Wirklich „synodal“ oder wichtigtuerisch?

Presse-Erklärung des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen):

Seit Luther gehört die Vorstellung synodaler Prozesse in der Kirche anscheinend zum Allgemeingut. Der von Jesus Christus offenbarte Glaubensschatz gelangte so in die Verfügungsgewalt von (Landes-)Kirchen, die als Recht mißbrauchen, das geoffenbarte Wort Gottes nach Belieben zu verändern, d.h. den zeitgeistdienenden Vorstellungen zu unterwerfen.

Das Wort des hl. Paulus: „Macht euch nicht mit dieser Welt gemein“ wird selbstherrlich umgemünzt in: „Ändert Gottes Wort, damit ihr in der Gesellschaft ankommt“.

Dieses Ankommenwollen ist auch in der katholischen Kirche mittlerweile so weit verbreitet, daß ein biblisch orientiertes Zitat keine Chance mehr hat, gehört und beachtet zu werden. Hat Luther denn nicht gesagt, daß nur gilt, was in der Bibel steht?

Der Name „synodaler“ Weg ist kirchenrechtlich und praktisch gesehen eine irreführende, ja hochstaplerische Bezeichnung. Viel mehr ist es statt eines Weges ein unfruchtbarer Kreisverkehr: jeder Beteiligte glaubt, wo seine Nase gerade hinzeigt, sei vorne. Nach dem Motto: „Wenn keiner mehr weiter weiß, bildet man einen Arbeitskreis“.  – „Wir wissen ja nicht genau, was wir wollen, aber das mit aller Kraft“.

Der synodale Weg ist Beschäftigungstherapie für Funktionäre, Konjunktur für Projekte zur Neu-Erfindung des Rades und für Wichtigtuer, die schon längst Geklärtes ohne Kenntnis der einschlägigen und verbindlichen Dokumente – einschließlich der Bibel –  wieder in Frage stellen, für Gremienfetischisten und Zeitdiebe – während „normale“ Christen ihre Berufung in Familie und Beruf wahrnehmen und für unfruchtbares Geschwätz keine Zeit haben.

Ein aufwendiges Unternehmen auf Kosten der Kirchensteuerzahler, die dies aus Überzeugung rundweg ablehnen, zumal einige Diözesen bereits Verwirrung und Frust nach mehrjährigen „Pastoralgesprächen“ verzeichnen.

Zu den Beteiligten dieses „Weges“ gehören, soweit öffentlich bekannt, auch Personen, die nach CIC § 194 usw. ihre kirchlichen Rechte „ipso iure“ verloren haben, etwa Menschen, die vom katholischen Glauben oder von der Gemeinschaft der Kirche öffentlich abgefallen sind, ohne dass der verantwortliche Bischof Maßnahmen ergriffen hätte und öffentliche Anschuldigungen vorliegen. Diese Menschen können in obigem Kontext nicht wirksam beraten!

Deshalb erklären wir: Sollten derartige Leugner von gültigen und verbindlichen Lehren über Glauben und Sitte irgendwie an synodalen Beschlüssen beteiligt sein, werden wir deren Gültigkeit mit allen verfügbaren rechtlichen Mitteln anfechten.

Bonn, 3. Dezember 2019, Fest des hl. Franziskus Xaverius
V.i.S.d.P. Reinhard Dörner, Vorsitzender


Kathol. Dachverband kritisiert „Maria 2.0“

Pressemeldung des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen):

Hätten die Damen etwas mehr Ahnung von Bibel, Kirchengeschichte etc., dann wüßten sie, daß in der Urkirche öffentliche Sünder vor den Gottesdiensträumen bleiben mußten, wenn sie sich eines schweren Vergehens gegen den Glauben und die Moral der Kirche schuldig gemacht haben. Sie durften erst dann wieder zu den Gottesdiensten zugelassen werden, wenn sie die kirchlich verhängte Buße geleistet hatten.

Immerhin haben sich die Damen der KFD selbst in die Büßerrolle versetzt, wenn auch unfreiwillig. Wenn sie es ehrlich mit ihrer Buße meinen würden, dann hätten sie bei ihrem – medienwirksamen – Auftritt wenigstens Bußkleidung getragen, aber dafür waren sie offensichtlich zu eitel. Denn schon seit Jahren fordern sie pausenlos ihre „Rechte“ ein:

Weiheämter vom Diakonat über Priester- bis Bischofsweihe, in den Gemeinden bedeutende Positionen in den Gremien Pfarrgemeinderat und/oder Kirchenvorstand, natürlich Liturgieausschüsse, in denen sie den vom Kirchenrecht vorgesehenen Seelsorgern vorschreiben wollen, „wo‘s lang geht“. Das nennen sie dann „Absprachen“.

