Wissenschaftler diskutieren über eisigen Vulkan auf dem Zwergplaneten Ceres

Der Krater Occator auf dem Zwergplaneten Ceres ist ein Hingucker: Mit einem Durchmesser von 92 Kilometern ist er größer als der Krater Tycho auf dem Mond, der selbst von der Erde aus mit dem bloßen Auge als heller Fleck zu erkennen ist. 2016-12-14_occator_l

Seine Wände ragen mit bis zu 2000 Metern höher empor als die Eiger-Nordwand in den Berner Alpen. Und seine hellen Flecken im Inneren des Kraters lassen weltweit die Wissenschaftler über ihre Beschaffenheit und ihren Ursprung diskutieren.

„Der Einschlag, der diesen Krater entstehen ließ, hat sehr wahrscheinlich eine Verbindung zum tieferen Untergrund geschaffen – und so konnte vermutlich ein Gemisch aus Eis, Schlamm und Salz durch Spalten in der Kruste nach oben steigen“, sagt DLR-Planetenforscher Prof. Ralf Jaumann, Mitglied im Kamera-Team der amerikanischen Dawn-Mission.

Das helle kalkhaltige Salz an Ceres‘ Oberfläche ist der Rückstand dieses Prozesses. „Es hat also eine Art vulkanischer Tätigkeit stattgefunden – allerdings nicht mit geschmolzenem Gestein, sondern mit einem geschmolzenem Eis-Schlamm-Gemisch.“

Ein vom DLR-Institut für Planetenforschung erstelltes Video simuliert einen Überflug über den einzigartigen Krater. Grundlage für das Video sind 548 Bilder der deutschen Kamera, mehr als 10.000 Stereokombinationen sowie 106 Millionen berechnete Punkte auf der Oberfläche, aus denen die DLR-Planetenforscher ein dreidimensionales Höhenmodell des Zwergplaneten erstellten.

Auffällig ist, dass nicht alle großen Krater auf dem Zwergplaneten Ceres diese hellen Salzablagerungen zeigen, die in Occator bereits bei der Annäherung der Raumsonde Dawn an den Zwergplaneten Ceres gut erkennbar waren.

Der Einschlag könnte daher an dieser Stelle im Untergrund Material erwischt haben, das bei anderen großen Kratern vermutlich nicht vorhanden ist“, vermutet DLR-Planetenforscher Prof. Ralf Jaumann. An der Oberfläche ist dann das aufgeschmolzene Eis unverzüglich in den gasförmigen Zustand übergegangen – während Schlamm und Salze auf der Oberfläche blieben.

Quelle und vollständiger Artikel mit Video hier: http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10212/332_read-20440/


Raumsonde fährt zum Zwergplaneten Ceres

Die NASA-Raumsonde „Dawn“ ist unterwegs zu einer neuen Umlaufbahn um den Zwergplaneten Ceres. Bereits am 4. November hat Dawn ihre jüngste Beobachtungsposition etwa 1480 Kilometer über der Oberfläche verlassen. standard_full

Anfang Dezember soll die Sonde eine Höhe von 7200 Kilometern erreichen. Von dort sind vor allem Messungen des Instrumentes GraND, eines Detektors für Gamma-Strahlung und Neutronen, geplant.

Auf dem Weg zum neuen Aufenthaltsort, am 17. Oktober, hatte das Kamerasystem an Bord diese Aufnahme des Occator-Kraters (oben, leicht links im Bild) eingefangen. 

Die helle Region inmitten des Kraters direkt neben Resten eines Zentralberges deuten Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung als Anzeichen jüngerer geologischer Aktivität.

