Italien: Katholische Kontroverse um ultralinke Massenabtreiberin Emma Bonino

Am 31. Juli 2017 veröffentlichte das Nachrichtenportal „kath.net“ folgende Meldung:

„Emma Bonino, eine italienische Linksaktivistin, die damit prahlt, über 10.000 illegale Abtreibung durchgeführt zu haben, trat vor wenigen Tagen in einer italienischen Pfarrei auf. 

Bonino, die bereits italienische Ministerin war, sprach in der Pfarrei San Defendeten über Immigration und Flüchtlinge. Bonino soll für ihr Engagment für Flüchtlinge auch von Papst Papst Franziskus gelobt worden sein.

Ihr Auftreten für Abtreibung, Drogen und gelebte Homosexualität stehen im Widerspruch zu Lehre der katholischen Kirche.“

Eingeladen wurde diese Massenabtreiberin von der italienischen Caritas. Katholiken, die gegen ihren Auftritt protestierten, durften laut Medienmeldungen nicht an dem Vortrag teilnehmen bzw. wurden sogar von der Polizei abgeführt.

Zum Hinweis in „kath.net“, die ultralinke „Flüchtlings-Engagierte“ sei von Papst Franziskus „gelobt“ worden, zitieren wir aus einem Bericht der internationalen katholischen Nachrichtenagentur ZENIT vom 8. November 2016:

„Papst Franziskus hat die ehem. italienische Außenministerin und EU-Kommissarin Emma Bonino in Privataudienz empfangen.

Es war die dritte Begegnung zwischen dem Papst und der Politikerin der ‪„Radikalen Partei“. Am 2. Mai 2015 hatte Franziskus Bonino sogar angerufen, um sich über ihre Gesundheit zu erkundigen; sie bezeichnete den Anruf damals als ‪„überraschend“ und ‪„angenehm“.

Die italienische Politikerin befürwortet Abtreibung und Euthanasie. Die Frauenrechtlerin ist zudem wegen ihren Einsatzes für die Rechte von Gefangenen bekannt.“

Kommentar überflüssig.

Ausführlicher Bericht über die Veranstaltung mit Frau Bonino hier: http://beiboot-petri.blogspot.de/2017/07/noch-einmal-der-bonino-skandal-in.html


Peter Seewald über Papst Benedikt, seine Theologie, Amtszeit und Persönlichkeit

Papst em. Benedikt wird am kommenden Sonntag 90 Jahre alt. Der Band „Letzte Gespräche“ mit dem Journalisten Peter Seewald (siehe Foto) stellt eine Bilanz seiner Amtszeit dar: Die darin verarbeiteten Interviews wurden kurz vor und nach Benedikts Rücktritt für die Arbeit an einer Biografie geführt.

Im folgenden Gespräch mit ZENIT-Korrespondentin Michaela Koller (siehe Foto) zeichnet Peter Seewald das Bild eines modernen Wahrheitssuchers und „Knotenlösers mit Kopf und Herz“, das er sich in vielen intensiven Begegnungen von ihm machen konnte.

Herr Seewald, Papst Benedikt XVI. wird am Sonntag 90 Jahre alt; er hat, was wohl nur wenige in der Geschichte von sich behaupten konnten, sein eigenes Pontifikat überlebt. Was wissen Sie aus eigener Anschauung, wie es ihm aktuell geht?
 
Seewald: Ich habe ihn im Dezember das letzte Mal gesehen und besuche ihn jetzt im Mai. Ich weiß, dass es ihm gut geht, natürlich dem Alter von 90 Jahren entsprechend. Er ist in allem etwas langsamer geworden. Er hat mit dem Gehen Probleme, spricht langsamer und hört auch schlechter. 
Natürlich leidet er auch unter der gewaltigen Glaubenskrise, die selbst viele Verantwortliche in der Kirche noch nicht richtig erkannt haben. Er ist ja kein Pensionist, der sich zum Rosenzüchten zurückgezogen hat. Er hat bei seinem Rücktritt erklärt, dass er die Last dieser Kirche im Gebet mitträgt.
Auch als Papa emeritus nimmt er regen Anteil daran, was in der Kirche und in der Welt passiert. Ansonsten freut er sich darüber, dass er in der Ruhe seines Klosters sonnige Tage mit Freunden erleben kann.
 
Öffentlich wurden mehrfach sehr unterschiedliche Bilder vom Menschen Joseph Ratzinger gezeichnet. Sie kennen ihn aus drei Lebensphasen persönlich, als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation, als Papst und schließlich als „Papa emerito“. Was zeichnet ihn denn wirklich aus?
 