Es ist bezeichnend, daß weder die verantwortlichen Bischöfe noch die Damen selbst sich je einmal mit 1 Tim 2, 9-14 beschäftigen, z.B.: „Die Frau soll sich stillschweigend in aller Unterordnung belehren lassen.“

Im Zeitalter des Feminismus wird aber aus den Paulusbriefen als zeitbedingt ausgeblendet, was nicht die Aufmüpfigkeit der Damen unterstützt. Hat Gott im Paradies nicht ausdrücklich angeordnet, keineswegs vom Baum in der Mitte des Gartens zu essen, „sonst müßten sie sterben“?

Da war es doch geradezu eine Erlösung von so zeitgebundenen Aussagen Gottes, wenn man selbst bestimmen konnte, was gut und böse ist. Dienen? Wem denn? Wer nach der „Macht“ greift, kann, nein will nicht dienen!

Wer Dienen in der kirchlich rechten Weise verstehen will, sollte sich einmal mit der seligen Anna Katharina Emmerich beschäftigen, die in ihren Schauungen über die Ereignisse im Paradies sehr detailliert beschreibt, welche Folgen es für die Frau hat, Gott den Dienst aufzukündigen.

Hätten die Damen der KFD einmal gründlich darüber nachgedacht und sich bei geistlichen Schriftstellern wie Teresa von Avila, Katharina von Siena etc. erkundigt, dann wüßten sie, daß das Kommen des Reiches Gottes von Menschen abhängt, die bereit sind, wie Maria ihr „Fiat“ zu sprechen. Haben die Damen niemals in Predigten etc. gehört, daß erst die bereitwillige Zustimmung Marias den Erlösungsweg Jesu überhaupt möglich gemacht hat?

Der Kirchenstreik der Damen hat auch etwas Gutes: Es zeigt sich, wer nicht zur Kirche gehört: „Wollt auch ihr gehen“?

Besser die Damen separieren sich selbst, als daß die Kirche Maßnahmen ergreifen muß, sich von Menschen zu trennen, die „mit der Kirche nichts mehr am Hut haben“.

ZpV, Reinhard Dörner, Vorsitzender


Warum der zeitgeistkonforme Katholikentag kein „Fest des Glaubens“ war

Pressemeldung des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen):

Welche Früchte zeitigt dieser Katholikentag – wie schon seine Vorgänger? Seit Jahrzehnten haben die „Gestalter“ der Katholikentage dessen unkatholische Umkehrung im Griff: Steigerung beabsichtigt.

Drehbuchautoren: Linkskatholiken, Mainstreamapostel, Anpassungsfanatiker, Gutmenschen aller Art. – Regie und Assistenz: Zentralkomitee der Katholiken Deutschlands.  –  Die Sekundanten: diverse deutsche Bischöfe.

Wie kann ein solches Event ein „Fest des Glaubens“ sein?  – Kommentar eines Katholikentagsteilnehmers: „Die Beimischung einiger Tropfen Christentums zu einer linken Gesinnung verwandelt den Trottel in einen perfekten Trottel.“ (Zitat von Nícolas Gómez Dávila).

Bezeichnend ist die völlig fehlende Chance, sich Gehör zu verschaffen, für einen der wenigen, noch klar glaubensorientierten deutschen Bischöfe, der die Teilnehmer/Veranstalter auffordert, „sich mit Forderungen zu Glaubensfragen zurückzuhalten“ unter Hinweis auf „die altbekannten Forderungen“, wozu der Katholikentag keine Kompetenz habe. (www.vaticannews.va)

Denn es ging nicht nur um handfeste „Glaubensfragen“ wie Interkommunion, Unauflöslichkeit der Ehe, Eucharistieempfang für konfessionsverschiedene Ehepaare usw., sondern wieder einmal um das Frauenpriestertum (Kramp-Karrenbauer) und um das Mitspracherecht sich noch kirchlich-katholisch nennender Verbände (BDKJ, Frauenverbände etc.).

