Bistum Trier kritisiert Pfarrer wegen seiner Solidarität mit Ungarns Jugendschutzgesetz

Von Felizitas Küble

Wenn katholische Zeitgeistliche gegen die Anordnung aus dem Vatikan rebellieren und Partnerschaften von gleichgeschlechtlichen Paaren öffentlich segnen, was in den letzten Monaten hierzulande hundertfach vorgekommen ist, dann führt das zu keinerlei Konsequenzen für die – gelinde gesagt – „eigenwilligen“ Priester.

Dasselbe gilt ähnlich für jene Pfarrer, die ihre Kirche mit der Homosexuellen-Fahne „schmücken“, obwohl sie damit einen Teil der Gemeinde – manchmal sogar die schweigende Mehrheit – vor den Kopf stoßen. (Siehe dieses Foto von der Heilig-Geist-Kirche in Münster.)

Nicht einmal der Vorwurf, mit solchen Aktionen ihre Gemeinde zu „spalten“, trifft diese Geistlichen, obwohl dies zutreffend wäre, geschweige wird ihnen Ungehorsam gegenüber dem kirchlichen Lehramt vorgehalten.

Ganz anders läuft es freilich, wenn ein Pfarrer sich „erdreistet“, die katholische Sexualethik zu verteidigen und dabei auch das lehramtlich verkündete Elternrecht auf Erziehung (sog. „Elternrecht“) in Schutz zu nehmen, das übrigens auch in unserem Grundgesetz verankert ist.

„Katholisch.de“, das amtliche Portal der Bischofskonferenz, berichtet am 12. Juli dazu Folgendes:

„Ein Pfarrer aus dem Bistum Trier zeigte mit einem Facebook-Post seine Zustimmung zum ungarischen Gesetz zur Verbreitung von LGBT-Inhalten. Dadurch hat er sich Ärger mit der Bistumsleitung eingehandelt: Solche „undifferenzierten Äußerungen“ spalteten.“

Personalverantwortliche des Ordinariats hätten den Priester, so heißt es weiter, darauf „hingewiesen“, „dass solche plakativen, undifferenzierten und abwertenden Äußerungen spalten und Unfrieden bringen“.

Das Posting des Geistlichen entspreche „in keiner Weise“ der Haltung der Diözese. „Dem Bistum geht es um geschlechtersensibles pastorales Handeln.“

Es geht also um die neue heilige Gender-Kuh, nicht um den Schutz von Ehe und Familie, von Jugend und elterlichem Erziehungsrecht. Darauf darf sich also der Klerus aus der Diözese Trier neuerdings einstellen?!

Nun wird es noch drolliger, wenn davon die Rede ist, das Bistum „respektiere zwar die freie Meinung des Geistlichen“, doch die Kirche ziehe dort – hört! – dort eine „Grenze, wo sich ein Priester entgegen der kirchlichen Lehre“ äußere.

Gehört zur „kirchlichen Lehre“ neuerdings die Unterwürfigkeit unter den neuen Götzen Genderismus?

So direkt wird dies natürlich nicht eingeräumt, vielmehr wird eine Nebelwand errichtet und sich scheinheilig auf das Kirchenrecht berufen, denn das verpflichte, „den Frieden und die Einheit so weit als möglich zu wahren und zu fördern“.

Wie schön – daß das Kirchenrecht aber damit gewiß nicht die „Einheit“ mit einer „geschlechtersensiblen“ Ideologie meint und unter „Frieden“ nicht die Anpassung an den Zeitgeist versteht, unterschlägt die dort zitierte Bistumssprecherin.

Der von seiner Kirchenleitung öffentlich kritisierte Pfarrer hat inzwischen beschwichtigt, er habe keineswegs „eine Gruppe von Menschen beleidigen“ wollen (das hat er ohnehin nicht getan).

Allerdings – der Geistliche blieb in der Sache trotzdem standhaft – finde seiner Ansicht nach eine „Ideologisierung der Diskussion“ statt, die Gefahren für Kinder und Jugendliche mit sich bringe.

„Die Schöpfungsordnung und die Gebote Gottes sind dafür entscheidend, dass wir uns nicht nach Befindlichkeiten richten können, sondern unseren Gott, dem wir verpflichtet sind, ernst nehmen“, erklärte der wackere Gottesmann unverdrossen.