Seewald: Ich habe ihn jetzt ein Vierteljahrhundert als Journalist begleitet und habe unter seinen vielen Wegbegleitern, die ich gesprochen habe, außer Hans Küng noch niemanden getroffen, der das Bild des finsteren, machtbeflissenen, harten, einsamen und rückwärtsgewandten Mannes, das ja von Ratzinger in manchen Medien noch immer gepflegt wird, teilen würde. 
Ich habe ihn als wirklichen Mann Gottes, als beispiellosen Intellektuellen kennengelernt, der durch seine brillanten Analysen, durch die Nachhaltigkeit seiner Prognosen besticht, und als Theologen des Volkes, der nie vergessen hat, woher er gekommen ist, der immer bemüht war, den Glauben vor allem auch den einfachen Menschen zu vermitteln.
In der persönlichen Begegnung ist er ein sehr herzlicher Mensch, mit dem man auch viel lachen kann, mit dem es immer spannend ist, und der es einem leicht macht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Er ist alles andere als kontaktscheu und besticht durch seine Demut.
Ich habe mich immer um journalistische Distanz bemüht, und natürlich ist auch ein Joseph Ratzinger nicht frei von Fehlern. Aber es ist eigentlich unmöglich, wenn man sich mit Person und Werk beschäftigt, nicht auch Sympathie für diese Person und dieses Werk zu empfinden.
 
Vom persönlichen Eindruck zum Urteil der Geschichte: Was wird, Ihrer Prognose zufolge, seine bleibende Bedeutung prägen?
Seewald: Noch nie stand jemand so lange wie Joseph Ratzinger  –  mehr als drei Jahrzehnte lang  –  an der Spitze der größten und ältesten Institution der Welt.
Er ist durch seine Beiträge zum Konzil, die Wiederentdeckung der Väter und die Verlebendigung der Lehre als ein Erneuerer des Glaubens, der Kirchenlehre zu sehen.
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BILD: Michaela Koller überreicht Papst Benedikt eines ihrer Bücher
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Was Benedikt XVI. von anderen Päpsten unterscheidet, ist ein Werk, das ganz unabhängig vom Pontifikat bereits groß und bedeutend ist. Ich denke, der Tag ist nicht mehr fern, an dem man von Papst Benedikt allgemein als den Kirchenlehrer der Moderne sprechen wird.
Ich schließe mich da den Worten von Papst Franziskus an, der sagte: „Sein Geist wird von Generation zu Generation immer größer und mächtiger in Erscheinung treten.“
 
Sein Nachfolger Papst Franziskus hat ein katholisches Selbstbewusstsein neu gestärkt. Dies gab es auch unter Benedikt XVI., zusammengefasst in der Schlagzeile „Wir sind Papst“. Warum ist dies so schnell eingebrochen?
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Seewald: Von „schnell eingebrochen“ kann nicht die Rede sein. Wir vergessen allzu leicht, wie die ersten vier Jahre des Pontifikats ausgesehen haben. Man hat von einem „Benedetto-Fieber“ gesprochen, das man nicht für möglich hielt. Er hat Millionen von Menschen mit seinen Schriften bewegt, Millionen von Menschen versammelt.
Es war eine Zeit, in der seine Kritiker fast nicht mehr wagten, ein kritisches Wort zu sagen, wenn alle Welt so voller Begeisterung ist. Dann gab es den Bruch durch die Williamson-Affäre. Diese Schnittstelle hat das Pontifikat in zwei Teile geteilt. Nach dem Hosianna in der ersten Hälfte wurde es nun mühsam.
Er hat aber nie einen Holocaust-Leugner wieder zum Bischof der katholischen Kirche gemacht. Diese Überschrift hat dem Pontifikat einen Schlag versetzt, aber sie ist falsch.
Dann kam der Missbrauchsskandal, der nun ausgerechnet dem Papst angelastet wurde. Dabei hat Ratzinger schon als Präfekt soviel wie möglich getan, um solchen Verbrechen nicht nur vorzubeugen, sondern die Fälle aufzuarbeiten, die Täter zu bestrafen und die Opfer zu würdigen.
Diese Linie hat er als Papst konsequent fortgeführt. Selbst seine Kritiker mussten anerkennen, dass Benedikts Management maßgeblich dazu beitrug, dass sich eine der gewaltigsten Krise der Kirchengeschichte nicht zu einem Fanal für die ganze katholische Kirche auswirkte.
Wenn wir durch den zunehmenden zeitlichen Abstand auf das Pontifikat und die Diskussion darum wieder einen freieren Blick auf Person und Werk bekommen, wird man auch die gewaltige Leistung erkennen können, die sich damit verbindet. 
Wir haben im deutschen Papst nicht nur eine Jahrhundertbiografie, sondern auch eine echte Jahrhundertgestalt, einen der brillantesten und charismatischsten Figuren unserer Zeit.
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Viele Anzeichen, etwa die neue Auseinandersetzung mit seiner Lehre, die vielen Titel, die dazu erscheinen, die Symposien, die nach ihm benannten Studiengänge und Institute, die weltweite enorme Nachfrage nach seinen Texten etc. lassen erkennen, dass eine Renaissance des Werkes von Joseph Ratzinger bereits begonnen hat.
 
Von einem seiner Schüler wurde der emeritierte Papst Benedikt einmal als Dissident bezeichnet. Sie arbeiten ja an seiner Biographie: Können Sie sich vorstellen, inwiefern diese Bezeichnung passend ist?
 