Ihre Ergebnisse legen nahe, dass das helle Material überwiegend aus Karbonaten besteht. Diese könnten beim Einschlag, der den Krater einst formte, als Teil einer Lösung aus der Tiefe empor gequollen sein. Während das Wasser nach und nach verdunstete, blieben die karbonatreichen Reste zurück.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.mps.mpg.de/Dawn-Aufbruch-zu-neuen-Hoehen

Foto: NASA/JPL-Caltec/UCLA/MPS/DLR/IDA  


Zwergplanet Ceres bietet rätselhaftes Material an Kratern und Bergen

Umso detaillierter die Planetenforscher der Dawn-Mission auf Zwergplanet Ceres blicken können, desto rätselhafter – und spannender – wird der Himmelskörper. Die kontrastverstärkten Echtfarben zeigen bläuliches Material an einigen Kratern und Berghängen. VideoC_l

„Man könnte zunächst davon ausgehen, dass es sich dabei um Impaktschmelzen handelt, die sich bei der Entstehung der Krater gebildet haben – aber wir sehen das Material auch an Ceres’ höchstem Berg, dem Ahuna Mons“, erläutert Prof. Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Er fügt hinzu: 

„Außerdem müsste man dieses bläuliche Material dann auch bei allen Kratern sehen.“

Eine exakte Erklärung für dieses Phänomen haben die Forscher noch nicht. Auf der 47. „Lunar and Planetary Science Conference“ in Texas zeigte das Dawn-Team nun neue Aufnahmen des Zwergplaneten aus nur 385 km Höhe.

Die kontrastverstärkten Farbkarten von Zwergplanet Ceres zeigen, dass das bläuliche und recht frische Material an den jüngeren Kratern sowie am Berghang von Ahuna Mons zu sehen ist. „Dieses Material bildet Fließstrukturen und geht wahrscheinlich auf eine Interaktion zwischen der direkten Oberfläche und dem darunterliegenden Material zurück.“

Unter der eisfreien Oberfläche von Ceres müsse sich daher eine weitere, andere Schicht befinden. „Es gibt Hinweise darauf, dass diese Schicht unter der obersten Kruste mit Eis und flüchtigen Stoffen angereichert ist.“

An der Oberfläche hingegen wurde bisher kaum Eis entdeckt, da dieses sofort sublimiert. Hilfreich bei der Lösung der Rätsel, die Ceres den Planetenforschern aufgibt, sind die Daten, die Raumsonde Dawn nun aus dem niedrigsten Orbit zur Erde sendet.

„Noch im letzten Jahr sah der Krater Occator wie eine einzige helle Fläche aus“, erläutert Prof. Jaumann. „Jetzt erkennen wir auf den Nahaufnahmen komplexe Strukturen.“ –  Neben mysteriösen hellen Flecken im Kraterinneren sind eine große helle Aufwölbung im Zentrum zu sehen sowie zahlreiche Risse und Brüche.

Vollständiger Artikel mit Video und Fotos: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-17242/year-all/#/gallery/22486


Mit einem Video über die Krater-Welten des Zwergplaneten Ceres „fliegen“

Der Zwergplanet Ceres wäre ein ungemütlicher Platz, stünde man tatsächlich auf seiner Oberfläche: Etwa frostige minus 60 Grad Celsius am Tag, kältere Temperaturen in der Nacht, ein harter, gefrorener Boden und kilometergroße Krater in allen Formen hätte er zu bieten. Ceres_Video_l

Im Vakuum würde Stille den Besucher umgeben – bei einem Spaziergang wäre noch nicht einmal das Knirschen des Bodens unter seinen Füßen zu hören. Wesentlich komfortabler ist die Sicht mit den Augen von Raumsonde Dawn. Die Planetenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben aus Kameradaten, die Dawn aus 1450 km Entfernung aufgenommen hat, einen Film erstellt, in dem der Zuschauer minutenlang über die abwechslungsreiche Krater-Welt und über den Berg Ahuna Mons des Zwergplaneten fliegt.

„Der simulierte Überflug zeigt das breite Spektrum an Kraterformen, auf die wir bei Ceres gestoßen sind: Der Betrachter blickt auf die steilen Wände von Krater Occator, die an die Eiger Nordwand herankommen, aber auch auf Dantu und Yalode, deren Krater deutlich flacher sind“, erläutert Prof. Ralf Jaumann, Planetenforscher am DLR und Wissenschaftler der amerikanischen Dawn-Mission.