Wir leben also in Zeiten, in denen sich katholische Priester gegenüber ihrem Bischof dafür rechtfertigen müssen, daß sie dem Heiligen Geist mehr gehorchen als dem Zeitgeist und den wahren Gott nicht durch einen Gender-Götzen ersetzen wollen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Peter Hahne sieht kath. Kirche auf Titanic-Kurs: Frauenpriestertum ist keine Lösung

Der ehem. ZDF-Moderator und Bestsellerautor Peter Hahne meldet sich in der „Tagespost“ kritisch zum vieldiskutierten Thema Frauenpriestertum zu Wort und beginnt seinen Beitrag mit dem Seufzer: „Dass ich das als Lutheraner nochmal schreiben würde!“

Was die „Mehrheit des Klerus mit ihrem synodalen Holzweg“ unternehme, das sei „nichts anderes als der konzertierte Marsch in die Sackgasse der EKD“ (Evangelischen Kirche in Deutschland): „Die Zeitgeistlichen sind konsequent auf Titanic-Kurs.“ – Bei den immer gleichen modischen Themen werde „eingesammelt, was auf der protestantischen Reste-Rampe noch zu finden ist“.

Zum Frauenpriester-Debatte schreibt Hahne im ironischen Gender-Deutsch: „Die Pastor*in_nen-Zahl der EKD stellt inzwischen jede Quote in den Schatten.“Gleichwohl schwappe die „Austrittswelle wie ein Tsunami über Luthers Lande.“

Der Autor stellt fest: „Die „Männerkirche“ EKD hatte 1950 stolze 41,2 Millionen Mitglieder, heute halbiert auf unter 20. Man mag von Frauen am Altar halten, was man will: ein Heilmittel ist das nicht. Und bekannte Bischöfinnen mußten entweder zurücktreten, sind nicht mehr angetreten oder wurden nicht wieder gewählt. Tolles Rezept also.

Grundsätzlich sieht Hahne den derzeitigen katholischen Kirchentrend sehr kritisch: „Mit ihrer Wackeldackel-Theologie, die zu allem Ja und Amen sagt, ist aus der bibel- und romtreuen Widerstandskirche unter Dyba, Meisner und Co. ein staatshöriger, ideologieanfälliger und willfähriger Kath-Prot(-estantismus) geworden, der im wahrsten Wortsinn zum Davonlaufen ist.

Er fügt hinzu. „Das „Erfolgsmodell“ EKD als Blaupause für das Unternehmen Untergang.“ – Stattdessen solle man „die Lecks des Zeitgeistes mit ewigen Werten“ stopfen, vor allem zurück zu Bibel und Bekenntnis“, denn nur die Wahrheit wirke werbend.

Andernfalls, so Hahne, löse sich der“ deutsche Katholizismus bald nicht nur im rot-grünen Evangelischen auf, sondern wird gleich ganz von der grünen Sekte geschluckt.“

Siehe hierzu auch die Meldung der Tagespost: https://www.die-tagespost.de/gesellschaft/feuilleton/peter-hahne-frauen-am-altar-sind-kein-heilmittel;art310,217759


Als Kardinal Woelki durchs Fegefeuer ging…

Von Peter Hahne

Die Kirche zeigt Gesicht. Wieder einmal. Und zwar ihr wahres. Diese ganze Bigotterie schreit zum Himmel. Der „Fall“
Woelki ist ein erneutes Beispiel für das gnadenlose Pharisäertum eines Klerus, der sich gern gegenseitig als „Brüder“ anspricht.

Was für eine Mogelpackung! Der Kölner Erzbischof stand wie kein anderer im (öffentlichen!) Feuer seiner „Mitbrüder im Bischofsamt“. Und das war kein „Glutofen voller Liebe“ (Martin Luther), das war Fegefeuer auf Erden. Ein beispielloses klerikales Kesseltreiben.

Ranghöchste Zeitgeistliche, ganze Ordinariate übertrafen sich unverhohlen in verbaler Steinigung.

Woelki habe die Aufklärung der Kölner Missbrauchsskandale vertuscht und verschleppt, habe der Gesamtkirche
schwer geschadet und sei der Hauptverursacher der Massenaustritte — übrigens auch aus der EKD gleich mit. Zusammen mit willfährigen Journalisten wurde gegen den Kardinal gehetzt und getrommelt, was das Zeug hält.

Und nun? Kein einziger der Fegefeuer-Hirten hat so gründlich aufgeklärt und Maßnahmen ergriffen wie Woelki. Diese ganzen „Greta ist wie Jesus“-Phantasten, angefangen vom Berliner Oberhirten Koch, sind schnell in Deckung
gegangen.

Wo waren denn die Bätzings und Marxens bei der Aufklärung?! Ja, und wo sind sie jetzt?! Nach diesem
„Freispruch erster Klasse“, so der Deutschlandfunk.