Seewald: Er hat sich immer mutig eingemischt, gegen Tendenzen gestellt, von denen er überzeugt war, dass sie den Menschen, der Welt oder der Kirche schaden. Ratzinger ist immer auch eine Art Widerstandskämpfer gewesen: Aus der Erfahrung der atheistischen Diktatur heraus hat er dafür eine besondere Sensibilität.
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Er hat es aber nie beim Widerspruch belassen, sondern immer auch Lösungen angeboten. Er hat sich in schwierigen Situationen als Knotenlöser erwiesen, der mit Kopf und Herz den Menschen Orientierung geben kann.
Joseph Ratzinger träumte davon, als Professor ein theologisches Werk zu schaffen, das unserer Zeit wieder Christus zeigen kann. Aber er hat sein Lebensglück ganz dem Dienst für die Kirche geopfert. Die Berufungen zum Erzbischof und zum Präfekten waren alles andere als seine persönlichen Sternstunden.
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Von Pius XII. bis Benedikt XVI.: Faire jüdische Stimmen für Papst und Kirche

Von Felizitas Küble

Die kontroverse Debatte um eine mögliche Seligsprechung  von Papst Pius XII. reißt nicht ab. Einwände gegen diesen Pontifex gibt es von verschiedenen Seiten, häufig von ‪„Reformkatholiken‪“, bisweilen melden sich auch kritische jüdische Stimmen zu Wort. pabst-pius-xii-

Für etliche progressive Theologen scheint es schon zu genügen, daß Pius XII. ein ‪„‪vorkonziliarer Papst“ war, um starke Skepsis auszulösen. Auch von bürgerlicher Seite hört man manchmal den Einwand, Pius XII. sei zu sehr ‪„entrückt‪“, vom Typ her sehr aristokratisch, insgesamt zu wenig volkstümlich gewesen.

Von einer Reihe jüdischer Vertreter wird seit langem Kritik am Pacelli-Papst geübt, weil er  – so wird behauptet  –  zur Judenvernichtung der Nationalsozialisten geschwiegen und insofern versagt habe.

Dieser Aspekt wird allerdings nicht von allen jüdischen Persönlichkeiten und Vereinigungen so rigide beurteilt. Der bekannte Physiker Albert Einstein schrieb am 23. Dezember 1940  im „Time Magazin‪“ über die katholische Kirche: „Nur die Kirche blieb aufrecht stehen, um den Kampagnen Hitlers zur Unterdrückung der Wahrheit den Weg zu versperren.‪“

Foto: KOMM-MiT-VerlagEinstein bekennt in seiner Stellungnahme, daß er nie ein besonderes Interesse für die katholische Kirche hegte, jetzt aber „große Zuneigung und Bewunderung‪“ empfinde, da „allein die Kirche den Mut und die Hartnäckigkeit gehabt hat,  auf der geistigen Wahrheit und moralischen Freiheit zu bestehen.‪“    – Der jüdische Nobelpreisträger fügte hinzu: „Ich muß sagen, daß ich das, was ich einst verachtete, jetzt bedingungslos lobe.‪“

Nach dem Tod von Pius XII. veröffentlichte Golda Meir, die israelische Außenministerin und spätere Ministerpräsidentin, einen positiven Nachruf, in welchem sie den verstorbenen Papst als einen „großen Diener des Friedens‪‪“ bezeichnete; er habe ‪„während der zehn Jahre des Nazi-Terrors, als unser Volk furchtbare Qualen erlitt, seine Stimme für die Opfer erhoben und die Henker verurteilt.‪‪“ –  Auch die Rabbiner von Rom, Jerusalem, London und Frankreich sowie der Großteil der jüdischen Vereinigungen schloß sich der Würdigung Meirs an.

„Pave the Way‪“ bemüht sich um Differenzierung

Um ein faires Geschichtsbild hinsichtlich Pius XII. kümmert sich seit Jahren die jüdische Stiftung „Pave the Way‪“. Anläßlich seines 50. Todestages veranstaltete diese amerikanische Vereinigung vom 15. bis 17. September 2009 eine Studientagung im Vatikan, wobei vor allem die positive Rolle untersucht wurde, die Pius XII. bei der Rettung tausender von Juden gespielt hat. Papst Benedikt XVI

„Pave the Way‪“ ging bereits Anfang Februar 2009 einen eigenständigen Weg jenseits des üblichen Medien-Mainstreams, als sich diese jüdische Vereinigung schützend vor Papst Benedikt XVI. stellte und die Schlammschlacht gegen ihn verurteilte, die wegen der Aufhebung der Exkommunikation hinsichtlich der Priesterbruderschaft St. Pius X. und absurder Äußerungen von Weihbischof Williamson erfolgte.

Am 18. September 2009 hielt Papst Benedikt eine Ansprache an die Teilnehmer einer Pave-the-Way-Tagung in Castel Gandolfo. Dabei erklärte er über den Ablauf dieses Symposiums:

„Ich weiß, daß viele herausragende Gelehrte sich an den Überlegungen beteiligt haben, deren Gegenstand das vielfältige Wirken meines geschätzten Vorgängers  – des Dieners Gottes Pius XII. –  in der schwierigen Zeit um den Zweiten Weltkrieg war…Sie haben unvoreingenommen die geschichtlichen Fakten analysiert und sich allein mit der Suche nach der Wahrheit befaßt.