2350 Bilder verwendeten Wissenschaftler des DLR-Instituts für Planetenforschung, um die realistische Sicht auf den eisigen Zwergplaneten zu ermöglichen. Kontrastverstärkte Echtfarben zeigen dabei die unterschiedlichen Materialien der Oberfläche. Bräunlich erscheinen tonhaltige Regionen: „Auf der Erde würden wir daraus so etwas wie Ziegel oder Terracotta fertigen können.“

Bläulich erscheinen die Regionen, in denen jüngeres, frischeres Material die Oberfläche bedeckt. Dort bilden sich ebene Flächen mit Senken mit Fließ- und Bruchstrukturen. Der Krater Haulani beispielsweise scheint ziemlich frisch zu sein – dort mischen sich bläuliche und bräunliche Regionen. „Entweder wurde dort Material durch den Einschlag aufgeschmolzen oder Material von unten ist nach oben gedrungen.“

Unter der eventuell bis zu 100 Kilometer dicken Kruste könnte es nämlich deutlich weicher werden: „Die Salze, die es sehr wahrscheinlich auf Ceres gibt, destabilisieren das Eis, und dadurch entsteht eine Art zäher Brei im Inneren.“

Auch die Flanken des Ahuna Mons, des 6000 Meter hohen Berges, sind mit frischem Material bedeckt. „Das könnte ähnliches Material wie bei den Einschlagskratern sein, das aus dem Inneren von Ceres nach oben gelangt ist.“ Doch die Interpretation der Kamerabilder ist zurzeit noch etwas, was für viele Diskussionen im Wissenschaftler-Team der Dawn-Mission sorgt. „Wir haben viele Vermutungen, aber noch keine Beweise“, sagt DLR-Planetenforscher Prof. Ralf Jaumann.

Quelle und Fortsetzung des Artikels mit Video hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-16565/


Erster Atlas von Zwergplanet Ceres online

Am 1. Dezember 2014 zeigte sich Zwergplanet Ceres gerade einmal neun Pixel groß auf der Aufnahme der amerikanischen Dawn-Sonde. Seitdem haben die Wissenschaftler mehrere tausend Fotos erhalten, die den Zwergplaneten mit seiner ungewöhnlich abwechslungsreichen Oberfläche zeigen. Atlas Pole

Aus 42 ausgewählten Fotos des sog. „Survey Orbits“, aus dem Dawn im Juni 2015 aus 4400 Kilometern Entfernung auf Ceres blickte, haben die Planetenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nun den ersten Atlas des Zwergplaneten erstellt und online gestellt.

Am längsten dauerte dabei die Berechnung des dreidimensionalen Höhenmodells, bei dem die DLR-Forscher von insgesamt 12 000 Punkten auf Ceres die Höhe ermittelten. „Wichtig war es, Aufnahmen auszuwählen, die den Zwergplaneten komplett abdecken und bei einer gleichen Beleuchtung aufgenommen wurden“, erläutert Dr. Thomas Roatsch vom DLR-Institut für Planetenforschung. „Wir haben dadurch ein einheitliches, homogenes Geländemodell berechnet.“

Dieses diente dann als Basis für die weitere Verarbeitung, bei der aus einzelnen Bildern ein globales Mosaik des Zwergplaneten erstellt wurde, aus dem wiederum die verschiedenen Karten für den Atlas abgeleitet wurden.picture-45

Der Krater Kait, benannt nach einer asiatischen Getreidegöttin, wurde als Referenzkrater für den nullten Längengrad ausgewählt. Das Team des DLR ist während der gesamten Mission dafür verantwortlich, aus den gewonnenen Kameradaten Karten und Höhenmodelle zu erstellen.