Wo ist das öffentliche Schuldbekenntnis, die zerknirschte Bitte an Woelki um Verzeihung?! Das fordert doch Kirche dauernd. Von anderen natürlich: von der ach so klimafeindlichen Wirtschaft, von den vorgestrigen Anti-Gender-Hardcore-Katholiken. Überall werden die
Splitter gesehen, nur im eigenen Auge sieht der Klerus den Balken nicht.

Klar, es geht ja auch um etwas ganz anderes: Die wollten im Sog des Missbrauchsskandals gleich die Theologie von Kardinal Woelki entsorgen. Weg! Auf den Müll wie Müller, den „Fundamentalisten der Glaubenskongregation“ oder im weitesten Sinne sogar Ratzinger. Ein Münsteraner Kirchenrechtler (!) nennt im offiziellen Bistumsblatt unverhohlen die Motivation: „Woelki vertritt stockkonservative Positionen.“

Die letzten Barrieren auf dem suizidalen Synodalen Weg zur finalen Protestantisierung gilt es auszuräumen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Den Limburger ach so lieben Mitbruder war man auf die gleiche Art losgeworden. Dasselbe Spiel bei Tebartz van Elst: Man schlug auf den „Protzbischof“, meinte jedoch seine Theologie.

Ich schrieb damals in Europas größter Sonntagszeitung „Bild am Sonntag“: „Die 30 Millionen für ein riesiges denkmalgeschütztes Ensemble in Limburg sind doch Peanuts — wenn man bedenkt, dass der Münchner Marx sein Palais für schlappe 8,7 Millionen mal kurz hat renovieren lassen.“ Aber was macht das schon, wenns ein Kreuzverleugner tut?!

Der Klerus entfernt sich immer weiter vomKirchenvolk mit seiner privaten (Doppel-)Moral. Übrigens: Die billige Anbiederei in Sachen Flüchtlingspolitik und „Licht aus am Dom“ bei Querdenker-Demos hat Woelki nichts genutzt. Seine begeisterten rotgrün-klerikalen Bündnisgenossen von damals gehören nun zu den Haupthetzern. Man kann also aus einem „Fall“ auch etwas fürs Leben lernen. Selbst ein Kardinal.

Wir danken dem Bestsellerautor Peter Hahne für seine freundliche Abdrucksgenehmigung. Erstveröffntlichung dieses Beitrags in der „Tagespost vom 25. März 2021


Nicht Kirchenmuffel, sondern Wahlschwänzer bringen Kardinal Woelki in Rage

Von Felizitas Küble

Wer meint, den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki würde es um den Schlaf bringen, daß deutschlandweit nur noch ca. 12% der katholischen Schäflein sonntags den Weg in die Kirche finden, der täuscht sich.  
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Nicht die Kirchenschwänzer sind offenbar seine größten Sorgenkinder, sondern die Wahlschwänzer (und natürlich die AfD-Wähler, die zwar immerhin zur Urne gehen, aber ihr Kreuzlein an der „falschen“ Stelle anbringen).
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Laut einem Bericht von FOCUS hat der Kardinal am NRW-Wahltag in seinem eigenen Domradio kräftig losgedonnert, wie man es sonst nur von früheren „Höllenpredigten“ kennt:
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„Für die über 40 Prozent, die ihren Allerwertesten nicht aus dem Sofa hochbekommen oder einfach null Bock auf diese Wahl haben, fehlt mir jedes Verständnis…„„Ich geh nicht“ geht gar nicht!“
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Offenbar geht der zornige Zeitgeistliche davon aus, daß alle Nichtwähler nur zu faul sind. Selbst wenn dem so wäre  – was geht es den Kirchenmann an? Vielleicht will er ein 11. Gebot deklarieren: „Du sollst der Wahl nicht fernbleiben!“
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Der ungnädige Würdenträger darf überdies zur Kenntnis nehmen, daß es auch Bürger gibt, die deshalb zu Hause bleiben, weil sie sich mit keiner Partei identifizieren können oder wollen. Die Wahlverweigerung kann also eine Gewissensentscheidung sein  –  ob man sie nun selber für sinnvoll hält oder nicht.
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Immerhin gibt es keine Wahlpflicht in Deutschland – oder will der Kölner Erzbischof vielleicht kirchliche Bußgelder für Wahlschwänzer einführen?
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Er soll sich lieber darum kümmern, daß immer mehr Katholiken dem Kirchgang fernbleiben – vielleicht hat das eine Menge mit dem Versagen der „obersten Heeresleitung“ zu tun?
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