‪In den vergangenen fünf Jahrzehnten ist sehr viel über ihn geschrieben und gesagt worden, und nicht alle wirklichen Aspekte seines Wirkens wurden im rechten Licht untersucht. Die Absicht Ihres Symposiums bestand darin, einige dieser Lücken zu schließen durch eine sorgfältige Untersuchung vieler seiner Stellungnahmen und Interventionen, besonders zugunsten der Juden, die in jenen Jahren in ganz Europa zur Zielscheibe wurden, dem kriminellen Plan derer entsprechend, die sie von der Erdoberfläche tilgen wollten.  Radio Vatikan

‪Nähert man sich diesem edlen Papst ohne ideologische Vorurteile, wird man nicht nur von seinem erhabenen geistlichen und menschlichen Charakter ergriffen, sondern darüber hinaus auch von der Vorbildlichkeit seines Lebens und dem außerordentlichen Reichtum seiner Lehre. So wird man auch die menschliche Weisheit und die tiefe Hirtensorge schätzen, die ihn in den langen Jahren seines Amtes geleitet haben und insbesondere bei der Organisation der Hilfe für das jüdische Volk.‪‪“

Der Papst bedanke sich sodann bei der Stiftung „Pave the Way‪“ für ihre Forschungsarbeit und ihre „beständigen Aktivitäten‪‪“ zugunsten des Friedens und der Verständigung.  Er beendete seine Ansprache mit den Worten: „Mit diesen Gedanken rufe ich auf Sie und die Arbeiten Ihres Symposiums die Fülle des göttlichen Segens herab.‪“

Auch in Yad Vashem änderte sich die frühere Sicht

Aber auch in Israel findet inzwischen ein gewisses Umdenken statt. Avner Shalev, der Leiter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, erklärte im Mai 2009, sein Dokumentations-Center habe neue Unterlagen aus den vatikanischen Archiven erhalten, die das in den Medien verbreitete Bild von Pius XII. ‪„‪zutiefst verändern“ könnten.

Demnach erteilte dieser Papst während des Zweiten Weltkrieges persönlich die Anweisung, verfolgte Juden in einem Kloster bei Rom zu verstecken. Aus Dankbarkeit dafür ließ sich der römische Großrabbiner Israel Zolli nach dem 2. Weltkrieg auf den Vornamen Eugenio taufen, als er in die katholische Kirche übertrat. (Der bürgerliche Name von Papst Pius XII. lautete Eugenio Pacelli.) RadioVatikan

Am 25. Januar  2010 veröffentlichte der bedeutende französische Philosoph Bernard-Henri Levy ein deutliches Plädoyer für Pius XII. in ‪„‪The Huffington Post“, worin er zugleich den damals vielfach attackierten Papst Benedikt verteidigt. Dieser jüdische Schriftsteller, in Frankreich unter dem Kürzel ‪„‪BHL“ bekannt, wurde von der linken ‪„‪ taz“ ‪am 13.4.2007 in einem ansonsten kritischen Text als ‪„‪der Popstar unter Frankreichs Intellektuellen“ bezeichnet.

BHLs Artikel vom 25.1.2010 beginnt mit den Worten: ‪„Es ist Zeit, der Unaufrichtigkeit ein Ende zu setzen‪‪“ –  und er kritisiert, daß ein Papst aus der Sicht der meisten Medien heute alles sein dürfe, ‪„‪nur nicht konservativ‪“.

Würdigung der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von 1937

Der Philosoph wendet sich gegen den ‪„‪Chor der Falsch-Informierer‪“ und verweist auf die päpstliche Enzyklika ‪„Mit brennender Sorge‪“, die er als ‪„‪eines der stärksten und aussagekräftigsten Anti-Nazi-Manifeste“ würdigt. Der spätere Papst Pius XII. und damalige päpstliche Nuntius in Deutschland, Kardinal Pacelli, sei ‪„‪Mit-Autor“ dieses eindrucksvollen Dokumentes gewesen, das unter Papst Pius XI. erschien und 1937 von den kath. Kanzeln in Deutschland verlesen wurde.

Einen Tag vor BHLs Pius-Verteidigung war ein ähnlicher Artikel in der bekannten israelischen Tageszeitung ‪„‪Haaretz“ zu lesen. Am 24. Januar 2010  wurde Papst Pius XII. in einem ausführlichen Bericht unter dem Titel ‪„Der vielgeschmähte Papst‪“ deutlich in Schutz genommen. Sayn-Abteikirche-DSC_0195-2

Auch ‪„Haaretz‪“ erwähnt seine Mitarbeit an der Enzyklika ‪„‪Mit brennender Sorge“, die den Nationalsozialismus wortgewaltig verurteilt habe: ‪„‪Die Enzyklika wurde nach Deutschland geschmuggelt und am 21. März 1937 von den katholischen Kanzeln verlesen.“ –  Die anspruchsvolle Zeitung zitiert aus einem Nazi-Dokument, wonach dieses päpstliche Rundschreiben ‪„‪eines der schwersten Angriffe auf die deutsche Regierung“ sei, zumal es ‪„die katholischen Bürger zum Aufstand gegen die Autorität des Staates‪“ auffordere.