Mit Dawn haben die Planetenforscher zum ersten Mal die Gelegenheit, gleich zwei Himmelskörper des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter mit einer Mission zu untersuchen und so in die Entstehungszeit unseres Sonnensystems zu blicken. Von Juli 2011 bis September 2012 hatte die Sonde den Asteroiden Vesta umkreist und erforscht. Seit März 2015 befindet sich Dawn im Orbit von Ceres, die 2006 vom Asteroiden zum Zwergplaneten klassifiziert wurde.

„Wir haben mit Dawn erstmals die Möglichkeit, zwei sehr unterschiedliche Körper zu besuchen – Vesta zählt zu den trockenen Asteroiden, Ceres zu den nassen mit möglicherweise einem Ozean unter der Kruste“, sagt Prof. Ralf Jaumann, DLR-Planetenforscher und Mitglied im Kamera-Team der NASA-Mission.

Vesta hatte die Wissenschaftler mit ungewöhnlichen Einschlagskratern, einem Berg, drei Mal so hoch wie der Mount Everest, Tälern und Canyons überrascht. Aber auch Ceres hat sich bisher als vielversprechend erwiesen: Unter anderem gibt es auf dem Zwergplaneten Kraterwände, die – steiler als die Eiger Nordwand – fast 2000 Meter in die Höhe ragen.

Auch die bereits aus großer Entfernung aufgenommenen hellen Flecken und ihr Ursprung sorgen für Diskussionen unter den Wissenschaftlern. „Ceres gibt uns viele spannende Rätsel auf und zeigt Phänomene, die wir so noch nirgendwo im Sonnensystem gesehen haben.“

Quelle und vollständiger Artikel mit Bildern hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-15955/year-all/#/gallery/21344


Vielseitiger Zwergplanet Ceres beschäftigt Astronomen auf EPSC-Konferenz in Nantes

Mysteriöse Krater-Strukturen und faszinierende Ansichten von Ceres, dem vielseitigen Zwergplaneten, beschäftigen diese Woche die Wissenschaftler auf der European Planetary Science Conference (EPSC) in Nantes, Frankreich.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist an der Mission Dawn der NASA beteiligt und unter anderem in Zusammenarbeit mit der Internationalen Astronomischen Union (IAU) für die Kartierung und Namensgebung der Regionen und markanter Oberflächenstrukturen verantwortlich. Dawn

Der Zwergplanet Ceres sorgt bei Forschern weiterhin für Faszination. Besonders die Oberfläche wirft immer wieder neue Fragen auf. „Wir arbeiten intensiv daran, zu verstehen, wie so ein kleiner Körper eine so spannende Topographie entwickeln konnte“, sagt Prof. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof.

Eine jetzt veröffentlichte Ceres-Karte hebt erstmals deutlich im globalen Kontext Unterschiede in der Komposition der Oberfläche in Falschfarbe hervor. Die Variationen sind bei Ceres allerdings subtiler als auf dem Protoplaneten Vesta, den die Dawn-Sonde zwischen 2011 und 2013 erkundet hatte.

Neu in die Karte aufgenommen, wurden farblich kodierte Bilder des spektakulären Occator-Kraters, mit seinen steilen Hängen und hellen Flecken, über deren Ursprung und Zusammensetzung das Dawn-Wissenschaftsteam seit Monaten rätselt. Auch ein mysteriöser, kegelförmiger, vier Kilometer hoher Berg ist erfasst worden, dessen ungewöhnlich steile, gleichmäßige Struktur den Wissenschaftlern Kopfzerbrechen bereitet. Insgesamt wurden 14 Krater neu erfasst und in die Karten eingearbeitet.