Welchen Wert hat da der Aufruf von Kardinal Marx zur Einheit in der katholischen Kirche, wenn er selbst mit zweifelhaften Vorschlägen zur „Einzelfallösung“ beim Eucharistieempfang in konfessionsverschiedenen Ehen aufwartet? Steigt er etwa herab von seinem erzbischöflichen Sessel und widmet sich vor Ort der Einzelfallseelsorge, oder überlässt er das bei diesem schwierigen Geschäft den Seelsorgern der Groß-Pfarreien (und „verlässt“ sie damit auch)?

Wie lange müssen wir als lehramtstreue Kirchensteuerzahler uns noch auf diese Weise düpieren lassen? Sind nur diejenigen vox populi, die den bis zur Unkenntlichkeit angepassten Mainstreamhierarchen zu allem applaudieren, was längst keinen Beifall mehr verdient?

In einem Gespräch des Unterzeichners mit Bischof Lettmann ging es um diese Linienüberschreitung des ZdK und vieler Verbände und damit um die Frage, ob die Bischofskonferenz hier nicht einschreiten könne. Seine Antwort wörtlich: Man könne das ZdK praktisch nicht „loswerden“.

Um dies aber entgegen allem Anschein mit Sicherheit zu erreichen, schlägt der Zusammenschluss papsttreuer Vereinigungen (ZpV) der DBK vor: Man streiche allen Verbänden und – damit auch dem ZdK –  und Gruppierungen in Deutschland, die sich nachweisbar nicht klar an der Lehre der Kirche orientieren, die zum Teil erheblichen Zuweisungen kirchlicher Steuermittel und fordere sie auf, ihre Arbeit aus eigener Kraft und eigenen Mitteln zu finanzieren.

Man darf gespannt sein und Wetten abschließen auf die Schnelligkeit, mit der diese Art des Verbandskatholizismus danach verschwunden sein wird.

Reinhard Dörner, Vorsitzender des ZpV


Der okkulte Hintergrund des Peace-Zeichens

Pressemeldung der Marianischen Liga:

Die Auswahl von Symbolen ist keineswegs zufällig; sie verrät und eröffnet dem Betrachter den geistigen Hintergrund der Auswählenden.

Dies gilt auch für das Logo, das die kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) Münster in „praktischen und spirituellen Workshops“ als Vorbereitung auf den kommenden „Katholikentag“ in Münster „erarbeitet“ hat.

Offiziell geht es den Damen dabei um „Frieden“, aber nicht – wie man eigentlich bei einer sich katholisch nennenden Gruppierung erwarten müsste  ̶  „um den Frieden Christi, den die Welt nicht geben kann“, der auch nur zu erreichen ist durch den Erlöser Jesus Christus, indem sich der einzelne von seinen Sünden abkehrt und in Buße die Versöhnung mit Gott sucht  – nein, keineswegs!

Das von den Damen gewählte Logo ist bei der rein innerweltlichen, internationalen Friedensbewegung „abgekupfert“, hat also einen die katholische Religion nicht einmal ansatzweise betreffenden, sondern davon völlig abweichenden, rein ideologischen Bezug.

In diesem Zeichen ist ein Kreuz auf den Kopf gestellt, umgeben von einem „magischen Kreis“ – wie im Okkultismus und Satanismus üblich.

Die Damen benutzen als „Firmament“ einen dieses „Friedens-Zeichen“ überwölbenden Regenbogen – eigentlich das alttestamentliche Symbol des nach-sintflutlichen Bundes Gottes mit den Menschen – in der ideologisch-innerweltlichen Bewegung des „Neuen Zeitalters“ hat er aber die Bedeutung einer Brücke zwischen den Menschen und den „Geistern“, womit hier keineswegs die von Gott gesandten Engel gemeint sind.

Die ganze esoterisch orientierte Zusammenstellung hat als Hintergrund ein Bauwerk aus offenbar „behauenen Steinen“. Ob es sich dabei um Aufbau oder Abriss handelt, ist nicht zu erkennen. Dass auch die Farbgebung mit Absicht gewählt ist und in diesem Kontext Bedeutung hat, sei hier nur am Rande erwähnt.

Daraus ergeben sich Fragen:

Von welchen Zielen wird die Arbeit der kfd mit ihren Mitgliedern bestimmt, wenn so das „Arbeitsergebnis“ eines Diözesantreffens aussieht? Was hat das noch zu tun mit den Grundanliegen und der Gründungsabsicht der kfd, des ehemaligen „Frauen- und Müttervereins“, nämlich Frauen, und vor allem Müttern, ein Leben mit und aus dem Glauben zu vermitteln und in ihnen zu vertiefen?

