Zentralrat der Juden fordert mehr staatliche Härte gegen muslimischen Judenhass

Mehr Härte des Staates gegen islamistisch motivierten Antisemitismus wünscht sich der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Muslimische Migranten, die in ihren Heimatländern mit Judenhass aufgewachsen seien, lebten diesen hier lauthals und zum Teil gewalttätig aus, sagte Schuster in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“.

BILD: Menorah (siebenarmiger Leuchter) in der Synagoge von Münster

Er fürchte, dass es ihnen gegenüber mit Ermahnungen und Geldstrafen nicht getan sei. Wer gegen die Grundordnung und die Werte in Deutschland verstoße, dem müsse „im schärfsten Fall“ das Bleiberecht entzogen werden.

Schuster plädiert dafür, eine Meldepflicht für alle antisemitischen Straftaten in ganz Deutschland einzuführen.

Nichts Neues sei der Judenhass von rechtsextremer Seite. Hinzu komme seit einigen Jahren „ein lauter werdender Antisemitismus von Teilen der politischen Linken“.  Er präsentiere sich unter dem Deckmantel der „Israelkritik“ und verneine in letzter Konsequenz das Existenzrecht des jüdischen Staates.

Am meisten Sorge bereite dem Zentralrat der Juden aber im Moment der islamistisch motivierte Antisemitismus. Nach Schusters Worten gibt es zu viele Moscheen in Deutschland, in denen Hass auf Juden und Israel gepredigt werde.

Quelle: http://www.ead.de/arbeitskreise/religionsfreiheit/nachrichten/einzelansicht/article/deutschland-antisemitische-islamisten.html


Staat Israel wird bald 68: Die ILI-Tage 2016

Am 17. Mai 2016 feiert Israel seinen 68. Geburtstag  – und Freunde Israels von Aachen bis Welzheim feiern bundesweit mit.

Dabei sind die Veranstaltungen anlässlich der Geburtstagsparty so unterschiedlich wie originell. So variieren sie vom großen Israeltag-Straßenfest wie es bspw. in Berlin, Köln, München oder Stuttgart begangen wird, bis hin zu einer interessanten Lesung (Hamburg), einem tollen Konzert (Münster) oder gar einer Ausstellung zum Thema Israelis und Deutsche (Dresden).

Die Veranstaltungen erstrecken sich über einen Zeitraum von Anfang Mai bis Mitte Juni und finden mit dem Israelkongress am 19. Juni 2016 in Frankfurt ihren krönenden Abschluss. Das Programm der einzelnen Israeltage ist vielfältig, eine Teilnahme lohnt bestimmt!

Die bundesweiten Schirmherren der Israeltage (ILI = I like Israel) sind Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, und der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman.

Zur Homepage von ILI – I like Israel »


Zentralrat der Juden ist besorgt über potentiellen Judenhaß von Flüchtlingen

Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, äußert sich in einem Interview mit der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ besorgt über wachsenden Antisemitismus aus den Reihen jener Flüchtlinge, die aus Ländern stammen, in den Juden- und Israelhaß weit verbreitet sind. blog1-205x130

Auf die Frage Es gibt Sorge in Hinblick auf mögliche antisemitische und anti-israelische Einstellungen der Flüchtlinge. Teilen Sie die Bedenken?“ antwortet Schuster folgendermaßen:

„Ja, das tue ich. Dies habe ich auch der Bundeskanzlerin übermittelt. Unter den Flüchtlingen sind sehr viele Menschen aus Ländern, in denen Israel zum Feindbild gehört. Sie sind mit dieser Israelfeindlichkeit aufgewachsen und übertragen ihre Ressentiments häufig auf Juden generell.

Im Sommer 2014 bei den Demonstrationen anlässlich des Gaza-Konflikts konnten wir beobachten, wohin das führt. Daher gibt es in unseren Gemeinden jetzt die Sorge, dass wir solche antisemitischen Ausschreitungen wie 2014 häufiger erleben könnten.

Diese Sorge teile ich und sehe daher die Notwendigkeit, die Flüchtlinge so schnell und so fest wie möglich in unsere Wertegemeinschaft einzubinden. Die Ablehnung jeglicher Form von Antisemitismus sowie die Solidarität mit Israel zähle ich zum Grundkonsens der Bundesrepublik.“

Quelle und vollständiges Interview hier: http://www.zentralratdjuden.de/de/article/5414.sie-m%C3%BCssen-unsere-grundordnung-anerkennen.html


Evangelikaler Dachverband solidarisiert sich mit projüdischer Kundgebung

Die Deutsche Evangelische Allianz hat alle Christen zur Teilnahme an der Kundgebung „Steh auf! Nie wieder Judenhass!“ am 14. September vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. Veranstalter ist der Zentralrat der Juden in Deutschland.  deutschland-israel-flag

Die Kundgebung soll ein Zeichen setzen gegen die jüngste Welle von Antisemitismus bei pro-palästinensischen Demonstrationen.