Sodann verweist ‪„‪Haaretz“ auf diverse Dokumente, die für Pius XII. sprechen, auch darauf, daß die Nazis äußerst unzufrieden waren, als Kardinal Pacelli zum Papst gewählt wurde. Am 4.3.1939 schrieb Joseph Goebbels in sein Tagebuch: ‪„Mittags mit dem Führer. Es ist zu prüfen, ob wir das Konkordat mit Rom im Lichte der Wahl Pacelli als Papst kündigen sollten.‪“

Abschließend schreibt die bekannte israelische Tageszeitung, es sei wohl nur in einer ‪„rückständigen Welt‪“ wie der heutigen möglich, einen so ‪„‪einzigartigen Mann“, der so vielen Juden und Nazi-Opfern beigestanden habe, derart unfair zu schmähen.

Diese Aussagen verdeutlichen, daß es auch unter Juden durchaus unterschiedliche Ansichten über die Rolle der katholischen Kirche in der NS-Diktatur und über Pius XII. gibt. Das Plädoyer für eine faire und differenzierte Würdigung dieses Papstes schließt natürlich eine begründete Sachkritik nicht aus, lehnt aber Diffamierungen ab, wie sie in oberflächlichen Medien nicht selten zu lesen sind.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der internationalen katholischen Nachrichtenagentur ZENIT: https://de.zenit.org/articles/faire-juedische-stellungnahmen-fuer-die-katholische-kirche-und-papst-pius-xii/


Warum eine Abschaffung des Zölibats den „Priestermangel“ nicht lösen würde

Von Felizitas Küble

Das Zölibatsthema bleibt in Deutschland ein Dauerbrenner in Medien und Öffentlichkeit. Zahlreiche Stellungnahmen auch innerhalb der Kirche begründen ihre Ablehnung der priesterlichen Ehelosigkeit mit dem „Priestermangel“. Bernhard, Pastötter Handauflegung

Dabei sollte man zunächst bedenken, daß es schon längst einen massiven „Gläubigenmangel“ gibt. Das Defizit an Gläubigen und Priestern ist wiederum nicht zuletzt auf einen Kindermangel auch bei katholischen Eheleuten zurückzuführen. Früher waren unter den kirchentreuen Katholiken kinderreiche Familien an der Tagesordnung, in denen „geistliche Berufungen“ besonders gut wachsen konnten. Wenn Eltern aber lediglich ein oder zwei Kinder haben, wünschen sie wohl kaum, daß ihr Junge ein Priester oder ihre Tochter eine Ordensfrau wird.

Zudem handelt es sich ohnehin um eine Engführung der Diskussion, wenn der Priestermangel vorwiegend auf den Zölibat zurückgeführt wird. Würde diese Auffassung zutreffen, dann dürfte es auf evangelischer Seite kein Problem mit dem Pastoren-Nachwuchs geben.

BILD: Priesterweihe im Regensburger Dom durch Bischof Voderholzer

Genau das Gegenteil ist aber der Fall, denn auch im Protestantismus droht ein Pfarrermangel. Die Zahl der Theologiestudenten sinkt seit Jahrzehnten ganz massiv. Am 14.9.2010 ging bereits folgende Nachricht durch die Presse:

„Mangelerscheinung. In Rostock beginnt in der kommenden Woche der Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag. 400 Theologen werden erwartet. Schon im Vorfeld warnen die Organisatoren davor, dass die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer stetig sinkt –  und genug Nachwuchs ist nicht in Sicht. 1992 hätten noch 8.500 junge Menschen für das evangelische Pfarramt studiert, derzeit seien es 2.300, sagte Verbandsvorsitzender Klaus Weber vor Beginn des Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertages.“

In den evangelischen Konfessionen gibt es keinen Zölibat und außerdem fast überall Pastorinnen, sogar in vielen Freikirchen. Unter den landeskirchlich-evangelischen Pfarrern ist jede dritte weiblich. Folglich ist die Behauptung unsinnig, mit einer Abschaffung der Zölibatsverpflichtung und einer Einführung des Frauen-Priestertums könne die katholische Kirche ihre Nachwuchssorgen beheben.

Die Hauptursache für die sinkende Zahl von Pastoren in der evangelischen Kirche sei der demografische Wandel, erläuterte der Vorsitzende des Pfarrer-Verbandes, Andreas Kahnt, bereits im Jahre 2012; seinem Dachverband gehören rund 21.000 evangelische Pfarrer an.