Was unternehmen die innerkirchlich Verantwortlichen gegen derart un-katholische Ausrichtungen, die nun schon seit Jahrzehnten zunehmend nicht nur die Frauenverbände, sondern die sich katholisch nennenden Verbände aller Art dominieren?

Die Zuständigen und Verantwortlichen schauen nicht nur schweigend zu, sondern unterstützen dieses Treiben auch noch, leider nicht nur materiell, sondern oft auch ideell. Man benimmt sich, als sei man „Herr über Gottes Erbteil“, „ut si Deus non daretur“, als ob es Gott nicht gäbe!

Wenn das aber die durch Taten belegte Überzeugung ist, dann sollte man ehrlich die Konsequenzen ziehen: die im Grunde nur gläubige Katholiken treffenden Zwangsmaßnahmen zur Kirchensteuerzahlung aufheben, die ohnehin im Widerspruch zum Kirchenrecht stehen, und den sich „katholisch“ nennenden Gruppierungen diese Bezeichnung entziehen und sie zu rein staatlichen Vereinen machen, damit sie nicht noch mehr Menschen täuschen und in die Irre führen können.

Schließlich sollte stimmen: „Wo katholisch drauf steht, ist auch katholisch drin“ – oder etwa nicht?

gez. Gertrud Dörner, Vorsitzende der Marianische Liga – Vereinigung katholischer Frauen e.V.

Die Marianische Liga gehört zum ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen): http://www.papsttreue-vereinigungen.de/erklaerungen.php?datum=22.10.2017

Siehe als Ausgangsbasis dazu den Bericht aus den Westfälischen Nachrichten: http://www.wn.de/Muenster/2989300-Treffen-von-kfd-Delegierten-aus-dem-Bistum-Frauen-bereiten-Katholikentag-vor


„Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen“ kritisiert bischöfliche Erklärungen

Von Reinhard Dörner

Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein deutscher katholischer Bischof, in der Regel Kardinal Reinhard Marx (siehe Foto), der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), seine (un-)gefragte Meinung zu vermeintlichen politischen Entwicklungen oder Ereignissen zum Besten gibt.

Dies war unter Marx‘ Vorgängern schon so und hatte nach dem Kalkül der Medien wohl den Zweck, das katholische (Wahl-)Volk auf den Kurs (zurück-) zu bringen, auf den die öffentlichen Medien es glaubten eingespurt und festgezurrt zu haben. Denn eine Kursabweichung der Wählermassen würde dem medial-politischen Establishment ungelegen kommen. IMG_20140601_122952

Katholiken sind es leider eher gewohnt, dass der Vorsitzende seine Meinung verlautbart, ohne sie auf ihren Sinngehalt zu prüfen: Man lässt jemanden für sich denken, von dem man annimmt, dass er den erforderlichen Durchblick hat. Dem nimmt man dann auch seine Zustimmung zur Politik einer Kanzlerin ab, gegen die sich schon eine breite Strömung entwickelt, weil die Sorgen der Bürger gegenüber einer Kultur, die ihnen fremd ist, nicht unberechtigt sind.

Nun ist es katholischen Geistlichen aber spätestens seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verboten, politische Ämter zu bekleiden. Im kirchlichen Gesetzbuch von 1983 heißt es in Can 285 §3: „Öffentliche Ämter anzunehmen, die eine Teilhabe an der Ausübung weltlicher Gewalt mit sich bringen, ist den Klerikern verboten.“

Natürlich ist eine öffentliche Meinungsäußerung keine Ausübung eines öffentlichen Amtes, aber Beeinflussung der Öffentlichkeit.

Mit ein wenig Fingerspitzengefühl sollte man sich auch öffentlicher Äußerungen enthalten, die einer Zustimmung oder Ablehnung bestimmter Politik gleichkommen. Dies ist den dafür gewählten Volksvertretern vorbehalten, besonders auf dem Boden eines Landes, das z.Zt. eine Massenimmigration erfährt.

Von katholischen Würdenträgern sollte man solches Feingespür erwarten dürfen. Sie sollten politisches Reden, Denken und Handeln jenen überlassen, denen dies in besonderer Weise vom Wähler übertragen wurde: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.“

Wenn schon öffentliche Statements als erforderlich angesehen werden, dann sollten sie keiner Stimmungsmache folgen, sondern immer der Lehre und dem Beispiel Jesu. 