Als Redner auftreten werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, und der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder (New York).

Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Wolfgang Baake, erklärte zu der Kundgebung: „Es ist dringend geboten, dass wir gegen jede Form des Antisemitismus unsere Stimme erheben und uns an die Seite der Juden stellen.“

Quelle: http://www.idea.de


Judenfeindlichkeit auch unter Intellektuellen und im linken Spektrum

Judenhaß ist keineswegs nur eine Erscheinung in der Unterschicht und bei rechtsextremen Organisationen. Antisemitismus gibt es zunehmend auch bei Intellektuellen. davidstern (2)

Das berichtete der Deutschlandfunk in einem am 20. Juni 2014 ausgestrahlten Beitrag. Darin kommt die Sprachwissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel zu Wort. Sie wertete über zehn Jahre hinweg Zuschriften an den Zentralrat der Juden in Deutschland und die israelische Botschaft aus.

Über die Hälfte der Schreiben stammen von Professoren, Ärzten und Lehrern. So schrieb zB. ein Jura-Professor aus Leipzig: „Die Legitimationsbasis all Ihrer Verbrechen ist wohl die zionistische Idee, ein auserwähltes Volk zu sein.“

Laut Schwarz-Friesel zeichnen sich die Schreiber solcher Briefe dadurch aus, dass sie selbst ihren Antisemitismus vehement leugnen: „Die sagen, ich bin ein Humanist, und ich schreibe nur, weil ich mich um den Weltfrieden sorge.“   –   Wenn sie dann Israel sehr massiv angriffen, sehe man, „dass sie bewusst oder unbewusst auf ganz extreme judenfeindliche alte Stereotype zurückgreifen“.

Der Antisemitismus sei auch auf linker Seite und unter Liberalen verbreitet.

Seit den 60er Jahren arbeite sich ein linksgetönter Antisemitismus an Israel ab, erläuterte der Politikwissenschaftler Martin Kloke  aus Berlin: „Vor 1967 wurden vielfach gerade in linken Kreisen Juden idealisiert, es gab Bühnenstücke, jeder Jude war ein Nathan der Weise, makellos aus den Konzentrationslagern zurückgekehrt.“

Diese Projektion habe sich dann in ihr Gegenteil verkehrt: „Das ist so ähnlich wie bei enttäuschter Liebe, und dann plötzlich schlägt diese Bewunderung in einen ebenso unkritischen Hass und Abneigung um.“

Quelle: http://www.idea.de


Prominente jüdische Stimmen aus aller Welt würdigen das Pontifikat von Papst Benedikt: „Er besitzt die Tiefe eines großen Denkers“

Juden anerkennen vor allem Benedikts Offenheit und Herzlichkeit: „Er hat in gegenseitiger Wertschätzung auch schwierige Themen nicht gemieden.“

Der Zentralrat der Juden in Deutschland äußert sich sehr positiv über das Wirken von Benedikt XVI.  – Er habe die christlich-jüdische Annäherung seines Amtsvorgängers beherzt fortgesetzt, erklärte Zentralratspräsident Dieter Graumann am gestrigen Montag:

„Die Leistungen von Papst Benedikt XVI. würdigen wir mit tiefem Respekt und wünschen ihm von Herzen alles Gute und Gottes Segen.“  –  Er habe dem jüdisch-christlichen Verhältnis neue Impulse verliehen und es mit Herzlichkeit erfüllt:

„Die Versöhnung mit dem Judentum war Papst Benedikt XVI. ein ganz persönliches Anliegen.“

Graumann erinnert zudem an mehrere Begegnungen jüdischer Persönlichkeiten mit dem Pontifex:

„Der Papst hat das Gespräch mit der jüdischen Gemeinschaft ausdrücklich gesucht und in gegenseitiger Wertschätzung auch schwierige Themen nicht gemieden. Die Begegnung mit ihm war für uns eine große Freude und getragen von persönlicher Wärme.“

Charlotte Knobloch, die Vorgängerin Graumanns und heutige Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses, hat den angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt „zutiefst“ bedauert:  IMG_1093

„Ein deutscher Papst  –  das war etwas Besonderes und sehr Bedeutsames vor allem für die Gläubigen in der Bundesrepublik“, sagte sie am gestrigen Montag in München  –  und fügte hinzu:

„Dieser zweifellos in tiefstem Glauben und größtem Verantwortungsbewusstsein gefasste Entschluss von Benedikt XVI verdient absoluten Respekt und Hochachtung.“

Ronald Lauder, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, lobte Papst Benedikt dafür, daß er den katholisch-jüdischen Beziehungen eine „solide theologische Basis gegeben und sie mit Inhalten und Leben gefüllt“ habe.

