infos zu dieser geplanten „Preisverleihung“ im Blog von Dr. Berger:
https://philosophia-perennis.com/2017/10/31/david-berger-homophob/
https://philosophia-perennis.com/2017/10/31/berger-weidel/