Pfr. Kahnt erklärte unlängst laut evangelischer Nachrichtenagentur IDEA, daß es 1982 noch 26.000 Studenten der evangelischen Theologie gab; derzeit sind es nur noch etwa 2.400. Angesichts der bevorstehenden Pensionierungen geburtenstarker Jahrgänge von Pfarrern reiche diese Zahl nicht aus, so Pfr. Kahnt weiter.

FORTSETZUNG des Artikels hier bei der katholischen Nachrichtenagentur ZENIT: https://de.zenit.org/articles/pastorenmangel-auch-auf-evangelischer-seite/

Foto: Bistum Regensburg


Die IMMACULATA – von GOTTES GNADEN

Von Felizitas Küble

Die makellose Empfängnis der Gottesmutter, der seligen Jungfrau aus Nazareth, ist ein besonderer Gnadenakt des Schöpfers im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, unseres Erlösers. Der Sohn Gottes ist also zugleich auch der Retter Mariens. Auch die Madonna gehört zur erlösungsbedürftigen Menschheit, bekannte sie doch selbst im Magnificat: ‪„Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“  Marienkapelle in Adenau-019

Doch das Heil, das Gott ihr durch die Bewahrung vor der Erbsünde schenkte, ist einzigartig, denn es war eine Heilung von Anfang an, ein Heilsein durch des Himmels Huld. Christi Opfertod am Kreuz wurde für seine Mutter schon im voraus wirksam, weshalb sie die Ersterlöste und Vollerlöste des Neuen Bundes ist, die ‪„neue Eva“, noch herrlicher als die Stamm-Mutter im Paradiese vor dem Sündenfall. Maria ist das wunderbarste Werk Gottes, seine vollkommenste Schöpfung.

Die Immaculata (makellos Empfangene) war sich darüber im klaren, daß ihre Begnadigung, ihre Gottesmutterschaft, all ihre Vorzüge ‪„von Gottes Gnaden“ waren und sind. Dieses Bewußtsein, diese dankbare Begeisterung für den Ewigen, wird vor allem in ihrem Magnificat sichtbar. Der im Lukas-Evangelium bezeugte Lobgesang Mariens ist ein die Zeiten überdauerndes Dankgebet an den Schöpfer, ein erhabener Jubel über die großen Heilstaten Gottes in der Geschichte.

Das beGEISTerte, vom Heiligen Geist inspirierte Dankgebet der Madonna klingt auch heute fort in der Liturgie, im Stundengebet und in vielen Liedern der Kirche. Der Ausdruck „Magnificat“ ergibt sich aus dem ersten Wort dieses Lobgesangs: „Magnificat anima mea Dominum“ – und das heißt: Hochpreist meine Seele den Herrn. – Maria ist die Mutter des Erlösers und zugleich die „Mutter des Glaubens“.

ABRAHAM: Vater des Glaubens – MARIA: Urbild des Glaubens

So wie der Patriarch Abraham als „Vater des Glaubens“ gewürdigt wird, so ist die Gottesmutter ein Leitbild ersten Ranges für uns alle. Als Mutter Christi und aufgrund ihrer Gnadenvorzüge steht sie dem Allmächtigen näher als Abraham. Das Magnificat Mariens endet mit einer Erinnerung an den Erzvater Israels („Abraham und seinen Nachkommen auf ewig“). Marias Rückblick auf Gottes große Heilstaten in der Geschichte ihres Volkes umfaßt also auch den Anfang des Bundes zwischen Gott und den Hebräern durch Abraham.

Orientalische Ikone Maria führt den Glaubensgehorsam Abrahams fort im vollendeten Vertrauen auf Gott in allen Lebenslagen; sie pocht nicht auf „Selbstverwirklichung“, sondern tritt hinter ihrer erhabenen Sendung zurück und bezeichnet sich bescheiden als „Magd des Herrn“ (Lk 1,38), bereit zur ungeteilten Hingabe an den Willen des Höchsten und zur starkmütigen Treue gegenüber seinen Verheißungen: „Mir geschehe nach Deinem Wort“ (Lk 1,39)

Diese Glaubenshaltung Mariens erinnert uns an Christi Wort auf dem Ölberg vor seinem Leiden: „Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Dieses „Ja, Vater“ ist die entscheidende Aufgabe für jeden Gläubigen – dieses Wort ist ein Programm für unser ganzes Leben. Maria hat ihr Leben aus Gottes Hand angenommen auch in schwerster Zeit, als sich bewahrheitete, was der greise Simeon im Tempel ankündigte: „Auch Deine Seele wird ein Schwert durchbohren.“ (Lk 2,35). So stand die Madonna treu unter dem Kreuz, als ihr göttlicher Sohn sich opferte für das Heil der Welt.

Zurück zum Magnificat, dem Lobpreis Mariens, der kühne und großartige Gedanken über Gottes Wirken in der Heilsgeschichte enthält. Die auserwählte Magd des Herrn weiß: Gott ist und bleibt der HERR der Geschichte, selbst wenn wir die Wege des Höchsten nicht immer begreifen können. Auch die Gottesmutter ist nicht allwissend, aber fest überzeugt von Gottes Macht und Barmherzigkeit.