Christus hatte keine Angst, gegen falsche Herrschaft aufzutreten. Er hat den Herodes öffentlich einen „Fuchs“ genannt hat – gegen eigenes opportunistisches politisches Kalkül, sondern er vertrat auch gegen diesen Gewaltherrscher seinen Auftrag, die „Dämonen“ auszutreiben und sein Werk zu vollenden. Auch unsere Leitkleriker sollten primär dieses Werk ihres HERRN vollbringen, schließlich ist ihnen genau das mit der Weihe als Aufgabe übertragen worden.

Unser Autor Reinhard Dörner ist Dipl.-Theologe, Germanist und Oberstudienrat i.R.; er ist zudem Vorsitzender des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen e.V.), Estermannstr. 71, D-53117 Bonn, http://www.papsttreue-vereinigungen.de

Foto: Laura Mohr

 


„Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen“ kritisiert deutschsprachigen Synodentext

PRESSEMITTEILUNG zur KNA-Meldung „Deutschsprachige Synoden-Arbeitsgruppe zeigt Weg zur Einigung auf“:

Der hl. Papst Pius X. konnte in seiner Enzyklika „Pascendi Dominici Gregis“ (über die Lehre der Modernisten) noch nicht aufzeigen, auf welchen Wegen und mit welchen hermeneutischen Methoden Modernisten ihre Ziele verdeckt, aber hartnäckig verfolgen. Diese Methoden-Lücke füllt nun die „Deutschsprachige Synodenarbeitsgruppe“ mit ihrem Text, den KNA „dokumentiert“ hat.  
Radio Vatikan

Dieser Text ist ein Paradebeispiel sophistischer Verdrehung von Lüge in Wahrheit, so dass der unkritische Leser den Eindruck gewinnen muß: alles in Ordnung.

So wird etwa auf den KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) verwiesen, dazu auf den großen Theologen Thomas von Aquin und sogar auf das Apostolische Schreiben „Familiaris Consortio“ von Johannes Paul II. Teilweise wird sogar daraus zitiert.

Damit soll wohl der Eindruck erweckt werden, dass dieser „Zwischenbericht“ auf der Lehre der Kirche basiert. Schaut man aber genauer hin, erkennt man die „Angelhaken“:

So behauptet der Text, die „Barmherzigkeit Gottes (erschließe) … uns den Grund und das Ziel des gesamten Heilswerkes“ (Jesu Christi). Auf diese Weise stellt der Text die Barmherzigkeit Gottes als seiner Gerechtigkeit übergeordnet hin; denn mit ihr allein macht er uns also gerecht. An dieser Aussage hätte Luther seine helle Freude gehabt.

Keine Rede davon, dass Gott uns seine Barmherzigkeit nicht voraussetzungslos erweist, sondern nur, wenn wir uns bekehren. Doch diese notwendige Bedingung wird von Modernisten grundsätzlich verschwiegen, sie ist nicht gefragt, unerwünscht. flyerstralsund2

Der Text belehrt uns weiter, wir sollten nicht „einseitig deduktive Hermeneutik“ betreiben, weil diese „konkrete(n) Situationen“ nicht gerecht werde. Statt dessen bemüht der Berichterstatter als Beurteilungskriterien „Klugheit und Weisheit“, und verweist hier z.B. auf den hl. Thomas von Aquin.

„Klugheit und Weisheit“ sollen damit also „die Handlung (bestimmen), welche das Ziel der praktischen Vernunft ist“. Darin bestehe die pastorale Aufgabe, die Menschen „seelsorgerisch“ zu begleiten.

Als Demutsgeste  –  Selbstanklage und öffentliche Beichte  –  gesteht man nun ein, dass man bisher zu wenig „biographisch-geschichtlich“ gedacht habe, was insgesamt also dem klassischen Ansatz einer Situationsethik entspricht. Und um dies plausibel erscheinen zu lassen, behauptet der Text nun, dass sich in der katholischen Kirche die „Ehelehre geschichtlich entwickelt und vertieft“ habe.