Eine überraschende Beobachtung kam von Dawns Gamma-Strahlen- und Neutronen-Spektrometer: Die Instrumente registrierten drei Ausbrüche von energiegeladenen Elektronen, die eventuell aus einer Wechselwirkung zwischen Ceres und der Strahlung der Sonne resultieren könnten. „Wir sind von Ceres total überrascht“, gesteht Prof. Jaumann. „Wir hätten nicht gedacht, dass möglicherweise heute noch aktive Prozesse auf der Oberfläche zu finden sind.“

Quelle und vollständiger Artikel mit Bildern hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-15237/year-all/

Foto: NASA/JPL


Zwergplanet Ceres bietet merkwürdige Hangrutschungen und Kraterwände

Je dichter die Dawn-Raumsonde mit ihrer Kamera an Bord über dem Zwergplaneten Ceres fliegt, desto rätselhafter – und somit spannender – scheint der Himmelskörper.

„Einiges, was wir sehen, haben wir so noch nirgendwo sonst im Sonnensystem entdeckt“, sagt Prof. Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Ceres

BILD: Foto vom 19.8.2015 aus einer Entfernung von 1470 Kilometern. Es zeigt einen 6 km hohen, pyramidenförmigen Berg auf der südlichen Hemisphäre. Auffällig sind die hellen Streifen an steilen Hängen. (Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA.)

Woher die hellen Streifen entlang des pyramidenförmigen Bergs stammen oder auch ob der Boden des Zwergplaneten aus unterschiedlichem Material besteht, sind Fragen, auf die die Planetenforscher noch Antworten suchen.

Pyramide mit hellen Streifen

Drei Mal näher als im vorherigen Orbit und mit einer Auflösung von 140 Metern pro Bildpunkt nimmt die Kamera bereits interessante Details auf. „Wir blicken unter anderem von oben auf einen pyramidenförmigen, sechs Kilometer hohen Berg, der auf einer Seite helle Streifen zeigt.“

Etwa zehn bis zwölf Kilometer beträgt der Durchmesser der „Pyramide“, die auf der südlichen Hemisphäre zwischen den Kratern Kirnis, Rongo und Yalode steht: „Der Berg muss bei seiner beträchtlichen Höhe also immens steile Hänge haben.“

Dennoch liegt am Berg-Fuß kaum Geröll. In direkter Nachbarschaft liegt ein Einschlagskrater, der bis an die Flanken des Berges reicht. „Vermutlich ist der Berg jünger als der Krater, aber um das genau festzustellen, müssen wir auf die Aufnahmen aus dem nächstniedrigeren Orbit warten und auf Daten des Spektrometers, das das Material der Oberfläche bestimmen soll.“

Unbeständige Kraterränder und ebene Flächen

Aufnahmen des Gaue-Kraters, benannt nach einer deutschen Göttin, zeigen, dass dieser zum Teil über einem kleineren und älteren Krater liegt. „Der Gaue-Krater hat an einer seiner Seiten viele Materialrutschungen zum Kraterinneren hin – die Wände sind also eher instabil“, deutet DLR-Planetenforscher Ralf Jaumann die ersten Aufnahmen aus 1470 km Entfernung von der Oberfläche des Zwergplaneten: „Und in der Mitte selbst gab es wahrscheinlich auch Veränderungen, denn diese scheint sehr eben zu sein.“

Vergleicht man die Krater auf dem Zwergplaneten beispielsweise mit Kratern auf einem Gesteinskörper wie dem Mond, wird deutlich, dass die Kruste von Ceres nicht so stabil sein kann. Eine mögliche Erklärung für die ebene Fläche im Kraterinneren: Ehemals geschmolzenes Material könnte den Krater gefüllt haben. „Auf jeden Fall muss dort nach der Bildung des Kraters noch einiges passiert sein.“

Auch die Detailaufnahme aus dem Inneren des Uvara-Kraters zeigen Strukturen, die Fragen aufwerfen. Neben einer Bergkette sind feine Risse zu sehen, aber auch erneut Rutschungen am Kraterrand: „Dort scheint das Material in großen Blöcken abgebrochen und in Richtung Kraterinneres gerutscht zu sein.“

Die ungewöhnlich glatte Ebene hat sich wohlmöglich durch die Ablagerung von feinem Material, das vermutlich einmal geschmolzen war, gebildet. 

Quelle und weiterer Text mit Bildern hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-14725/year-all/#/gallery/20333