Die Mutter des HERRN betrachtet das Schicksal ihres Volkes im Lichte des Glaubens: „Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ (Lk 2,19) – Die Madonna verhielt sich so, wie der Psalmist es empfiehlt: „Ich erwäge alle Deine Werke und will nachsinnen über Deine Taten.“ (Ps 77,13)

Frömmigkeit aus dem Geist Israels

Aus dieser Frömmigkeit der Psalmen Israels lebt Maria; aus diesem „Stoff“ ist auch ihr Magnificat erfüllt. Ihr herrlicher Lobpreis ist nicht nur ein Dankgebet für ihre persönliche Begnadigung, sondern vor allem eine grandiose Gesamtschau über das Heilswirken Gottes mit seinem Volk und der Welt.Marienmonat Mai

Jubelnde Dankgebete von Frauen sind im Alten Bund keine Seltenheit. Die Namensvorgängerin der Gottesmutter, die alttestamentliche Miriam (= Maria), die Halbschwester des Moses und Schwester des Hohenpriesters Aaron, dankte Gott mit Pauke und Gesang, als die Israeliten das Rote Meer trockenen Fußes überschritten hatten und ihren Verfolgern entkommen waren.

So heißt es in Ex 15,19 ff: „Miriam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm eine Pauke und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. Miriam sang ihnen vor:   Singt dem Herrn ein Lied, denn ER hat sich hoch und erhaben gezeigt, Roß und Reiter warf er ins Meer.“

Das Lukas-Evangelium berichtet uns von der Begegnung der Gottesmutter mit ihrer Verwandten Elisabeth. Diese wurde vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: „Gesegnet bist Du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht Deines Leibes!“ (Lk 1,42) Maria greift diesen Segensspruch Elisabeths in ihrem Magnificat auf: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter!“ – und das bedeutet: alle kommenden Generationen durch die Jahrtausende hindurch.

Doch Maria bleibt nicht beim Jubel über Ihre Erwählung stehen, sondern lenkt sogleich ihren Blick auf den Ewigen selbst: „…denn der Allmächtige hat Großes an mir getan – und Sein Name ist heilig!“

Evangelischer Propst Asmussen: Preisen auch wir sie selig?

Diese biblische Ankündigung der Seligpreisung Mariens hat auch manche protestantische Theologen nachdenklich gemacht, darunter Hans Asmussen, der mit seinem Buch „Maria, die Mutter Gottes“ einst für Aufsehen in der evangelischen Christenheit sorgte. Propst Asmussen schreibt darin:

„Wenn Maria im Magnificat singt, alle Menschengeschlechter würden sie selig-preisen, dann bedeutet dies für die evangelischen Kirchen eine ernste und bleibende Frage: Preisen auch wir sie selig? Oder hatte Maria uns Evangelische nicht im Auge, als sie das Magnificat sang?“

Die Würdigung der Madonna schmälert ja keineswegs die Ehre des Allerhöchsten, im Gegenteil: in der Verehrung Mariens loben und preisen wir das Werk Seiner Hände, das edelste Geschöpf Gottes.

FORTSETZUNG des Artikels in der katholischen Nachrichtenagentur ZENIT hier: https://de.zenit.org/articles/%e2%80%aavon-gottes-gnaden/


„Endlich zuhause“: ein Konvertit schildert sein Leben auf der Suche nach der Wahrheit

Rezension von Jan Bentz (Nachrichtenagentur ZENIT) 

Im Gespräch mit der katholischen Publizistin Felizitas Küble aus Münster erzählt in einer Neuerscheinung des Dominus-Verlags mit dem Titel „Endlich zuhause“ der im Januar dieses Jahres im Alter von nur 40 Jahren verstorbene Konvertit Volker Jordan (1972 – 2013) seinen spannenden Glaubens- und Lebensweg und lädt ein, „nach Hause“ zu kommen, was für ihn bedeutete, katholisch zu werden.  Volker Jordan, Endlich zuhause

Die leicht zu lesende Interview-Form bietet jedem Leser unmittelbaren Zugang zu der geistigen Entwicklung des Konvertiten.

Volker Jordan verfügte über eine herausragende intellektuelle Bandbreite. Sie zeigt sich in hervorragenden Übersetzungen ebenso wie in eigenen Veröffentlichungen des studierten Historikers.

Seine Suche führte den protestantisch Getauften durch 14 christliche Konfessionen. Auf Jordan kam wie für alle Konvertiten die Untersuchung der „Reizthemen“ im Zusammenhag mit der katholischen Kirche zu, zum Beispiel die Lehre vom Fegefeuer, die Heiligenverehrung und besonders auch die Stellung von Maria.

Der unermüdliche Sucher machte sich in seiner Lektüre alles vetraut, von der Hl. Schrift bis zu den Kirchenvätern, so dass er mit apologetischer Treffsicherheit die „Knackpunkte“ der Unterscheidung darstellen konnte.

Einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlasst haben, war die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich nach seiner Auffassung eben nicht die „Una Sancta Ecclesia“ darstellt, sondern eine eher „individualistische Grundhaltung”.