Das ECHO in POLITIK , RELIGION und MEDIEN in ISRAEL verlief weitgehend positiv:

Staatspräsident Shimon Peres erklärte, er sei traurig über die Entscheidung des Pontifex und würdigte zugleich seine Persönlichkeit:

„Papst Benedikt besitzt die Tiefe eines großen Denkers, die Ernsthaftigkeit eines großartigen Gläubigen, die Leidenschaft eines Friedensstifters und die Weisheit, sich auf Veränderungen in der Geschichte zu beziehen, ohne seine Werte zu verändern.“

Foto: KOMM-MiT-Verlag


Der 89-jährige Präsident des jüdischen Staates hob zudem die Verdienste Benedikts für die Beziehungen zwischen dem Volk Israel und der kath. Kirche hervor.

Der Oberrabbiner der sephardischen Juden, Schlomo Amar, würdigt das Eintreten Benedikts gegen jeden Antisemitismus. Zudem sollten seine Worte in Erinnerung bleiben, laut denen die Juden die „älteren Brüder“ und „Vorfahren“ der Christen seien.

Auch Israels zweiter Oberrabbiner Yona Metzger lobt die Verdienste des Papstes, wie die „Jerusalem Post“ gestern berichtet:

“Während seiner Amtszeit gab es die besten Beziehungen zwischen der Kirche und dem Oberrabbinat. Wir hoffen, dass sich das fortsetzt“, ließ Metzger ausrichten. Der Papst verdiene für sein Wirken „ein hohes Ansehen und viel Anerkennung“. Der führende israelische Gelehrte wünschte dem Papst “gute Gesundheit und ein langes Leben“.

Der Leiter der Abteilung für Diaspora und Religion beim Außenministerium, Schmuel Ben-Schmuel, dankte Benedikt für seine „herzliche und freundliche Haltung gegenüber dem jüdischen Volk“.  –  Er wies zudem darauf hin, daß dies der erste Papst (seit Gründung des Staates Israel) war, der offen den Radikalismus im Islam kritisiert hat.

David Rosen aus Jerusalem, ein führender Rabbi, der noch kürzlich energisch Erzbischof Müller gegen Angriffe in deutschen Medien verteidigte,  erklärte laut israelischer Zeitung „Haaretz“, Papst Benedikt habe die Beziehungen zum Judentum weiter verbessert, wenngleich es ihm „nicht gelungen sei, seinen konservativen Aktionen ein Lächeln aufzusetzen.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster

 


Dieter Graumann über mangelnden Respekt vor der Religion und das Tabu des Antisemitismus unter Muslimen

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, äußert sich in einem am heutigen Samstag (29.12.) veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ über den in Deutschland weit verbreiteten Mangel an Respekt vor der Religion  – zumal in den herrschenden Medien: „Es gibt auch einen säkularen Fundamentalismus, der alles zu verurteilen versucht, was mit Glauben zu tun hat“, so Graumann.    IMG_1093

Der Zentralrats-Chef spricht auch über die zunehmende Israelfeindlichkeit in der SPD, mag diese auch eher wahltaktisch motiviert sein.

Zudem zeigt er sich  – neben dem altbekannten Judenhaß von Rechtsextremen – auch besorgt über wachsende Judenfeindlichkeit vor allem junger Muslime hierzulande:

„Aber es stimmt, dass es unter jungen Muslimen immer stärker werdende Tendenzen gibt, die oft noch öffentlich tabuisiert sind und über die nicht genug gesprochen wird. Wenn hier auf Schulhöfen und Sportplätzen „Jude“ als gängiges Schimpfwort gebraucht wird, ist das eine brennende Wunde, ein Skandal.

Die Verantwortlichen in den muslimischen Gemeinden müssen diese Judenfeindschaft viel offensiver bekämpfen, auch wenn oder gerade weil das nach innen unpopulär sein mag.“

Die WELT-Redaktion befragte Graumann auch nach einem  „deutschen Patriotismus“  auf  jüdischer Seite; seine Amtsvorgängerin Charlotte Knobloch bekannte sich ausdrücklich dazu. Graumanns Antwort hierzu:

„Mit dem Begriff „Patriotismus“ habe ich es nicht so. Ich bin schon mein ganzes Leben in Deutschland, ich bin bewusst und sehr gerne hier. Doch mit dem Wort „Patriotismus“ tue ich mich generell schwer. Ich habe allerdings auch nichts dagegen, wenn jemand stolz ist, ein Deutscher zu sein. Warum sollte er nicht?“

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article112285820/Es-herrscht-ein-Mangel-an-Respekt-vor-Religion.html