Und damit dann auch niemand auf die Idee kommt, auf das klare Wort Jesu Christi hinzuweisen: „Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen“, soll man dies nur ja nicht zitieren, denn man solle den Eindruck vermeiden, die Heilige Schrift würde „nur als Zitationsquelle für dogmatische, juristische oder ethische Überzeugungen“ benutzt. Dagegen sei das „Gesetz des Neuen Bundes … das Werk des Heiligen Geistes im Herzen der Gläubigen“DSC06228

Was aber ist von diesem „Geist“ zu halten, wenn sich die „Gläubigen“ mit ihm gegen den erklärten und geoffenbarten Willen Jesu Christi wenden? Wenn aber, wie im Text behauptet, der Kirche angeblich, gut modernistisch gedacht, „die Sakramentalität der Ehe (erst) ausdrücklich bewusst“ wurde, dann kann man selbstredend den geoffenbarten Willen Gottes verschweigen.

Die Wahrheit ist dagegen der Grundsatz aller theologischen Lehre in der katholischen Kirche, dass sich sämtliche Sakramente auf Worte und Handlungen Jesu oder seiner Apostel berufen können und müssen. Im Gegensatz zur Aussage des Berichttextes – als Redakteur ist hier Kardinal Schönborn zu vermuten – lässt sich sagen, dass die kirchliche Lehre höchstens zur juristischen Präzisierung Zeit brauchte, nicht aber hinsichtlich des Grundprinzips der Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe.

Der Text baut hier also einen unzutreffenden Gegensatz auf, wenn er behauptet, die Kirche stehe „unausweichlich in dem Spannungsfeld zwischen einer notwendigen Klarheit der Lehre von Ehe und Familie einerseits und der konkreten pastoralen Aufgabe andererseits“.

Hier fehlen Überlegungen, warum dieses Thema gerade heute eine besondere Bedeutung gewonnen hat. christus

In Zeiten noch vorhandener Katechese wussten Eheleute aus der kirchlichen Rechtspraxis, dass sie nach Trennung von ihrem Ehepartner und Eingehen weiterer eheähnlicher Verbindungen während dessen Lebenszeit vom Empfang der Sakramente (Beichte und Eucharistie) aufgrund ihres objektiv schwer sündhaften Zustands ausgeschlossen waren. Wirklich pastoral gesinnte Seelsorger haben dies den betroffenen Menschen erklärt und begreiflich zu machen versucht.

Der Ausschluss von den Sakramenten ist in sich notwendig, solange der sündhafte Zustand besteht. Er dient als Anstoß zur Besinnung und zur Umkehr zu Gottes Wort und Willen, vertreten durch die Zehn Gebote und die Morallehre der Kirche.

Der Text erweckt dagegen den Eindruck, dass die „laissez-faire-Barmherzigkeit“ Gottes, verbunden mit der Entscheidung des Pönitenten aufgrund eigener „Gewissensfähigkeit“, diesem den Weg frei gibt mit der Berufung darauf, sich nicht durch die notwendige reuige Umkehr, sondern durch öffentliche Anerkennung seines sündhaften Zustandes ohne Einschränkungen seinen Platz in der Kirche zu sichern. Hier wird die Aussage des Liedes „Eine große Stadt ersteht“ wörtlich genommen, wo es heißt: „Lass herein, die draußen sind“.

Die eigentliche Aufgabe der Pastoral wäre es dagegen, den betroffenen Menschen bewusst zu machen, dass die äußerliche Anerkennung eines Platzes in der Kirche nicht identisch ist mit der absolut notwendigen Übereinstimmung des Lebens nach dem Willen Gottes, greifbar in seinen Geboten und in der Lehre der Kirche. Davon abweichend zu leben, ist und bleibt „Sünde“, die „Bekehrung“ verlangt.

Und da hiervon letztlich das ewige Heil des Menschen bei Gott abhängt, sein eigentliches Ziel, wozu unser Herr Jesus Christus seine Kirche durch sein Kreuz und Leiden gegründet hat, ist die Kirche in ihren „Verwaltern“ verpflichtet, gerade hierauf ihren Schwerpunkt zu legen und nicht mit „Sophisterei“ Menschen in die Irre zu führen.

Wer diesen „Synodenbericht“ genau zur Kenntnis nimmt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich bei den Teilnehmern der Bischofssynode die Spreu vom Weizen trennt.

Reinhard Dörner, Vorsitzender des Zusammenschlusses papsttreuer Vereinigungen eV
www.papsttreue-vereinigungen.de

Diese Meldung wurde auch von Radio Vatikan auszugsweise veröffentlicht: http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/23/deutschland_kritik_an_deutscher_synodengruppe/1181504