VOLKER JORDANVolker Jordan (siehe Foto) sagt hierzu u.a.: „Es geht nicht an, dass sich eine Gruppe nach der anderen bildet und dass jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.” (S. 56)

Die Echtheit des Glaubens von Volker Jordan zeigt sich in der Tatsache, dass der unheilbar an Krebs Erkrankte hoffnungsvoll bekennt: „Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.“ (S. 106)

In der Verlagsbeschreibung heißt es:

„Volker J. Jordan war ein Christ, der sein Leben lang auf der Suche nach der wahren Kirche und dem unverfälschten christlichen Glauben war. Auf diesem Weg ließ er kaum eine christliche Gemeinschaft aus, der er sich nicht wenigstens eine Zeitlang angeschlossen hätte. Er lernte evangelisch-lutherisches, freikirchliches, pfingstlerisches, darbystisches, presbyterianes, orthodoxes und schließlich katholisches Christentum kennen. Dabei gelangte er allmählich „zu der Überzeugung, daß die katholische Kirche die ganze Fülle des Heils, der Sakramente und der Heilsgnaden in sich birgt.“

Warum diese Mühen? Warum dieser häufige Konfessionswechsel?

Viele werden diese konfessionelle „Irrfahrt“, seinen „Streifzug durchs Dickicht der Konfessionen“ nicht verstehen können, weil sie es für gleichgültig halten, welcher christlichen Konfession man angehört. Glauben wir Christen denn nicht alle dasselbe? Sind die konfessionellen Unterschiede nicht alle unwichtig oder längst beiseite geräumt?

Können wir als Christen nicht alle in den jeweiligen „Kirchen“ verbleiben und uns in „versöhnter Verschiedenheit“ zum „Brechen des Brotes“ zusammenfinden?  – Was bewegt einen suchenden Menschen, wenn er sich derart ernsthaft mit der Wahrheitsfrage des christlichen Glaubens auseinandersetzt und nicht in einer konfessionellen Gemeinschaft verharren kann, die eben nicht die Fülle des katholischen Glaubens bietet?“

Neben zahlreichen sehr persönlichen Erfahrungen in den verschiedenen Glaubensgemeinschaften  —  wie der Begegnung mit dem charismatischen, Purzelbäume schlagenden Prediger „Jucki“  —  enthält das Buch fundierte wertvolle Informationen über die Glaubensinhalte der beschriebenen Gruppierungen.

BUCHDATEN:
Volker Joseph Jordan, 
Endlich zuhause  –  Mein Weg zur Kirche
Dominus-Verlag, Augsburg 2013,
352 Seiten. Paperback. 14,80 €
ISBN 978-3-940879-29-5  

Quelle: Internationale kath. Nachrichtenagentur ZENIT:  http://www.zenit.org/de/articles/ein-leben-auf-der-suche-nach-der-wahrheit

Dieses JORDAN-BUCH kann beim Dominus-Verlag bestellt oder auch bei uns angefordert werden; wir liefern portofrei (Tel. 0251-616768 / Mail: felizitas.kueble@web.de)


Die jüngste Geoforschung und das Erdbeben beim Opfertod Christi

Die kath. Nachrichtenagentur ZENIT übersetzte gestern einen aufschlußreichen Artikel von Paul de Maeyer. Darin heißt es:

„Wie Jennifer Viegas in einem am 24. Mai 2012 auf der Nachrichtenseite „Discovery News“ erschienenen Artikel darlegte, enthält das Matthäus-Evangelium den Hinweis auf ein Erdbeben, das sich zum Zeitpunkt des Kreuzestodes Jesu ereignete:

„Jesus aber schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er seinen Geist aus. Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich“ (Mt 27,50-52).

Zur Ermittlung der seismischen Aktivitäten in diesem  Gebiet haben die Geologen Jefferson Williams vom US-amerikanischen Institut „Supersonic Geophysical“ und seine Kollegen Markus Schwab und Achim Brauer vom deutschen Geoforschungszentrum drei Bohrproben von Sedimenten aus dem südöstlich von Jerusalem am Ufer des Toten Meeres gelegenen Strands von En Gedi untersucht.

Die Analyse der Ablagerungen in den Sedimentenschichten ergab den Hinweis auf mindestens zwei große Erschütterungen im Gebiet in der erwähnten geschichtlichen Epoche. Das erste mit dem größeren Ausmaß ereignete sich im Jahr 31 v.Chr.; das zweite innerhalb des Zeitraums von 26 bis 36 n.Chr.

Laut Williams fällt der Zeitpunkt des ersten Erdbebens genau in jene Jahre, als Pontius Pilatus als Statthalter von Judäa wirkte, und stimmt mit der historischen Zuordnung des Matthäusevangeliums überein.“

Dem US-amerikanischen Geologen zufolge sind die Erdbewegungen in zeitlicher Nähe zur Kreuzigung Jesu ein Hinweis auf das vom Verfasser des Matthäusevangeliums beschriebene Erdbeben, das sich vor oder nach der Kreuzigung Christi ereignete….“

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